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Chapuisat trainierte SC Wynau

Ein ehemaliger Weltstar in der Provinz: Gestern hat Fussballer-Legende Stéphane Chapuisat die D-Junioren des SC Wynau unter seine Fittiche genommen, Autogramme verteilt und sich kritischen Fragen gestellt.

Mit 40 Jahren immer noch am Ball: Gestern hat Stéphane Chapuisat den Wynauer D-Junioren gezeigt, wie man richtig Tore schiesst.
Mit 40 Jahren immer noch am Ball: Gestern hat Stéphane Chapuisat den Wynauer D-Junioren gezeigt, wie man richtig Tore schiesst.
Marcel Bieri

Ein Pass, ein Schuss – und Tor. Unhaltbar für Goalie Thierry Schär (11), dessen Leibchen mindestens zwei Nummern zu gross ist, fliegt der Ball in die linke obere Torecke. «Guet gemacht, super», ruft der Trainer dem Schützen zu. Für einmal ist es nicht Silvan Heiniger, der die D-Junioren des SC Wynau übers Spielfeld jagt. Heute gibt Stéphane Chapuisat das Kommando, mit 228 Bundesligaeinsätzen und 103 Länderspielen einer der erfolgreichsten Fussballer, den die Schweiz je hatte.

«Das ist einmalig»

Am Spielfeldrand fiebern die Eltern mit, Autogrammjäger verfolgen jeden Schritt des ehemaligen Weltstars – und manch einer würde selbst gerne die Fussballschuhe schnüren und mitkicken. «Ich bin nervöser als all meine Spieler», gesteht Trainer Silvan Heiniger. «Dass eine solche Persönlichkeit zu uns kommt, ist einmalig.»

Auf der Homepage des Schweizerischen Fussballverbandes hat Heiniger jenen Wettbewerb von Fussball-Sponsor «Kinder Nutella» gesehen, bei dem es eine Lektion mit «Chappi» zu gewinnen gab. Als Trainer eines kleines Dorfklubs mit rund 100 Aktiven rechnete sich Heiniger nicht wirklich grosse Chancen aus. Trotzdem schickte er die Anmeldeunterlagen ein – und erhielt prompt einen positiven Bescheid.

«Zuerst dachte ich: Da erlaubt sich jemand einen Scherz mit mir», erzählt Heiniger. Ein Scherz aber ist es nicht: Gestern, kurz nach dem Mittagessen, fährt Stephan Chapuisat beim Wynauer Sportplatz Einschlag vor, begrüsst Trainer, Kids und Eltern – und stellt orange Hütchen auf, damit es pünktlich zur Sache gehen kann: Ein paar Geschicklichkeitsübungen zum Anfang, dann wird aufs Tor geschossen, was das Zeug hält. «Heute habe ich gelernt, dass ich den Ball nicht zu hart spielen darf, weil meine Mitspieler ihn sonst nicht annehmen können», erzählt Simon Schär (12) in der Pause, zwischen zwei Schlucken aus seiner Trinkflasche.

Wer dieser Stéphane Chapuisat ist, habe er vor dem Training gar nicht so genau gewusst. «Ich bin nämlich Fan von Alex Frei und vom FC Basel.» Auch für seine Mannschaftskollegin Alisa Gashi (11) liegen die goldenen Zeiten des Romands, der im Sommer 2006 seinen Rücktritt gab, schon etwas weit zurück: «Mein Lieblingsspieler ist Michael Ballack, weil der richtig gut ist. Stéphane Chapuisat kenne ich hingegen weniger.»

Gedränge im Klubhaus

Näher kommen die Kids ihrem Promi-Trainer nach der einstündigen Lektion. Geduldig signiert Stéphane Chapuisat im vollen Klubhaus Autogrammkarten, Bidons, T-Shirts, Freundschaftsbücher und sogar einen Velohelm. Als auch die letzten Autogrammwünsche erfüllt sind, löchern die Kinder den Stargast mit Fragen: Welchen Musikstil er denn gerne möge, wie oft er mit dem Ball jonglieren könne – und, ganz wichtig: wie viel Geld er als Fussballer so verdient habe. Stéphane Chapuisat nimmts mit Humor. Er höre, was gerade so im Radio gespielt werde, und jonglieren könne er 200 Mal.

Erster Lohn: 500 Franken

Beim Thema Finanzen müssen sich die Kids mit einer halben Antwort zufrieden geben. 500 Franken pro Monat habe er bei seinem ersten Verein als Profi verdient – mehr verrät «Chappi» nicht. «Zu schnell sollte man als junger Fussballer ohnehin nicht ans Geld denken», belehrt er die Kids. «So hat schon manch einer seine Karriere verspielt.»

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