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Langnauer Brandstifter weiter in der Therapie

Er hat in Langnau Autos in Brand gesteckt und muss sich nun einer stationären Therapie unterziehen. Dabei bleibt es vorderhand – denn ein echtes Einsehen in seine Probleme habe er nach wie vor nicht, findet auch das Obergericht.

Es bleibt dabei. Der junge Deutsche, der im Juni 2008 in Langnau eine Reihe Autos in Brand gesteckt sowie ein Schaufenster eingetreten hat, wird mit 27 Monaten Freiheitsentzug bestraft. Und er muss – vor allem – seine stationäre Suchttherapie fortsetzen. Zu diesem Zweck sitzt er weiterhin im Massnahmenzentrum St. Johannsen ein.

Das hat gestern das Obergericht entschieden und so das Urteil des Kreisgerichts in Langnau vom letzten Juli bestätigt.

Nur oberflächlich dabei

Den jungen Mann dürfte dieser Bescheid kaum freuen. Denn eigentlich wollte er mit dem Gang ans Obergericht die Entlassung aus der stationären Therapie erreichen. Anfang Woche liess er das Gericht aber plötzlich wissen, dass es ihm nur noch um eine Reduktion der Strafe auf 19 Monate gehe. Er sei «heute der Meinung, dass ihn die Massnahme in St.Johannsen besser auf das Leben nach dem Vollzug vorbereiten kann, als dies ein Aufenthalt in einer Strafvollzugsanstalt könnte», liess er über seinen Anwalt ausrichten.

Die Kehrtwende hat wohl ihren Grund, wie Oberrichter Andreas Weber gestern in seiner Urteilsbegründung durchblicken liess. «Wir haben neue Berichte eingeholt und einen sehr zwiespältigen Eindruck gewonnen.» Oberflächlich lasse sich der Angeschuldigte zwar auf die verordneten Therapien ein, doch eine echte Auseinandersetzung mit sich und seinen Problemen fehle noch immer. So wisse er nach wie vor nicht, «wer er ist und was er im Leben erreichen will» – vor diesem Hintergrund habe er offenbar selber eingesehen, dass es nichts bringe, auf einer Entlassung zu beharren.

Nur im Detail anders

Aber auch beim Strafmass nützte ihm die Intervention nichts. Zwar gewichtete das Obergericht die Elemente, die im Juli zur Freiheitsstrafe von letztlich 27 Monaten geführt hatten, im Einzelnen zum Teil etwas anderes als die Vorinstanz in Langnau. Unter dem Strich, betonte Weber, hielten sich die Abweichungen zu Gunsten und zu Lasten des Angeschuldigten aber die Waage.

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