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Fachhochschul-Campus in Burgdorf?

Für einen Fachhochschul-Campus bietet Burgdorf «nahezu perfekte Voraussetzungen». Das sagt Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch. Grossrat Samuel Leuenberger hofft, dass vom Aebi-Areal aus das ganze Emmental Impulse erhält.

Rühren die Werbetrommel für den Campus Burgdorf (von links): Region-Emmental-Präsident Samuel Leuenberger, die Investoren Beat Stocker und Michael Müller, Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und Baudirektionsleiter Peter Hänsenberger.
Rühren die Werbetrommel für den Campus Burgdorf (von links): Region-Emmental-Präsident Samuel Leuenberger, die Investoren Beat Stocker und Michael Müller, Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und Baudirektionsleiter Peter Hänsenberger.
Thomas Peter

«Falls der Kanton Bern in Burgdorf einen Fachhochschul-Campus errichten will, kann er morgen damit anfangen»: Die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch liess gestern keinen Zweifel daran offen, dass die Emmestadt ein Fachhochschul-Standort bleiben will. Erst rührte sie die Werbetrommel an einer Medienkonferenz. Anschliessend referierte sie vor den in Burgdorf versammelten Emmentaler Grossrätinnen, Grossräten und weiteren Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft. Die Botschaft war beide Male dieselbe: «Wir sind da. Und wir sind fit.»

Sieben Gründe

Für Burgdorf als Heimat einer Fachhochschule im ganz grossen Stil sprechen laut der Stadtpräsidentin mindestens sieben Gründe: Erstens biete Burgdorf «alle Vorzüge einer städtischen Infrastruktur» und «die Beschaulichkeit der Emmentaler Landschaft». Zweitens verfüge Burgdorf mit dem Aebi-Areal und dem Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof (ESP) über «nahezu perfekte Voraussetzungen» für einen Campus.

Durch den Umstand, dass sich mit der Alfred Müller AG aus Zug eine ebenso potente wie weitsichtige Investorin um das Aebi-Areal kümmere, sei gewährleistet, dass auf Jahrzehnte hinaus Raum für Studierende geschaffen werden könne. Gemäss Peter Hänsenberger, dem Leiter der Burgdorfer Baudirektion, steht für den Campus eine Geschossfläche von total 130000 Quadratmetern zur Verfügung. Wohnraum gäbe es in der Oberstadt laut Zäch zur Genüge.

«Platzprobleme gelöst»

Drittens könnten die bestehenden Hochschulgebäude für Technik in ein neues Kompetenzzentrum integriert werden, sagte die Politikerin. Viertens liessen sich die Platzprobleme des Gymnasiums nach Ansicht der Promotoren auf einen Schlag lösen. Wenn das «Tech» vom Gsteigquartier in das Aebi-Areal verlegt würde, könnte der Gymer dessen Räume übernehmen. Fünftens nannte Elisabeth Zäch die «kurzen Wege» und das «überschaubare Leben» als Vorteile. In der «kleinen Welt» der Emmestadt könnten sich die jungen Leute auf ihre Arbeit konzentrieren – und trotzdem von nahen Zentren profitieren.

«Innovatives ‹Pflaster›»

Immerhin, und damit erwähnte Zäch einen sechsten Punkt für Burgdorf, würde der Möchtegerncampus-Standort nur 12 Bahnminuten von Bern und eine halbe Zugstunde von Olten entfernt liegen. Dass in Burgdorf 900 Unternehmen 12000 Arbeitsplätze anbieten, liess Zäch als siebtes Plus nicht unerwähnt. Wenn es um nachhaltige Technologien in den Bereichen Bau, Umwelt, Energie und Mobilität gehe, sei Burgdorf «ein traditionell innovatives ‹Pflaster›».

«Für das ganze Emmental»

Samuel Leuenberger sagte als Präsident des Vereins Region Emmental, dass von einem Campus in Burgdorf nicht nur die Emmestadt profitieren würde. Burgdorf sei als Anbieterin von Arbeits- und Ausbildungsplätzen «massgeblich an der Entwicklung des Emmentals beteiligt», sagte der BDP-Grossrat. Ein Campus würde «einer Region, die wirtschaftlich nicht zu den stärksten gehört», wichtige Impulse in arbeitstechnischer und gesellschaftlicher Hinsicht verleihen. Schliesslich sei es erwiesen, dass viele Menschen an ihre Ausbildungsplätze zurückkehren, um dort ihr Leben zu verbringen. Dies wirke der Abwanderung entgegen und sorge für einen guten «Mix aus Arbeitern und Akademikern».

Michael Müller und Beat Stocker von der Investorenfirma sagten, dass sie «nicht beliebig lange» warten könnten, bis der Kanton die Fachhochschulfrage beantwortet. Bis Ende 2011 müsste «ein Grundsatzentscheid vorliegen», sagte Stocker. Der Kanton Bern will die rund 30 «Tech»-Standorte konzentrieren. Der Burgdorfer Gemeinderat taxiert eine Fixierung auf Bern, Burgdorf und Biel als «Erfolg versprechend».

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