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Vier Franken für ein Mittagessen

«Was kaufe ich mit wenig Geld ein, um ein nahrhaftes Essen zubereiten zu können?» Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Berufsschule Emmental auf einem Hof in Sumiswald.

Es ist früh am Morgen. Auf den Parkplatz beim Forum in Sumiswald fährt ein Bus. Er bringt die Berufsschüler des ersten KV-Lehrjahres an den Ausgangspunkt ihres Eventtages.

Es sei wahrscheinlich für den einen oder die andere «nicht wirklich einfach, um diese Zeit, und erst noch an einem Samstag, anzutraben», vermutet Klassenlehrer Adrian Friedli. Aber sie kommen alle. «Meine Klasse zählt 19 Schüler, wir haben Vollbestand», stellt Friedli nach dem Appell erfreut fest.

Historische Stätte

Jetzt geht alles ganz schnell. Klassenweise wird ausgeschwärmt. Ziel ist ein Bauernhof in der näheren Umgebung. Nach einem Fussmarsch von gut einer halben Stunde erreicht Friedli mit seiner Klasse den Hof von Hans und Gertrud Haslebacher. Hier auf dem Haslebacher-Hof lebte vor fast 450 Jahren Hans Haslibacher. Dieser wurde, wie die gebannt lauschenden Lernenden erfahren, 1571 in Bern als letzter Täufer offiziell geköpft.

Im Speicher wartet ein Burezmorge auf die Ankömmlinge. Die Stimmung ist ruhig. «Das ist ja fast wie im Hotel», wirft einer in die Runde. Gertrud Haslebacher erzählt den jungen Berufsleuten von den Täufern sowie der Situation der Bauern.

Für das Mittagessen, das später am offenen Feuer zubereitet wird, müssen die Teilnehmer die Ware vor Ort beim Bauern einkaufen. Das Ganze hat aber einen Haken. Jeder Schüler hat einen Bon für vier Franken. Es stellt sich die Frage: Was und für wie viel kaufe ich ein?

Für alle auf einmal

Die Klasse legt das Geld zusammen und tätigt einen Grosseinkauf. Wienerli, Brot und zehn Liter Süssmost gehen zuerst über den Ladentisch. «So haben alle am meisten zu essen», sagt die 16-jährige Martina Schlapbach aus Worb. Bouillonwürfel, Salz, ein paar Kartoffeln und Karotten ergänzen den Einkauf. Kohl, Sellerie, Zwiebeln und Lauch bleiben liegen.

Da nicht alle Landwirte dieselben Waren feil geboten haben, erwägt die Klasse von Adrian Friedli, mit anderen Klassen einen Tauschhandel zu betreiben. Mit dem Rest aus der Kasse kann dann noch bei einer anderen Klasse gepostet werden. Anschliessend steht einem ausgewogenen Essen nichts mehr im Wege.

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