Im vierten Anlauf hatte Sunrise Erfolg

Kirchberg

Während elf Jahren wehrten sich die Anwohner von Kirchberg erfolgreich gegen eine Mobilfunkantenne im Dorfkern. Beim vierten Versuch war Sunrise nun allerdings erfolgreich.

Dach des Anstosses: Auf dem Apothekengebäude an der Zürichstrasse 1 will Sunrise die Mobilfunkantenne installieren.

Dach des Anstosses: Auf dem Apothekengebäude an der Zürichstrasse 1 will Sunrise die Mobilfunkantenne installieren.

(Bild: Thomas Peter)

Philippe Müller

Bruno Boos ist enttäuscht, ernüchtert. Seit 2004 hatte er gemeinsam mit seiner Frau Ursula gegen den Mobilfunkanbieter Sunrise gekämpft – oder besser gesagt gegen dessen fixe Idee, im Kirchberger Dorfkern eine Handyantenne aufzustellen. Das Ehepaar reihte gemeinsam mit anderen Einsprechern jahrelang Erfolg an Erfolg. Immer wieder zwangen sie Sunrise mit ihrem Widerstand in die Knie.

Zuletzt wehrten sie sich im vergangenen Februar gegen den nunmehr vierten Versuch des Telefoniekonzerns. Dieser Kampf scheint nun jedoch verloren zu gehen: Vor wenigen Tagen erhielten Bruno und Ursula Boos sowie die zahlreichen weiteren Einsprecher vom Emmentaler Regierungsstatthalteramt den Bescheid, wonach sämtliche Einsprachen abgewiesen seien und die Baubewilligung an Sunrise erteilt werde.

«Entschieden ist noch nichts»

Boos macht dem Statthalter keinen Vorwurf. Er sieht ein, dass eine Baubewilligung erteilt werden muss, sobald alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. «Dennoch hinterlässt das Ganze bei mir ein ungutes Gefühl.» Immerhin komme die Antenne nur etwa 50 Meter von der Schule entfernt zu stehen.

Weil die Befürchtungen, dass die Strahlen gesundheitsschädigend wirken können, nicht gesetzlich anerkannt seien, werde es schwierig, den Bau der Sunrise-Antenne bei der nächsten Instanz zu verhindern, schätzt Bruno Boos. Deshalb tendiert er momentan eher dazu, den Entscheid des Statthalters zu akzeptieren, behält sich aber alle Optionen offen.

Ähnlich tönt es bei der Gemeinde: Gemeinderatspräsidentin Marianne Nyffenegger geht in einer ersten Reaktion eher nicht davon aus, dass die Gemeinde ihre Einsprache weiterzieht. «Entschieden ist aber noch nichts.»

Berner Zeitung

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