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Hochdruck im Reservoir

Das 300 Kubikmeter grosse Reservoir Färrach in Hasle war in einem so schlechten Zustand, dass es jetzt saniert wird. Die schadhaften Wände werden mit Polyethylenplatten verkleidet.

Gemeinderat Andreas Zbinden (links) und Brunnenmeister Heinz Burkhalter begutachten die Sanierungsarbeiten im Reservoir Färrach.
Gemeinderat Andreas Zbinden (links) und Brunnenmeister Heinz Burkhalter begutachten die Sanierungsarbeiten im Reservoir Färrach.
Thomas Peter

Mit Sorge stellte der Hasler Brunnenmeister Heinz Burkhalter fest, dass die Wände des 1990 erstellten Reservoirs Färrach in Biembach zunehmend Schäden aufwiesen. Der Grund dafür war, dass die Erdung der elektrischen Anlagen an der Armierung der Betonwände angebracht worden war. Dies führte dazu, dass der resultierende Kriechstrom die an den Betonwänden aufgetragene Zementschicht beschädigte. Nach und nach löste sich die Beschichtung in den beiden, je 150 Kubikmeter fassenden Kammern ab. «Weil wir als Folge dieser Schäden die Qualität unseres Trinkwassers bald einmal nicht mehr hätten garantieren können, mussten wir rasch handeln», erklärt Burkhalter. Andernfalls hätte das Wasser in den nächsten Jahren mit dem rostenden Armierungsstahl in Kontakt kommen können.

Keine weitere Sanierung

Dass im Interesse der Volksgesundheit gehandelt werden musste, hatte auch der Gemeinderat von Hasle erkannt. Deshalb bewilligte dieser für die Sanierung des Reservoirs Färrach einen Spezialkredit von 140'000 Franken. «Mit Blick auf die Lebensdauer entschieden wir uns, die von der Zementschicht befreiten Betonwände des Reservoirs mit Polyethylenplatten auszukleiden», erklärt Gemeinderat Andreas Zbinden, der für das Ressort Tiefbau verantwortlich zeichnet. Die Lebensdauer dieser 4 Millimeter dünnen Kunststoffplatten soll etwa 50 Jahre betragen. Da zwischen den Platten und der Betonwand ein Zwischenraum besteht, können allfällige Lecks dank elektronischer Überwachung rasch erkannt werden. Dieses Sanierungsverfahren garantiere, so Zbinden, dass das Reservoir rasch wieder in Betrieb genommen werden könne. Dabei werden nicht beide Kammern gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt saniert. Die Arbeiten werden binnen eines Monats abgeschlossen.

Bleibt die Frage: Wie gut ist der bauliche Zustand der anderen beiden Wasserspeicher der Gemeinde? «Das Reservoir Nollen wurde erst vor 4 Jahren in Betrieb genommen und ist in einem guten Zustand», sagt Burkhalter. Es besteht aus zwei Kammern mit einem Fassungsvermögen von je 450 Kubikmetern und ist damit das Hauptreservoir der Gemeinde. Gespeist wird es von Quellen, die pro Minute 120 bis 150 Liter Wasser liefern. Bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von täglich 400 Kubikmetern benötigt der Ortsteil Hasle demnach knapp die Hälfte des Speichers.

Wasserverbrauch verdoppelt

Keinerlei Sanierungsbedarf gebe es auch für das Reservoir in Schafhausen, erklärt Heinz Burkhalter. Dieses fasst 270 Kubikmeter, aus einer Quelle fliessen durchschnittlich 25 bis 35 Liter Wasser pro Minute hinein. Der tägliche Verbrauch liegt aktuell bei etwa 60 Kubikmetern. Interessant ist dabei: Vor der Eröffnung des 150-plätzigen Durchgangszentrums für Asylbewerber im Schulhaus Schafhausen war es nur die Hälfte.

Den geringsten Wasserverbrauch weist der Hasler Ortsteil Biembach aus: Durchschnittlich 12 Kubikmeter werden dem Reservoir Färrach täglich entnommen, pro Minute fliessen jedoch 80 bis 100 Liter zu. Überschüssiges Wasser geht nicht verloren, sondern wird ins Reservoir Nollen weitergeleitet.

Burkhalter sucht Übeltäter

Seit 1990 ist Heinz Burkhalter mit Leib und Seele Brunnenmeister in Hasle. Jeden Morgen um 6 Uhr startet der Unternehmer den Computer und kontrolliert, ob mit der Wasserversorgung alles in Ordnung ist oder ob es Auffälligkeiten gibt. Akribisch überwacht er die Quellzuflüsse sowie den Wasserverbrauch der drei Hasler Reservoirs. Unregelmässigkeiten erkennt er rasch. Sollte zum Beispiel ein Schwimmbadbesitzer einen Hydranten anzapfen, lässt der Wasserverbrauch von bis zu 1800 Litern pro Minute die Kurvengrafik so stark ansteigen, dass der Brunnenmeister sich sofort auf die Suche nach dem Übeltäter macht.

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