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Trotz Gegnern: Fussweg soll weg

Der Lotzwiler Gemeinderat will das Wegrecht durch das Areal der Drahtziegelfabrik SDL aufheben. Die Anwohner ärgern sich: Ihre Anliegen würden im Gegensatz zu den Bauplänen der SDL keine Beachtung finden bei den Behörden.

Das Fusswegrecht vom Lotzwiler Beundenrain über das Areal der Drahtziegelfabrik SDL in die Wässermatten soll aufgehoben werden. Respektive verlegt. «Analog der Wanderwegroute» über den Allmenweg, wie es im Baugesuch heisst. SDL und Gemeinderat hoffen, damit ein langjähriges Problem lösen zu können. Wegen des Weges über das Firmenareal ist es wiederholt zu Reklamationen gekommen. Erst im Frühling wieder, als eine Ladebrücke der SDL neben dem Fussweg hinunter ins angrenzende Landstück fiel.

Brisantes Detail: Die Wegverlegung kam bereits vor einem Jahr zur Sprache. Im Rahmen der geplanten Umzonung eines Teils der Wässermatten (Landschaftsschutzgebiet A mit Bauverbot) für eine Erweiterung der SDL hätte der Fussweg weichen sollen.

18 Mitwirkungen wurden eingereicht. Darunter eine Sammeleingabe mit 172 Unterschriften. Die Zeichnenden forderten nicht nur den «uneingeschränkten Schutz der Wässermatten», sondern auch den Erhalt des bestehenden Wegrechts.

Ein Jahr später bleibt die geplante Aufhebung des Fussweges nicht weniger umstritten. Und nicht zum ersten Mal wird in Lotzwil heftige Kritik an den Verantwortlichen der SDL und am Gemeinderat laut.

Auflagen nicht erfüllt

Der Gemeinderat mache es sich zu einfach, wenn er den Weg einfach aufheben wolle, heisst es im Dorf. Denn an Sicherheit fehle es nicht primär, weil der Weg über ein Firmenareal führe, sondern weil die SDL ihre Versprechen nie eingehalten habe.

Bereits 1997, als die Drahtziegelfabrik für ihr heutiges Hauptgeschäft, die Verzinkerei und Oberflächenbeschichtung, eine neue Halle bauen wollte, kam es zu Einsprachen. Die Baubewilligung erfolgte unter Auflagen: So hielt die kantonale Abteilung für Umweltschutz schon damals fest, dass der Güterumschlag künftig im Halleninnern stattfinden muss und vor und neben der Halle keine Roh- und Fertiglager aufgestellt werden dürfen. Auch der Erhalt des Fussweges wurde zur Bedingung für die Baubewilligung. Die Auflagen seien nie erfüllt worden, sagen Anwohner. Auch betreffend Wegrecht seien der SDL Vorgaben gemacht worden, weiss Wegmeister Andreas Sägesser. «Sie hätte am Rand ihres Areals 80 Zentimeter Weg markieren müssen.» Eine Markierung aber gibt es bis heute nicht. Die Fussgänger bahnen sich ihren Weg selbst – zwischen Lastwagen und Rohmaterialien hindurch. «Alle Versprechen, die uns gemacht wurden, nützen nichts, wenn keiner schaut, dass sie eingehalten werden», ärgert sich Anwohnerin Eva Lehner.

Umweg «zumutbar»

Überrascht über die Vorwürfe zeigt sich SDL-Geschäftsführer Reto Thomi. Er sei erst seit fünf Jahren im Betrieb und wisse nichts von Auflagen. Klar sei für ihn, dass ein Fussweg nicht über den Umschlagplatz führen dürfe. Denn haltbar sei der heutige Zustand auch für ihn nicht. «Die Frage ist schon, wer haftbar ist, wenn einmal etwas passiert.»

Auch Gemeindepräsident Beat Luder (SVP) weiss offenbar nichts von den Versprechen der Vergangenheit. Er betont: Die Anwohner hätten sich über die fehlende Sicherheit auf dem Weg beklagt. «Jetzt wollen sie den Weg behalten, das ist doch ein Widerspruch», sagt Luder.

Hans-Rudolf Markwalder vom zuständigen Planungsbüro rechnet der geplanten Wegverlegung gute Chancen zu. Der Wanderweg, der früher ebenfalls übers Firmenareal führte, sei bereits auf den Allmenweg verlegt worden, ruft er in Erinnerung. Der kleine Umweg sei zumutbar. Zumal die SDL nur dank eines Ausbaus ihre Platzprobleme beheben und so die heute auch für die Anwohner unzufriedenstellende Situation ändern könne.

Noch wird der Fussweg vom Beundenrain in die Wässermatten rege genutzt. 20 bis 30 Passanten seien es täglich, sagt Wegmeister Sägesser. Nicht nur Anwohner des Beundenrains, sondern auch Bewohner der anderen Quartiere östlich der Langenthalstrasse und viele Langenthaler.

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