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Madiswiler blitzt wegen Tötung auch vor Bundesgericht ab

Die Berner Justiz hat einen Oberaargauer Landmaschinenmechaniker zu Recht für die Tötung seiner Schwägerin in Madiswil verurteilt. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde abgewiesen.

Auf diesem Parkplatz hinter dem Coop Madiswil wurde das Auto mit der toten Therese Wyss aus Reisiswil gefunden.
Auf diesem Parkplatz hinter dem Coop Madiswil wurde das Auto mit der toten Therese Wyss aus Reisiswil gefunden.
Tomas Peter

Die Frau war 2007 auf einem Parkplatz in Madiswil erschossen worden. Das Kreisgericht Aarwangen-Wangen hatte den Mann im Frühjahr 2009 wegen vorsätzlicher Tötung zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Berner Obergericht bestätigte das Verdikt im vergangenen Februar. Nun hat auch das Bundesgericht die Beschwerde des mittlerweile 60-jährigen, nicht geständigen Landmaschinenmechanikers abgewiesen.

Starke Indizien

Gemäss den Lausanner Richtern durfte die Berner Justiz aufgrund der Indizien davon ausgehen, dass der Mann Ende Oktober 2007 auf dem Parkplatz hinter dem Coop in Madiswil seine Schwägerin in deren Wagen erschossen hatte. Die damals 47-Jährige hatte zuvor Mann und Kinder verlassen. Der Bruder hatte ebenfalls auf dem Hof der Familie gelebt und den Wegzug seiner Schwägerin, zu der er ein enges Verhältnis gepflegt hatte, nicht verkraftet.

Nach Ansicht des Bundesgerichts darf als erwiesen gelten, dass sich der Beschwerdeführer auf den 31. Oktober mittags mit dem späteren Opfer auf dem Parkplatz verabredet hat. Ab dem Zeitpunkt dieses Treffens habe das Opfer, das erst fünf Tage später tot in seinem Auto aufgefunden worden sei, keine Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Zu berücksichtigen ist laut dem höchstrichterlichen Urteil weiter das Tatmotiv des Verurteilten, der zur Schwägerin eine emotionale Beziehung gepflegt und die Frau nach dem Wegzug auch bedroht hatte. Entsprechende Todesdrohungen habe er bereits gegenüber seiner früheren Ehefrau ausgestossen. Im Übrigen habe der Verurteilte teilweise klar widersprüchlich oder lügenhaft ausgesagt. Insgesamt sei mit dem Schuldspruch der Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» nicht verletzt worden.

Nun nach Strassburg?

Pflichtverteidiger Ulrich Kiener (Heimiswil) zeigte sich enttäuscht vom höchstrichterlichen Entscheid. «Es erstaunt mich, wie wenig Beweismaterial dem Bundesgericht für eine Verurteilung genügt.» Kiener schliesst nicht aus, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof in Strassburg zu ziehen.

SDA/BZ

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