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Konfetti geben Pflastersteinen besonderen Halt

Städte mit einer ausgeprägten Fasnachtstradition haben weniger Probleme mit ihren Pflästerungen. Das ist kein Witz.

Die Fasnächtler und die Gemeinderäte im Korb bemühen sich jedes Jahr um möglichst viel Konfetti auf dem Pflaster. Ausgerechnet vor dem Choufhüsi wurden die Steine jedoch mit Mörtel verfugt.
Die Fasnächtler und die Gemeinderäte im Korb bemühen sich jedes Jahr um möglichst viel Konfetti auf dem Pflaster. Ausgerechnet vor dem Choufhüsi wurden die Steine jedoch mit Mörtel verfugt.
Robert Grogg

Die Steine sind das eine, der Schwachpunkt sind die Fugen. Der Berner Ingenieur Andreas Lingg vom Büro Inproma hat im Gespräch mit verschiedenen Strasseninspektoren bereits vor Jahren herausgefunden, dass die Schweizer Fasnachtshochburgen weniger Probleme mit ihren Strassenpflästerungen haben.

Autoreifen entwickeln vor allem bei Regen eine grosse Saugwirkung. Und Reinigungsmaschinen, die vertikal absaugen, lassen das Fugenmaterial erodieren. Mit der Zeit werden die Steine instabil. Das ist auch ein Grund, warum einzelne Städte ihre Zentren wieder mit Besen kehren lassen und nicht mehr mit modernen Putzmaschinen auffahren.

Brei aus Altpapier

Was Konfetti zwischen den Pflastersteinen bewirken, hat Ingenieur Andreas Lingg genau untersucht und mit diesem Wissen ein Produkt entwickelt. Von der Kartonfabrik Deisswil bezog er einen aufgekochten Brei aus Altpapier. Den mischte er mit dem richtigen Sand und füllte so die obersten drei Zentimeter zwischen den Steinen: in Bern, Zürich, Vaduz und zahlreichen deutschen Städten.

«Das hat sich sehr gut bewährt», sagt er, «bis mich mein Lieferant hat sitzen lassen.» Was er damit sagen will: Die Kartonfabrik Deisswil wurde 2010 geschlossen. In der von Lingg ausgetüftelten Mischung bindet das Altpapier den Sand, besonders wenn es feucht wird.

Langenthal ist mit seiner Fasnacht also buchstäblich ein gutes Pflaster für eine gute Pflästerung. Jedenfalls dort, wo die Fugen nicht mit Mörtel ausgegossen wurden, wie vor dem Choufhüsi und in der Bahnhofstrasse.

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