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Gesucht: Ein Wappen für Landshut

Ein Helm auf rotem Grund: So sollte das Wappen einer allfällig fusionierten Gemeinde Landshut ursprünglich aussehen. Doch um dieses Emblem ist inzwischen eine Kontroverse entstanden. Bis Ende Oktober kann jedermann Vorschläge einreichen.

Der silberne Helm im roten Feld ist das Wappen von Schloss Landshut. In der Heraldik wird Silber weiss dargestellt. Es erklärt den Namen von Landshut als «die Hut» (Schutz) des Landes durch die Versinnbildlichung mit dem Helm als Schutzhut.
Der silberne Helm im roten Feld ist das Wappen von Schloss Landshut. In der Heraldik wird Silber weiss dargestellt. Es erklärt den Namen von Landshut als «die Hut» (Schutz) des Landes durch die Versinnbildlichung mit dem Helm als Schutzhut.
zvg
Wieder der Helm als Schutzhut, diesmal im Schildfuss ein Wellenbalken als Symbol für die Emme.
Wieder der Helm als Schutzhut, diesmal im Schildfuss ein Wellenbalken als Symbol für die Emme.
zvg
Mit anderer Garbe und mit Emme-Symbol. Weitere Vorschläge können bis Ende Oktober eingereicht werden.
Mit anderer Garbe und mit Emme-Symbol. Weitere Vorschläge können bis Ende Oktober eingereicht werden.
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Bätterkinden: 792 Ja, Utzenstorf: 907 Ja, Wiler: 191 Ja, Zielebach: 79 Ja. Das waren die Resultate der ersten Fusionsabstimmung im vergangenen Mai. Alle vier Gemeinden an der unteren Emme stimmten an der Urne zu, mit den Verhandlungen für einen Zusammenschluss weiterzufahren – wenn auch zum Teil knapp. In Utzenstorf etwa machten lediglich 65 Stimmen den Unterschied. Die interkommunale Arbeitsgruppe (IKA) ist nun daran, die Reglemente und Verträge für eine potenzielle 8500-Seelen-Gemeinde, die drittgrösste im Emmental, zu erstellen.

Entstehen könnte eine neue Gemeinde mit Namen Landshut und einem Wappen mit einem Helm auf rotem Grund. Ein Helm? Wieso eigentlich? «Es ist das offizielle Wappen von Schloss Landshut. Die IKA wählte es wegen der jahrhundertealten Tradition», antwortet Markus Schütte, Gemeindepräsident von Wiler und IKA-Präsident. Der Helm als Schutzhut sei ein Sinnbild für die Hut des Landes. Unter diesem Banner rückte von 1474 bis 1476 Landshut mit vierzig Mann in die Burgunderkriege aus. Doch genau dieses Wappen wird von Bürgern infrage gestellt. Zu antiquiert, zu kriegerisch, einfach nicht schön, lautet der Tenor. «Der Kriegsbezug und die Optik gefällt einigen Leuten nicht», gibt Schütte zu.

Wappen beschäftigt die Leute

Gerade Name und Wappen einer neu entstehenden Gemeinde können für Aufreger sorgen. Es sind die auf den ersten Blick sichtbaren Auswirkungen einer Fusion, die etwas durchbrechen, womit sich die Dorfbewohner identifizieren. Die Verbundenheit der Leute mit den heutigen Wappen schätzt Markus Schütte allerdings als sehr gering ein, nicht zuletzt, weil sie historisch gesehen nicht so alt seien. Tatsache ist aber auch, dass bereits in der ersten Mitwirkung im letzten Herbst zwei Parteien den Landshuter Schild bemängelt haben.

Später haben zudem Gespräche mit Einwohnern gezeigt, dass einigen das Wappen ein Dorn im Auge ist, wie Schütte bestätigt. Es zeigte sich: «Das Wappen treibt die Bevölkerung stärker um, als wir bisher angenommen hatten. Wir greifen das Thema nochmals auf und wollen sicherstellen, dass sich alle interessierten Personen beteiligen können.» Die Arbeitsgruppe beschloss deshalb, die Wappenfrage losgelöst von der allgemeinen Vernehmlassung, welche Mitte September startet, zu lancieren. Ab sofort können alle Interessierten Vorschläge einreichen.

Name Landshut unbestritten

Im Gegensatz zum Wappen scheint der Gemeindename Landshut indes kaum umstritten zu sein. Bis jetzt seien ihm nur positive Äusserungen hierzu zu Ohren gekommen, sagt der IKA-Präsident. Der Name könne zwar an der Vernehmlassung immer noch auf den Tisch kommen, er, Schütte, glaube aber nicht daran. Tatsächlich, die IKA hat bei der Namensauswahl Fingerspitzengefühl bei einem heiklen Thema bewiesen. Mit Landshut hat sie etwas gefunden, das geschichtlich verankert ist und die vier Gemeinden eint. Gleichzeitig ist es nicht der Name eines der vier Dörfer. So entstand gar nicht erst der Eindruck, dass die grösseren Gemeinden die kleineren einfach schlucken wollten.

Nach heraldischen Regeln

Bei der Wappenfrage geht es jetzt ans Ideensammeln. Um einen Anfang zu machen, hat die Arbeitsgruppe nebst dem Emblem von Schloss Landshut, das freilich immer noch im Rennen ist, fünf weitere Möglichkeiten aufgeführt, die ein Hobbyheraldiker aufbereitete und abgab (siehe Bildstrecke).

Die Mitwirkung zum Wappen läuft bis Ende Oktober. Danach wird die IKA die eingegangenen Vorschläge prüfen. Diese müssen heraldischen Regeln entsprechen und werden darum Experten vorgelegt. Im November wird in der IKA der Entscheid für ein Wappen gefällt – zuhanden der Abstimmungsunterlagen. Der definitive Urnengang zur Fusion findet am 8. März 2015 statt. Bei einem Ja wird sich ab dann bis zum Fusionstermin 1. Januar 2016 an Namen, Wappen und anderen Eckpunkten der Gemeinde nichts mehr ändern.

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