Nach einer Saison wird das Bett teurer

Burgdorf

Das jüngste Hotel der Emmestadt startet in seine zweite Saison. Die Zimmerpreise gehen bis zu 15 Prozent rauf. Geschäftsführerin Heidi Beyeler zieht eine positive Bilanz der ersten Monate.

Heidi Beyeler, Geschäftsführerin des Hotel Orchidee, blickt gespannt dem zweiten Jahr des Betriebs entgegen.

Heidi Beyeler, Geschäftsführerin des Hotel Orchidee, blickt gespannt dem zweiten Jahr des Betriebs entgegen.

(Bild: Thomas Peter)

Derzeit steigen im Hotel Orchidee in der Burgdorfer Oberstadt keine Gäste ab. Der Betrieb an der Schmiedengasse 20 ist bis zum 27.Januar geschlossen. Doch tote Hose herrscht in der ehemaligen Manor-Liegenschaft nicht: Geschäftsführerin Heidi Beyeler schaut zum Rechten, damit das Hotel, das im Mai 2013 seine Pforten öffnete, für den Start seiner zweiten Saison gut im Schuss ist.

Laut Beyeler gibt es einige Anpassungen: Beispielsweise werde die Speisekarte des Restaurants angepasst. «Wir vereinfachen die Abendkarte», zudem wolle man stärker auf saisonale Produkte setzen und die Karte so konzipieren, dass die Speisen untereinander besser kombinierbar sind.

Mehr Leistung kostet mehr

Doch nicht nur für den Magen, sondern auch für den Geldbeutel wird es Anpassungen geben: Das Hotel erhöht nach nicht einmal einem Jahr bereits die Preise – und das teils stark: Das Einzelzimmer kostet neu 155 statt 135 Franken – das ist eine Steigerung von knapp 15 Prozent. Für das Doppelzimmer müssen neu 195 statt 185 und für das Dreierzimmer 235 statt 220 Franken bezahlt werden. Ein Grund dafür sei, so Beyeler, dass in den Zimmern diverse Anpassungen nötig seien: «Bisher standen dort kleine Tischchen. Businesskunden, unsere Hauptzielgruppe, wünschen sich aber grössere Schreibtische, an denen sie auch arbeiten können.» Ausserdem rüste man die Zimmer mit einem zweiten Sessel aus.

Angst, dass die Preiserhöhung Gäste abschrecken könnte, hat Beyeler nicht: «Wir sind weiterhin günstiger als unsere Hauptkonkurrenten.» In der Tat kosten die Zimmer im Hotel Orchidee immer noch weniger als jene in den Hotels Berchtold und Stadthaus (s. Kasten). In Bälde wird zudem klar sein, wie viele Sterne die Hotelfassade zieren werden: Die Klassifikation findet Anfang Februar statt. «Wir rechnen mit drei Sternen und hoffen auf drei Sterne plus», sagt Heidi Beyeler.

Mit der vergangenen Saison ist Geschäftsführerin Beyeler sehr zufrieden: Die Auslastung betrug im Schnitt 68 Prozent – «wir haben mit 52 Prozent gerechnet». Neun von zehn Gästen seien Geschäftskunden gewesen. «Am Wochenende profitierten wir von Herzroute-Touristen.» Ein Grund dafür sei sicherlich, dass das Hotel einen Veloraum und eine Ladestation für die E-Bikes anbiete.

Eine Besonderheit des Hotels ist, dass dort Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen arbeiten: Bei den insgesamt 15 Angestellten ist dies bei deren 4 der Fall. Diese sind fest angestellt und arbeiten in der Küche und auf der Etage. «Diese Leute sind seit August im Einsatz. Wir sind zufrieden, wie es gelaufen ist», sagt Beyeler. Hinter der Aktiengesellschaft steht die Stiftung Lebensart, der auch die Heimstätte Bärau angeschlossen ist.

Der Gast blieb draussen

Trotz der positiven Bilanz: Das Hotel Orchidee war, wie dies bei neu eröffneten Betrieben üblich ist, nicht vor Kinderkrankheiten gefeit. «In der ersten Woche konnte ein Gast nicht mehr in sein Zimmer zurück.» Der Grund: Er hatte seine Zutrittskarte in seinem Raum liegen lassen. Dummerweise sei das Schliesssystem falsch programmiert gewesen, was dazu geführt habe, dass auch die Hotelangestellten die Türe nicht mehr hätten öffnen können. «Die Habseligkeiten des Gastes waren eingeschlossen, und wir mussten ihn in ein anderes Zimmer umquartieren.»

Konsequenzen hatte dieser Vorfall für das Hotel nicht: «Der Gast steigt glücklicherweise immer noch bei uns ab», erzählt Beyeler.

Im Rückblick würde Beyeler ein anderes Schliesssystem einbauen. Das Problem des Kartensystems sei, dass sich die Gäste aus dem Zimmer ausschliessen könnten. Das führe mitunter zu Umtrieben, denn die Réception sei im 15-Zimmer-Hotel nicht durchgehend besetzt. «Schlüssel wären die bessere Lösung», aber das System lasse sich nun nicht einfach so ändern.

Berner Zeitung

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