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«Es wird reichen. So oder so»

Die Fans der SCL Tigers erlebten ein aufwühlendes Wochenende. Zweimal hofften sie auf die vorzeitige Playoff-Qualifikation – zweimal vergeblich. Sogar ein verletzter Spieler fieberte in der Fankurve mit.

Lugano, Samstagabend: Stefan Hofstetter sorgt mit dem Megafon für Stimmung im Langnauer Fansektor.
Lugano, Samstagabend: Stefan Hofstetter sorgt mit dem Megafon für Stimmung im Langnauer Fansektor.
Markus Zahno

«Dann schaffen wirs halt morgen»: Das ist am späten Freitagabend der meistgehörte Satz im Fandorf neben der Ilfishalle. Zuvor verloren die SCL Tigers gegen Freiburg 3:5 und vergaben die erste Chance, in der Teletext-Tabelle grün zu werden – will heissen: sich vorzeitig und unwiderruflich für die Playoffs zu qualifizieren. Alles wäre bereit gewesen für das historische Ereignis: Der Langnauer Gemeinderat hatte eine Freinacht bewilligt, verzichtete aber darauf, diese offiziell zu kommunizieren. Schliesslich wollte man nichts verschreien und nicht noch grössere Erwartungen schüren.

Denn diese sind auch so hoch genug. Nachdem es am Freitagabend nicht geklappt hat, schreiben sich im Fandorf umso mehr Leute für die samstäglichen Carfahrten zum Auswärtsspiel in Lugano ein. Gegen 400 Langnauer Anhänger reisen ins Tessin. Die meisten tragen unter ihrem gelb-roten Tiger-Leibchen ein grünes T-Shirt. Denn sollten die Tigers gewinnen und gleichzeitig Biel gegen Rapperswil verlieren, dann wechseln die Tigers im Teletext auf Grün – und die Fans ebenfalls.

Ein Spieler als Fan

Im Luganeser Eisstadion ereignet sich etwas Einmaliges: Tigers-Verteidiger Federico Lardi, der momentan einen Bänderriss im Fuss auskuriert, verfolgt den Match nicht von der bequemen Sitzplatztribüne aus, sondern steht mitten im Gästefansektor. «Die Fans machen jahrein, jahraus Stimmung für uns Spieler», sagt er, «ohne sie könnten wir einpacken.» Deshalb wolle er den Anhängern etwas zurückgeben und den Abend zusammen mit ihnen verbringen. Und mit seinem (übrigens nicht verwandten) Kollegen Patrick Lardi, der wie er aus dem Puschlaver Dorf Le Prese stammt und jetzt in Lugano arbeitet.

Ein Spieler in der Fankurve – «ich glaube, die Leute schätzen das», sagt Federico Lardi. Bald darauf schreit Stefan Hofstetter, der jeweils die Fangesänge anstimmt, ins Megafon: «Chömit, Lüt, aui Häng ueche!» Auch Federico Lardi hebt die Arme, wartet auf das Signal der Trommler, klatscht rhythmisch in die Hände und singt. «Auf gehts, Tiger, schiesst ein Tor! Schiesst ein Tor! Schiesst ein Tooo-ooo-ooor!»

Das grosse Rechnen

Tatsächlich: Zweimal gehen die Emmentaler in Führung, zweimal gleicht Lugano aus, legt dann seinerseits das 3:2 vor, das die Tigers mit dem 3:3 beantworten. Die Chance auf den Sieg besteht weiterhin, aber der Totomat sorgt dafür, dass die Stimmung im Langnauer Lager nicht zu euphorisch wird. Denn Biel dürfte, das lassen die Zwischenresultate bald erahnen, nicht verlieren, sondern gewinnen. Die Tigers werden also auch an diesem Abend nicht grün – zumal sie selber nur einen Punkt holen: Lugano schiesst in der Verlängerung das 4:3 und beendet damit das dramatische Spiel.

Nun beginnt das grosse Rechnen. Schafft Langnau die erstmalige Playoff-Qualifikation am Dienstag in Genf? Nein, finden sachkundige Fans auf der Heimfahrt heraus. Denn Biel hat am Dienstag spielfrei, kann also immer noch 8 Spiele bestreiten und theoretisch 24 Punkte erobern. Wenn die Tigers in Genf siegen, haben sie «erst» 22 Punkte Vorsprung. Solche Berechnungen seien für die Spieler aber letztlich unwesentlich, erklärt Verteidiger Federico Lardi. «Wir gehen in jeden Match, um zu gewinnen. Und wenn wir das tun, wird es früher oder später reichen. Ganz egal, was die anderen Teams machen.»

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