Der Zweiakter mit Rufener und Rüegger

Langenthal

Gleich zweimal standen am Samstag Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener und Gemeinderat Daniel Rüegger für eine Fragestunde zur Sanierung des Stadttheaters auf der Bühne. Fragen stellten vorwiegend die Gegner.

Tag der offenen Tür im Langenthaler Stadttheater zur Abstimmung. Die Fragestunde als Zweiakter mit Thomas Rufener und Daniel Rüegger in den Hauptrollen.

Tag der offenen Tür im Langenthaler Stadttheater zur Abstimmung. Die Fragestunde als Zweiakter mit Thomas Rufener und Daniel Rüegger in den Hauptrollen.

(Bild: Robert Grogg)

Die Besucherzahlen in den beiden Fragestunden im Stadttheater am Samstag um 11 und 14 Uhr waren gut, aber nicht sehr gut. Viele kamen wegen eines Details. Beispielsweise, weil sie die Verlegung des Einganges nicht verstehen konnten. Andere versuchten vermeintliche Schwachpunkte der Vorlage aufzuzeigen. Aber gegen die beiden Gemeinderäte hatten sie einen schweren Stand. Die meisten Fragen oder Bemerkungen kamen von Stadträten aus dem Gegnerkomitee und Mitgliedern der SVP.

Selbstverständlich tauchte auch die Frage nach einer zweiten Abstimmungsvariante auf. Thomas Rufener (SVP) erklärte einmal mehr den ganzen Weg der Vorlage. Fünf Kommissionen seien dreimal umfassend über den Zwischenstand des Planungsprozesses orientiert worden. Verschiedene Varianten seien im Lauf der vertieften Abklärungen mit dem Einverständnis von vier Kommissionen als untauglich verworfen worden.

Der Stadtpräsident erklärte den unglücklich gewählten Namen des sogenannten «4-Raumes». Der Theatersaal sei der erste, das Foyer der zweite. Garderobe und Toiletten im Untergeschoss bilden den dritten und der multifunktionale Raum für Kleinkunst den vierten Raum.

Ohne Garantie

Ob der Gemeinderat garantieren könne, dass die Betriebskosten des Theaters nicht steigen würden, wollte Stadtrat Lukas Felber (JLL) wissen. «Natürlich nicht», antwortete ihm Thomas Rufener, «aber das konnten wir auch nicht beim Umbau der Badi vor zwanzig Jahren. Eine solche Garantie wird es nie geben.»

Zum vierten Raum erklärte der Stadtpräsident: «Er ist vorhanden und wird für die Kulissen nicht mehr gebraucht. Isolieren müssen wir ihn sowieso, und die Installationen müssen auch ersetzt werden. Nun möchten wir ihn in Zukunft auch nutzen.» Die kommerzielle Vermietung sei natürlich vorgesehen, verordnet werden könne sie aber nicht.

Auflagen der Versicherung

Stadtrat Patrick Freudiger (SVP) verlangte eine Garantie, dass Vereine das Theater weiterhin zu den heutigen Bedingungen nutzen könnten, und wollte wissen, warum der Gemeinderat nicht zuerst bei Dritten nach Möglichkeiten für die Kleinkunst gesucht habe. Rufener antwortete ihm schlagfertig: «Es ist schon interessant, dass ein Parlamentarier so etwas verlangt, hat doch der Stadtrat die Auslagerung des Theaters in eine Aktiengesellschaft abgelehnt.»

Die Frage nach steigenden Ticketpreisen beantwortete Gemeinderat Daniel Rüegger (EVP) mit dem Hinweis, dass die Preise im Theater seit vielen Jahren unverändert geblieben seien – dies ganz im Gegensatz zu anderen Institutionen und Sportanlässen. Die Feuerwehr wisse nichts davon, dass sie ohne Sanierung in Zukunft bei Veranstaltungen im Stadttheater mit neun Mann und ausgerollten Schläuchen bereit stehen müsste, so SVP-Stadtrat Beat Sterchi.

«Wir schon», antwortete ihm Thomas Rufener, «uns liegt ein schriftlicher Katalog mit Auflagen der Gebäudeversicherung vor.» Wie die Feuerwehr so viele Leute finde und wer sie bezahle, das sei noch zu klären. Bei einem Nein werde der Theaterbetrieb jedenfalls nicht einfach weitergeführt werden können wie bisher.

Was passiert bei einem Nein?

Was passiert bei einem Nein am 30. November? Diese Frage wurde mehrfach gestellt. «Jedenfalls können wir sicher nicht ein paar Monate später über eine günstigere Variante abstimmen», so die Antwort des Stadtpräsidenten. «Es liegt nicht, wie behauptet, ein anderer Plan in einer Schublade bereit.»

Der Auftrag für eine neue Vorlage müsste laut Rufener erst einmal erteilt werden und der Stadtrat wieder einen Planungskredit sprechen. Da sich aber mit dem Verzicht auf den vierten Raum maximal eine Million einsparen lasse, käme eine solche Variante zusammen mit den neu entstehenden Planungskosten also eher teurer zu stehen. Verzicht auf 900'000 Franken?

Und was passiert mit den zugesicherten Beiträgen Dritter? Ohne den vierten Raum würde der Beitrag aus dem Lotteriefonds um rund 70'0000 Franken tiefer ausfallen. Zudem seien die von einer Stiftung zugesicherten 20'0000 Franken an die Realisierung der aktuellen Vorlage gebunden, erklärte Rufener.

Berner Zeitung

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