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Warum die «Lueg» aus der Gourmet-Bibel verschwunden ist

Vor einem Jahr feierte der Landgasthof Lueg den 15.«Gault Millau»-Punkt. Jetzt, in der neusten Ausgabe des Gourmetführers, ist die Lueg nicht mehr aufgeführt. Der Grund: Koch Stefan Kläy ist abgesprungen.

Urs Egli
Der Landgasthof Lueg steht vorübergehend ohne Punkte da.
Der Landgasthof Lueg steht vorübergehend ohne Punkte da.

So schnell kann es gehen: Just vor einem Jahr feierte Küchenchef Stefan Kläy im Landgasthof Lueg den 15.Punkt des Gastronomieführers «Gault Millau». Und er versprach: «Ich werde der Lueg noch etwas erhalten bleiben.» Das «etwas» dauerte nicht einmal ein Jahr. Ende August hat der gebürtige Heimiswiler der Lueg nach zweieinhalb Jahren den Rücken gekehrt. Zusammen mit Martina von Deschwanden eröffnet er im November das Restaurant Schönbühl in Adelboden.

Dass der Landgasthof Lueg im «Gault Millau» 2015 nicht mehr als Gourmettempel aufgeführt ist, wundert Geschäftsführer Josef Bieler nicht: «Wir haben ‹Gault Millau› mitgeteilt, dass es in der Küche zu einem Wechsel kommt.» Also seien die Testesser nicht mehr auf der Lueg erschienen, und deshalb sei sein Betrieb nicht mehr bewertet worden. «Wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken», sagt Bieler.

Marc Schärli werde jetzt als neuer Chefkoch für Qualität in der Küche sorgen. Sicher sei, dass das Gourmetmenü weiterhin angeboten werde, allerdings mit leicht reduzierten Preisen. Ob die Lueg im nächsten Jahr beim «Gault Millau» wieder punkten kann, wird man sehen. 15 Punkte müssten es nicht sein, betont Bieler, «wir wären auch mit 13 Punkten zufrieden».

Punkteverlust für Restaurant Zur Gedult

Mit 13 Punkten muss sich jetzt auch Pablo Alonso zufriedengeben. «Ich bin sehr enttäuscht und konnte es fast nicht glauben», reagiert der Chef des Burgdorfer Restaurants Zur Gedult auf den Punktverlust im Gourmetführer. Seine Frau Martina Stoll und er hätten in jeder Beziehung ein gutes Jahr gehabt. Er nehme die Kritik «sehr ernst», werde sein Konzept aber nicht ändern.

Viele zufriedene Stammkunden zeigten, dass sie auf dem richtigen Weg seien. Jedoch: «Wir werden jetzt einen Zacken zulegen.» Dies wird auch nötig sein, zumal die Testesser an Alonsos Kochkunst keine Freude hatten: «Der Seeteufel entpuppte sich als zu trocken; dekoriert war er mit einer Hummersauce, die vor allem nach Tomatenpüree schmeckte.»

Einen Zacken zugelegt hat Adrian Baumgartner im Platanenhof in Kirchberg. Mit 12 von maximal 20 Punkten erscheint sein Restaurant zum ersten Mal im «Gault Millau»: «Das ist sehr positiv und freut uns.» Nicht erfreut ist er dagegen vom Bericht der Testesser. Dieser habe ihn «schockiert». Das Carpaccio vom Thunfisch und der Couscous-Salat wurde als «nicht gerade der Gipfel an Kreativität» empfunden. Und: «Der Hauptgang () war tadellos gemacht, aber besonders aufregend war er nicht.»

Das Stadthaus Burgdorf, das vor einem Jahr auf 13 Punkte zurückgestuft wurde, wird heuer von den Testessern gelobt. Chefkoch Christian Bolliger habe «das Lokal wieder auf Vordermann gebracht.» Die Voraussetzungen für den Wiederaufstieg «zu alter Grösse sind da.» Bolliger ist denn auch «sehr zufrieden».

«Mit sehr viel Freude» hat Daniel Lehmann vom Hotel Moosegg in Emmenmatt auf den gewonnenen 16.«Gault Millau»-Punkt reagiert. «Das ist eine Riesensache und eine schöne Bestätigung unserer Büez.»

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