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Im Hanfgarten ist noch Platz

Die Gemeinde Heimiswil will im Quartier «Hanfgarte» den Bau von Einfamilienhäusern möglich machen. Einfach ist dies nicht, weil Bauland nur bewilligt wird, wenn in gleichem Umfang Landwirtschaftsland ausgeschieden werden kann.

Urs Egli
Auf dieser nach Süden ausgerichteten Matte in Heimiswil sollen bis im Jahr 2016 fünf bis sechs Einfamilienhäuser gebaut werden.
Auf dieser nach Süden ausgerichteten Matte in Heimiswil sollen bis im Jahr 2016 fünf bis sechs Einfamilienhäuser gebaut werden.

In der hügeligen Landschaft zwischen Lueg und Emme eingebettet, ist die Gemeinde Heimiswil ein schönes Stück Erde mit hoher Wohnqualität. Das Problem ist nur, dass mangels genügenden Baulandes nur ein sehr moderates Wachstum möglich ist. Seit Jahr und Tag wohnen immer etwa 1600 Personen in der Gemeinde nordöstlich von Burgdorf. Dieser Stagnation will der Heimiswiler Gemeinderat ein Ende setzen. Denn Bauland ist noch vorhanden, nur wollen die Besitzer ihre Parzellen nicht oder noch nicht überbauen.

Der Gemeinderat ist deshalb bei zahlreichen Grundeigentümern vorstellig geworden, um sich nach deren Überbauungsabsichten zu erkundigen. Diese Gespräche haben dazu geführt, dass sich vier Landbesitzer bereit erklärten, vorhandenes Bauland in Landwirtschaftsland umzuzonen, da sie keinerlei Bauabsichten hatten.

Das neu gewonnene Landwirtschaftsland mit einer Gesamtfläche von 2805 Quadratmetern soll nun konzentriert an einem anderen Ort in der Gemeinde, im Gebiet «Hanfgarte», als Bauland kompensiert werden. Dies ist die Absicht des Gemeinderates und eines Grundeigentümers, der Einfamilienhäuser bauen möchte. Die geplante Bauzone wird dereinst den Ortsnamen Sonnenrain tragen.

Kein Bauland auf Vorrat

«Mit diesem Kompensationsverfahren wird auch die südseitige Baulandnutzung zur bestehenden Erschliessung Sonnenrain möglich», heisst es in einem Bericht des Gemeinderates zur Teilrevision des Zonenplans. «Es ist nicht in unserem Interesse, dass wir Baulandflächen haben, die bei der nächsten Gesamtrevision der Ortsplanung im Jahr 2016 noch nicht bebaut sind, weil diese unser Kontingent für Neueinzonungen belasten», erklärt Gemeindeverwalter Hannes Fankhauser. Oder anders gesagt: Solange Heimiswil Bauland auf Vorrat hat, ist der Kanton Bern nicht bereit, zu der von der Gemeinde gewünschten Einzonung von neuem Bauland Ja zu sagen.

Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) steht dem Projekt Auszonung gegen Einzonung nicht ablehnend gegenüber. Trotzdem verlangt es in seinem Vorprüfungsbericht, dass eine kleinere Parzelle in der Dorfzone nicht von der Bau- in die Landwirtschaftszone verschoben wird, da sonst eine Baulücke entstehen würde. Nun ist es dem Gemeinderat aber gelungen, ein anderes Stück Bauland hinter dem Löwen-Stock als Landwirtschaftsland vorzusehen.

Stützt der Kanton diese Absicht, könnten im Quartier «Hanfgarte» statt der vom Gemeinderat anvisierten 3000 Quadratmeter Bauland immerhin deren 2700 Quadratmeter geschaffen werden. Das AGR bewilligt ganz exakt nur so viel neues Bauland, wie heutiges Bauland zu Landwirtschaftsland umgezont wird. «Wir gehen davon aus», erklärt Fankhauser, «dass dieses Land relativ rasch überbaut würde.» Bis im Jahr 2016 könnten darauf fünf bis sechs Einfamilienhäuser erstellt sein.

Das Volk entscheidet

Von den Überbauungsabsichten sind nicht alle begeistert. Die Anwohner am Sonnenrain, denen quasi vor die Sonne gebaut würde, hätten die von der Gemeinde durchgeführte Mitwirkung dazu genutzt, Fragen zu stellen und Wünsche anzumelden. «Aber», betont Fankhauser, «grundsätzliche Opposition gegen den Bau der geplanten zweigeschossigen Häuser gibt es nicht.» Dies auch darum, weil man den Leuten am Sonnenrain vor dem Bau ihrer Häuser gesagt habe, dass das Quartier dereinst nach Süden erweitert werden dürfte.

Die öffentliche Auflage des Umzonungsprojektes beginnt am 9.Oktober. Ob am Sonnenrain gebaut werden kann, entscheidet die Gemeindeversammlung am 13.Dezember.

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