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«Eiserne Lady» ist Weltmeisterin

Der Ironman Triathlon auf Hawaii gilt als einer der härtesten Ausdauerwettkämpfe der Welt. Dies hat Hilly Brönnimann aus Hindelbank nicht abgeschreckt – und ihr den Weltmeistertitel in ihrer Kategorie verschafft.

Hilly Brönnimann ist eine schlanke, durchtrainierte Frau mit einem warmen Lächeln. Sie sitzt am Wohnzimmertisch des Einfamilienhauses in Hindelbank, in dem sie mit ihrer Familie seit zwölf Jahren lebt. Auf dem Salontischchen liegen Medaillen von Wettkämpfen und natürlich auch diejenige, welche ihren sportlichen Höhepunkt darstellt. Nichts Geringeres als den Weltmeistertitel in der Alterskategorie der 55- bis 59-Jährigen brachte Brönnimann mit nach Hause. Und das von einem der schwierigsten Triathlons der Welt, dem Ironman Hawaii.

Gute Betreuung

«Ohne die weltmeisterliche Betreuung durch Haslers wäre ich nie so weit gekommen», sagt Brönnimann. Seit dem Start ihrer Triathlonkarriere vor fünf Jahren ist sie bei der Toni Hasler GmbH dabei, welche auch Natascha Badmann betreut. Badmann war die erste Europäerin, die den Ironman auf Hawaii gewann.

2003 lernte die selbstständige medizinische Masseurin Brönnimann Toni Hasler und Natascha Badmann auf einem Flug nach Gran Canaria kennen. Badmann liess sich von ihrer Flugbekanntschaft massieren und war begeistert. Hasler lud Brönnimann daraufhin ein, in seinen Trainingscamps für Triathleten auf der Insel zu arbeiten. Während dreier Jahre begleitete die Hindelbankerin die Trainingslager als Masseurin.

2004 ging sie im Camp aus Spass mit auf eine Velotour – und fing Feuer für den Triathlon. «Die Freude der anderen Athleten an ihrem Sport hat mich sofort angesteckt», meint sie rückblickend. Nachdem sie gleich ihren ersten Triathlon, den Mini Tri am Bantiger, gewonnen hatte, begann ein steiler Aufstieg: 2007 lief sie an ihrem ersten Ironman in Zürich als Siegerin ins Ziel und qualifizierte sich für Hawaii. Dort wurde sie Vierte in der Kategorie der 50- bis 54-Jäh ri gen.

Liebevoll streichen ihre braun gebrannten Hände über die Fotos vor ihr: Sie zeigen die Sportlerin auf dem Rad, oder, besser gesagt, auf der Hightechmaschine, abgekämpft aus dem Meer steigend und beim Laufen unter der sengenden Sonne Hawaiis.

Laufen bei 42 Grad Hitze

3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rennvelo fahren, und 42 Kilometer laufen – alles bei 42 Grad Hitze und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Warum tut sie sich das an? «Ich bin dankbar, dass ich dabei sein kann. Es gibt immer sehr viele schöne und emotionale Momente.»

Zum Beispiel frühmorgens, bevor der Schwimmwettkampf im offenen Meer beginne, stehe ein Priester am Pier und segne die Athleten. Da seien die Freude und die Energie der 1800 anderen Sportler fühlbar gewesen, schwärmt die Triathletin. Sie hat auch sonst eine grosse Schwäche für Hawaii: «Ich liebe das Meer und die Wärme. Die Leute sind sehr herzlich. Wieder dort zu sein war wie nach Hause kommen.»

Aufwändiges Hobby

Ohne die Unterstützung der Familie würde es natürlich nicht gehen, sagt sie. Finanziell wie zeitlich, sie trainiert vor Wettkämpfen bis zu 25 Stunden pro Woche, ist der Triathlon ein sehr aufwändiges Hobby. Doch ihr Mann Urs (56) wie auch die beiden Kinder Rahel (27) und Lars (24) seien sportlich sehr aktiv und würden ihre Leidenschaft verstehen. Neben Training, Wettkämpfen und ihrem 60-Prozent-Pensum als medizinische Masseurin müsse sie schauen, dass sie auch mal zur Ruhe komme. «Die sozialen Beziehungen kommen schon zu kurz», sagt sie.

Vor Pannen nicht verschont

Pannen blieben auch Brönnimann nicht erspart. Fünf Tage vor dem Wettkampf war Öl aus der Vorderbremse ihres Rennvelos ausgelaufen – und niemand zur Stelle, der sich mit den hydraulischen Bremsen auskannte. «Der Gedanke, dass ich nicht starten kann, war da», erinnert sich die Sportlerin. Denn für sie sei immer klar gewesen, dass sie nur mit ihrem eigenen Fahrrad starten würde. Zwei Tage vor Wettkampfbeginn fand sich doch noch ein Mechaniker. Dem Start stand nichts mehr im Wege.

Sieg auf den letzten Metern

Ihre Lieblingsdisziplin sei das Rennvelofahren, sagt Hilly Brönnimann. Doch die beste Zeit habe sie beim Laufen erzielt. Noch auf den letzten 800 Metern zog sie an einer Konkurrentin vorbei. «Ich wusste nicht, in welcher Position ich lief», deshalb sei sie sehr überrascht gewesen, als sie erfahren habe, dass sie an der Spitze ihrer Kategorie im Ziel angekommen sei. Wird sie am nächsten Ironman wieder dabei sein? «Nun ja», sagt Brönnimann. «Eigentlich habe ich ja bereits alles erreicht», und sie deutet nochmals auf die Fotos, welche ihren Weltmeisterwettkampf dokumentieren. Aber: «Einmal Hawaii, immer Hawaii», zitiert sie lächelnd einen Kollegen.

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