Elf Mannen, die dem irischen Bier frönen

Herzogenbuchsee

Der Guinness-Club im alten Schlachthaus Herzogenbuchsee ist eine eingeschworene Gemeinschaft – ein skandalfreier «wilder Haufen».

Eine Bekanntheit in der Region ist der mobile Bierwagen, den die Mitglieder des Guinness-Clubs 2011 gebaut haben und überallhin vermieten.

Eine Bekanntheit in der Region ist der mobile Bierwagen, den die Mitglieder des Guinness-Clubs 2011 gebaut haben und überallhin vermieten.

(Bild: zvg)

Chantal Desbiolles

Am Anfang stand die Passion für Irland: Michael Wüthrich hat die Grüne Insel nicht weniger als 14-mal bereist. Auch das irische Bier hat es dem 34-jährigen Buchser angetan. Im vor neun Jahren neu eröffneten alten Schlachthaus trank er mit anderen Bierliebhabern sein Guinness. Dabei sei am Tresen die Idee entstanden, einen Guinness-Club zu gründen. Gesagt, getan.

Die beiden Initianten Michael Wüthrich und Philipp Isler setzten auch gleich die Mitgliederzahl fest: Nicht mehr als zehn Mitglieder sollte der Club haben. Von diesem Grundsatz ist die eingeschworene Gemeinschaft über die Jahre zwar abgewichen – nach einem Wechsel und einem Eintritt sind sie heute elf – ansonsten aber sind sie ihren Prinzipien treu geblieben.

Dazu gehört, dass die Clubmitglieder pro konsumiertes Guinness 1 Franken im Kässeli im Schlachthaus deponieren. Jeweils am letzten Freitag des Monats treffen sie sich im geselligen Rahmen, um gemeinsam etwas zu unternehmen: bowlen, Essen gehen, eine Schnitzeljagd veranstalten, die Biertage besuchen. Dabei werde die Guinness-Kultur gelebt, erklärt Wüthrich.

Clubreisen

Dieser Kultur frönen die Mitglieder – Peter Herzig, Beat Schöni, Thomas Uebersax, Simon Geissbühler, Patrik Frieder, Christoph Meier, Stefan Gilgen, Stefan Gygax, Simon Akermann sowie Isler und Wüthrich – auch ausgiebig auf ihren Clubreisen, von denen es verschiedene Müsterchen und Anekdoten zu erzählen gäbe.

In Dublin, Edinburgh, Glasgow, Amsterdam, Cardiff und Antwerpen waren die regelmässigen Guinness-Trinker bereits. Das Biergeld aus dem Kässeli finanziert ihnen auf den Reisen das eine oder andere Nachtessen. Zweimal haben die passionierten Biertrinker per ÖV auch eine Reise quer durch die Schweiz unternommen – mit ihrem legendären mobilen Guinness-Barwagen, den sie auch vermieten und am Buchser Fasnachtsumzug spazieren führen.

«Wir sind Bierliebhaber»

«Wir sind ein wilder Haufen», sagt Wüthrich und schmunzelt. Wüste Geschichten oder Skandale? Der Clubgründer winkt ab und stellt klar: «Wir sind Bierliebhaber; nicht mehr, nicht weniger.»

Über die Jahre sind die in verschiedenen Sport- und anderen Vereinen Aktiven zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen. Selbst wenn der Guinness-Club dereinst mit der Schliessung des alten Schlachthauses am jetzigen Standort seinen Treffpunkt und Ursprung verliert wird, so steht für Wüthrich fest: «Wir lösen uns nicht auf.»

Berner Zeitung

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