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Polizist für jedes Dorf gefordert

Jedes Dorf soll einen eigenen Polizisten bekommen, der für Ordnung sorgt: Das fordert der Gemeinderat von Trubschachen.

Der Gemeinderat wehrte sich nach Kräften, als die Kantonspolizei den Posten in Trubschachen schloss. Seither sind vier Jahre vergangen – und viele Befürchtungen seien eingetroffen, bilanziert der Rat heute. «Verstösse gegen die öffentliche Ordnung, Vandalenakte und Übertretungen der Verkehrsregeln auf Gemeindegebiet bleiben ungeahndet. Die Polizei ist kaum präsent, es fehlt eine Respektsperson mit Autorität.»

An der Arbeitstagung der Oberemmentaler Gemeinden lancierte Trubschachen nun eine Forderung: Jede Gemeinde solle einen eigenen Polizisten bekommen. Einen Freund und Helfer, eine Autoritätsperson, die Vandalenakten nachgehe, Raser zur Rechenschaft ziehe oder Töfflibuben zur Vernunft bringe. «Gerade den Jugendlichen werden keine Grenzen mehr gesetzt, wenn die Polizei nicht präsent ist», findet Trubschachens Gemeindepräsident Michel Seiler. Denn die Gesellschaft wandle sich: «Wir werden immer mehr zu Meistern im Wegschauen. Das Hinschauen fällt uns schwer.»

«Das allein reicht nicht»

Langnau hat oft mit Vandalen und Chaoten zu kämpfen. Deshalb engagiert die Gemeinde an den Wochenenden Securitas-Patrouillen. «Dadurch hat sich die Situation an einigen Orten tatsächlich gebessert», so Gemeindepräsident Bernhard Antener. Es brauche aber auch unterstützende Massnahmen wie mobile Jugendarbeit oder Jugendtreffs. «Securitas oder Polizei allein kann die Probleme nicht lösen.» Abgesehen davon habe jeder Polizist auch Freizeit. «Wenn die Polizei an einem Ort 24 Stunden präsent sein soll, muss sie mehr als einen Mann anstellen.»

«Wir müssen mehr hinschauen», forderte Bernhard Antener. Ähnlich sah es der Truber Gemeindepräsident Hans-Rudolf Schwarz. In «seinem» Dorf verursachten Vandalen gegen 10'000 Franken Schaden. «Daraufhin hielten wir die Augen offen, informierten die Presse und machten Anzeige gegen unbekannt.»

Prompt konnten die jungen Vandalen dingfest gemacht werden. Sie mussten einen Samstag lang gemeinnützige Arbeit leisten – und je länger der Tag dauerte, umso mehr Spass bekamen sie an der Arbeit. «Ziel erfüllt.»

Andere Lösungen

«Ein Landjäger für jede Gemeinde»: Die Forderung hat – wie die Diskussion an der Arbeitstagung zeigte – wohl wenig Chancen. Die Oberemmentaler Gemeinden sind aber bereit, unter der Federführung von Trubschachen gemeinsame Lösungen zu suchen.

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