Das Smaragdgebiet als Modellregion

Oberaargau

Nach Abschluss der Aufwertungsphase wird im Smaragdgebiet Oberaargau jetzt ein Managementplan für weitere Massnahmen und als Modell auch für andere Gebiete erarbeitet.

Der Biber trägt viel zur Artenvielfalt bei, verursacht aber auch Schäden. Auch diese Problematik will der Managementplan als Koordinationsinstrument für weitere Massnahmen im Smaragdgebiet aufgreifen.

Der Biber trägt viel zur Artenvielfalt bei, verursacht aber auch Schäden. Auch diese Problematik will der Managementplan als Koordinationsinstrument für weitere Massnahmen im Smaragdgebiet aufgreifen.

(Bild: zvg/Urs Troesch)

Kathrin Holzer

Gut 40 Interessierte nutzten letzte Woche die Gelegenheit, sich im Anschluss an die Hauptversammlung des Vereins Smaragdgebiet Oberaargau aus erster Hand über das weitere Vorgehen in diesem schweizweit grössten aller insgesamt 37 Smaragdgebiete orientieren zu lassen.

Schon ein Jahr zuvor sind mit dem Klimaanpassungsprojekt, der Modellregion Umweltziele und dem Pilotmanagementplan drei Vorhaben im Anschluss an die eben erst abgeschlossenen Aufwertungsmassnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt in der Region angekündigt worden. Der Managementplan als Koordinationsinstrument, der alsdann auch den anderen Smaragdgebieten in der Schweiz als Modell zur Erarbeitung ihrer eigenen Managementpläne dienen soll, wurde nun vertiefter vorgestellt.

Umsetzung 2017

Es gehe darum, zu erfassen, welche für den Oberaargau typischen Arten und Lebensräume vorhanden seien, und zu definieren, welcher Bestand an diesen erreicht werden solle, erklärte Projektleiter Christian Hediger. Aus dem vorhandenen Defizit würden dann die Massnahmen abgeleitet, die es schliesslich umzusetzen gelte.

In einer ersten Phase kommt somit vor allem auch viel ehrenamtliches Engagement zum Tragen, gilt es doch vorab, die vorhandenen Bestände aufzunehmen. Thematische Workshops zur Erarbeitung konkreter Massnahmen sind im Mai und Juni vorgesehen. Nach einer Mitwirkung der Vereine und Organisationen soll der Plan voraussichtlich im Januar 2016 dem Bundesamt für Umwelt zur Genehmigung vorgelegt und die Massnahmen ein weiteres Jahr später, 2017, schliesslich umgesetzt werden.

Verschiedenste Akteure

Wie ein Einblick in die verschiedenen Teilprojekte zeigte, können diese Massnahmen ganz unterschiedlicher Form sein. Um etwa das Vorkommen seltener Arten in Siedlungsgebieten zu stärken, bedinge es der Zusammenarbeit der verschiedensten Akteure vom Architekten über den Werkhofmitarbeiter bis zum Nachbarn, verdeutlichte als Verantwortlicher des Teilprojekts Siedlung Werner Stirnimann.

Was der Verzicht auf Pestizide oder ein schon nur leicht späteres Umpflügen bewirken kann, zeigte als Verantwortlicher Landwirtschaft Michael Ryf. Und Oberförster Christian Menn führte vor Augen, was mit schon kleinen Massnahmen im Wald zum Artenschutz beigetragen werden kann.

Entscheidhilfen schaffen

Ein auch emotionales Thema sprach mit dem Umgang mit der stetig wachsenden Biberpopulation der fürs Teilprojekt Gewässer verantwortliche Christian Imesch an. Dem Nutzen für die Artenvielfalt stünden teils grosse Schäden gegenüber, verwies Imech auf die negativen Seiten einer eigentlichen Erfolgsgeschichte. Im Rahmen des Managementplanes gelte es deshalb auch, Entscheidhilfen für Wildhüter im Zusammenhang mit dem Biber zu erarbeiten.

Mehrere Anwesende trugen sich unmittelbar in eine der vorliegenden Listen ein, um ihren Teil zum Managementplan beizutragen. «Es wird alles besser, je mehr Leute mitwirken», hielt nicht nur Christian Hediger fest. Auch der Langenthaler Gemeinderat Pierre Masson (SP), als Gast eingeladen, betonte, dass zum Umweltschutz jeder seinen Teil beitragen müsse.

Auch sei es dabei wichtig, «die Landwirtschaft nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung zu betrachten». Auch diesbezüglich sei das Smaragdprojekt geradezu zum Sinnbild für vorbildliche Zusammenarbeit geworden, lobte Masson.

Berner Zeitung

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