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«Egger nimmt uns nicht ernst»

Dass sich der Kanton nun doch nicht am Ideenwettbewerb für die Schlossnutzung beteiligt, sorgt in Burgdorf für Frust und Ärger. Der Gemeinderat fühlt sich von Regierungsrätin Barbara Egger Jenzer «nicht ernst genommen».

Mit 30'000 Franken unterstützt der Kanton Bern die Bemühungen von Burgdorf, Laupen, Trachselwald und Büren an der Aare, ihre Schlösser einer neuen Nutzung zuzuführen, sobald sie nicht mehr ihm gehören. Dies teilte Regierungsrätin Barbara Egger Jenzer (SP) den Gemeindebehörden im Namen der Berner Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion letzte Woche mit.

In Burgdorf, wo sich der Gemeinderat mit Fachleuten seit Ende 2007 Gedanken darüber macht, wie die Burg später genutzt werden könnte, sorgte diese Botschaft für Empörung.

Erst habe sich die Stadt bereit erklärt, im Rahmen des kantonalen Projekts «Idee sucht Schloss» zusammen mit dem Kanton einen Ideenwettbeewrb durchzufhren. Gleichzeitig habe man Egger angeboten, dass sich Burgdorf an der Hälfte der Wettbewerbskosten von 190'000 Franken beteilige, sagt Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch (SP).

«Enttäuscht, konsterniert»

Die gemeinsamen Arbeiten seien «erfolgreich angelaufen». Die Wettbewerbsunterlagen habe man bilateral bereinigt. Und nun verkünde der Kanton – lies: Egger –, er beteilige sich nicht an dem Wettbewerb. Darüber sei er «enttäuscht» und «konsterniert», teilte der Burgdorfer Gemeinderat auch im Namen der am Projekt beteiligten Personen gestern mit.

«Drei dürre Absätzchen»

Und damit nicht genug des Frustes: Auch der Umstand, dass Egger für ihr Absageschreiben «nur drei dürre Absätzchen» brauchte, wie Zäch moniert, lasse befürchten, dass die Emmestadt von Egger «nicht ernst genommen» werde.

Diesen Vorwurf weist die Regierungsrätin zurück. «Uns geht es nur darum, alle vier Standortgemeinden der Schlösser von nationaler Bedeutung gleich zu behandeln», sagte sie gegenüber dieser Zeitung.

«Wir sind viel weiter»

Das wiederum kann und will Eggers Parteigenossin Zäch nicht verstehen: «Natürlich ist das Prinzip der Gleichbehandlung richtig», sagt sie. «Aber dann müssen auch die Ausgangslagen dieselben sein. Und das ist nicht der Fall», schränkt die Stadtpräsidentin ein. «Während Laupen, Trachselwald und Büren am Anfang ihrer Planungen stehen, sind wir viel weiter.»

In Burgdorf würden seit langem verschiedene Gremien über sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten für das Schloss nachdenken. An Ideen, die der Kanton jetzt erst zu suche beginne, fehle es in Burgdorf seit zwei Jahren nicht, sagt Zäch. Was fehle, seien «umsetzbare Nutzungskonzepte, initiative Investoren und geschäftstüchtige Betreiber». Letztere zu finden sei das Ziel des «Erfolg versprechenden Ideenwettbewerbs» gewesen.

Doch nach Eggers Nein zum Burgdorfer Vorgehen heisse es für Burgdorf jetzt «zurück zum Start». Dadurch werde die Stadt bei der bereits weit fortgeschrittenen Suche nach neuen Schlossnutzungen «weit zurückgeworfen».

«Jede hat das Schönste»

Für den Burgdorfer Ärger zeigt Egger Verständnis: «Jede Gemeinde glaubt, das schönste und wichtigste Schloss zu haben.» Darauf könne der Kanton keine Rücksicht nehmen. Wenn eine Gemeinde mehr Geld als die vom Regierungsrat offerierten 30000 Franken in einen Konzeptwettbewerb investieren wolle, sei ihr das unbenommen. Der Kanton versuche, mit eigenen Workshops zum Ziel zu gelangen.

Für Zäch steht fest: Solche Veranstaltungen finden ohne Burgdorfer Beteiligung statt. «Noch einmal Packpapiere mit Vorschlägen vollschreiben – das machen wir nicht mehr.»

Stattdessen werde sich die Exekutive jetzt «eingehend» mit der neuen Ausgangslage auseinandersetzen. Dabei überdenke sie auch ihre «dem Kanton angebotene Unterstützung sowie die Rolle von Burgdorf». Trotz des Ärgers mit Egger verspricht Zäch dem Kanton «ein konstruktives Zusammenarbeiten».

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