Künstlerische Fiktionen in Lotzwil

Lotzwil

Naina Piplani und Michael Kammer verbinden Realität und Fiktion zu einem Spiel von Farben und Formen. Die beiden Melchnauer Künstler gestalten die aktuelle Ausstellung im Atelier Kunstkreis 49 in Lotzwil.

Abstrakte Arbeiten zeigt Naina Piplani derzeit im Kunstkreis 49.

Abstrakte Arbeiten zeigt Naina Piplani derzeit im Kunstkreis 49.

(Bild: Hans Wüthrich)

Fantasievolle Eisenskulpturen, geschmiedet und geschweisst von Michael Kammer, stehen in reizvollem Kontrast zu den farbenkräftigen, dynamischen Bildern von Naina Piplani. «Für mich ist diese Ausstellung hier etwas Besonders, es bedeutet Heimat», sagt die Künstlerin, die 13 Jahre im indischen Delhi gelebt hat und heute in Melchnau wohnt. Dort engagiert sich die 27-Jährige etwa im OK von «Kunst am Schlossberg». Natürlich träume sie davon, ihre Bilder überall zu zeigen, auch international, sagt die Künstlerin, die in London Art und Graphic Design studiert hat.

Piplani malt ganz nach Stimmung, oft mit dem Finger und am liebsten mit dem Spachtel in mehreren Schichten. Sie bevorzugt kräftige Farben, und praktisch in jedem Bild kommt ein wenig Orange vor. Kontrast und Textur verleihen Tiefe.

Bilder ohne Namen

Rolf Frischherz, Präsident des Ateliers Kunstkreis 49, attestiert der jungen Künstlerin eine ungestüme Energie und Dynamik zum Thema Planet Erde oder zu den Aktbildern, die sie immer mit dem gleichen Modell gemalt hat. Sie wählt für ihre Bilder bewusst keine Titel. «Jede Person kann die Bilder individuell wahrnehmen. Dadurch erhalte ich ständig neue Inspiration und Power, tief in die Malerei einzutauchen», erklärt Naina Piplani.

Wegen eines geschäftlichen Events im Ausland war Michael Kammer selbst an der Vernissage verhindert. Seine Lebenspartnerin Helga Würbel stellt den Vernissagebesuchern den Eisenplastiker näher vor: Er stellt aus altem Eisen fantasievolle Skulpturen her. Seinen Bubentraum, Goldschmied zu werden, konnte er nicht verwirklichen. Dieser Traum erklärt jedoch sein filigranes Schaffen etwa bei den «Handwurzeln». Als Anästhesiepfleger besitzt er fundiertes Wissen über die Anatomie. Das wird sichtbar in den Retortenmenschen und Büsten, für die er ausgemusterte Pinzetten, Spritzen und Scheren von Spitälern benutzt.

Fasziniert von der Natur, macht er abends stundenlang Skizzen, die er irgendwann umsetzt in Fabelwesen wie Drachen. Manchmal integriert Kammer auch einen Hammer – er erinnert an seine Tätigkeit als gelernten Zimmermann. Dann trägt der Künstler auch das Schwarze in sich, die Mystik ist allgegenwärtig. Davon zeugen Masken, die ein wenig an die Ausstattung im Film «Fifty Shades of Grey» erinnern. bma

Info: Die Ausstellung dauert bis 27.März. Öffnungszeiten: Sa/So, 14 bis 17 Uhr. Mehr: www.kunstkreis49.com.

bma

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt