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Gemeinde spürt die Krise

Das Langnauer Gemeindebudget 2010 sieht ein Minus von 280'000 Franken vor – unter anderem, weil die Firmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weniger Steuern zahlen und weil die Spitex immer mehr zu tun hat.

Gemeindepräsident Bernhard Antener pflegt den Langnauer Finanzhaushalt jeweils mit einer Bergwanderung zu vergleichen. Gestern war es Gemeinderat Toni Lenz, der den Medien das Budget 2010 präsentierte. Er persönlich habe zwar seit schätzungsweise 30 Jahren keine Bergwanderung mehr unternommen, berichtete Lenz. «Aber eines kann auch ich beurteilen: Unser Bergwanderer bekommt im Moment einen rauen Wind zu spüren.»

Denn die Wirtschaftskrise macht auch vor der Gemeinde Langnau nicht Halt. Diese Woche hat beispielsweise die Werkzeugfabrik Fraisa angekündigt, in Bärau 31 Stellen zu streichen. «Für die Betroffenen ist das sehr hart», so Lenz. Und für die Gemeinde habe die Krise zur Folge, dass mit deutlich weniger Steuereinnahmen von den hier ansässigen Firmen zu rechnen sei.

Mehr abschreiben

Fürs Jahr 2010 budgetiert die Gemeinde bei einem Umsatz von rund 44 Millionen ein Minus von 280'000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 1,82 Einheiten. Anders als bei den Firmen werden bei den Privatpersonen sogar mehr Steuereinnahmen erwartet. Aber auch die Ausgabenseite wird grösser, etwa bei der Sozialhilfe oder beim Beitrag an die regionale Spitex. Diese hat gemäss Toni Lenz immer mehr zu tun: «Mehr Hauspflege, weniger Spital, lautet die Devise.»

Zudem muss die Gemeinde nächstes Jahr eine halbe Million Franken mehr abschreiben als heuer, weil das Höhewegschulhaus komplett saniert wurde und damit mehr Wert hat.

Weniger investieren

Investieren will Langnau nächstes Jahr gut 5 Millionen, unter anderem für die Verbauung der Gohl, die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen oder die Sanierung der Fussballplätze im Moos. Ursprünglich waren deutlich höhere Investitionen vorgesehen – das 9-Millionen-Projekt Ballsporthalle und der 3-Millionen-Beitrag an ein neues Eisstadion verschieben sich aber bekanntlich nach hinten. «Es ist offen, wie und wann es dort weitergeht», sagt Lenz, «irgendwann werden diese Brocken aber auf uns zukommen.» Dann werde die Gemeinde froh um ihr Eigenkapital sein, das mit 6 Millionen Franken derzeit so hoch ist wie nie in den letzten 20 Jahren.

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