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Die Krux mit dem Dorfnamen

Im neuen Ortsbuch kommen bislang unbekannte Fakten über das zusammengewachsene Dorf ans Licht. Spannend ist etwa, dass das Dorf während 93 Jahren eigentlich den falschen Namen trug.

Sie arbeiteten am neuen Ortsbuch: (von links) Heinz E. Herzig (Schriftleiter), Elisabeth Kaltenrieder (Bildredaktion) und Hans Feuz (Gemeindearchiv). Im Bild fehlt Ulrich Roth (Pläne).
Sie arbeiteten am neuen Ortsbuch: (von links) Heinz E. Herzig (Schriftleiter), Elisabeth Kaltenrieder (Bildredaktion) und Hans Feuz (Gemeindearchiv). Im Bild fehlt Ulrich Roth (Pläne).
Thomas Peter

Wie Rüdtligen-Alchenflüh einst definitiv zu seinem Namen kam, ist eine amüsante Geschichte. Jahrzehntelang wurde das Dorf nämlich unter dem Doppelnamen geführt, den es so nie hätte führen dürfen. Ab 1800 zeigen Karten Alchenflüh als eigene dörfliche Siedlung, die zuerst mit Rüdtligen einen Steuerbezirk und ab 1833 eine Einwohnergemeinde bildete. Diese nannte sich fortan Rüdtligen-Alchenflüh – zu Unrecht. Denn 1924 fand ein eifriger Beamter der kantonalen Gemeindedirektion heraus, dass der Name nicht abgesegnet war. Er hatte bei der Nachkontrolle im Staatsarchiv entdeckt, dass die Gemeinde korrekt nur «Einwohnergemeinde Rüdtligen» heissen dürfte. Auch wenn das Dorf davon wenig begeistert war, der Gemeindeschreiber musste über die Bücher. Er stellte fest, dass die Behörden der Gemeinde eigenmächtig den Namen Rüdtligen-Alchenflüh gaben, ohne dass die Gemeindeversammlung je eingewilligt hatte. Und so kam es, dass am 8.November 1926 – 93 Jahre später – die Versammlung nachgeholt wurde. Die Bürger stimmten zu, einen Monat später gab die Regierung grünes Licht – Rüdtligen-Alchenflüh war offiziell geboren.

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