Eine Klasse im Schatzfieber

Hindelbank

Die Fünft- und Sechstklässler der Primarschule Hindelbank haben sich von der Sommeraktion dieser Zeitung inspirieren lassen – und eine eigene Schatzsuche auf die Beine gestellt.

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Die Schatzsuche dieser Zeitung war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Über 33'000 Leserinnen und Leser waren während der Sommerferien auf einer der fünf Routen in Bern, Thun, Walkringen, Wangen an der Aare oder im Diemtigtal unterwegs. Unter ihnen auch die Fünft- und Sechstklässler der Primarschule Hindelbank.

Die 22 Schülerinnen und Schüler knackten nicht nur den Code zur jeweiligen Schatztruhe, sondern liessen sich von der Sommeraktion dieser Zeitung auch inspirieren.Und so hat Hindelbank nun seine eigene Schatzsuche. Doch der Reihe nach.

Vier Monate intensive Arbeit

«Wir haben Ihre Schatzkarte gesehen und fanden sie so toll, dass wir eine eigene Schatzkarte durch Hindelbank entwickelten.» Das steht im Brief, den das «Forum» von den Primarschülerinnen und -schülern der fünften und sechsten Klasse in Hindelbank erhalten hat.

Beigelegt war dem Schreiben ein Exemplar der Schatzkarte. Unsere Neugierde war geweckt – und so statteten wir der Schule einen Besuch ab. Vor Ort erfahren wir, dass Silas Bühler der Initiant des Projekts war. «Ich hatte die Idee einer Schatzsuche in Hindelbank und habe dem Klassenrat den Vorschlag gemacht, diese im Unterricht umzusetzen», erzählt der Sechstklässler.

Zuvor hatte er mit seiner Familie sämtliche fünf Routen der BZ-Schatzsuche absolviert. Als auch Klassenlehrerin Karin Stoller zustimmt, steht dem Projekt nichts mehr im Weg. Das war Mitte August.

Nun, fast vier Monate später, steht die Route. «Am Samstag waren in Hindelbank die ersten Schatzsucher unterwegs», erzählt uns der Fünftklässler Luca Neuenschwander.

Das Projekt findet Anklang

«Meistens haben wir am Dienstagnachmittag, im Zeichnen und im NMM-Unterricht, an der Schatzsuche gearbeitet, eigentlich wöchentlich», erzählt Malu Sommer. Die Frage, ob die Arbeit am Projekt mehr Spass gemacht habe als der eigentliche Unterricht, bejaht nicht nur die Sechstklässlerin, sondern mit ihr die ganze Klasse.

«Die Schülerinnen und Schüler haben sogar ihre Freizeit für das Projekt geopfert.»Klassenlehrerin Karin Stoller

Lehrerin Karin Stoller ist stolz auf ihre Klasse. Es habe sich eine richtige Eigendynamik entwickelt. Am Schluss habe sie nicht mehr alle Fäden in der Hand gehabt, gibt sie unumwunden zu. «Die Schülerinnen und Schüler haben sogar ihre Freizeit für das Projekt geopfert.» Insbesondere für die Sponsorensuche. «Wir sind mit einem Brief bei Geschäften im Dorf vorbeigegangen», erzählt die Fünftklässlerin Antonia Karle.

Absagen habe es keine gegeben. Die Idee fand überall Anklang. Auch in Krauchthal und Schleumen. Sogar in Jegenstorf konnte ein Sponsor gewonnen werden. Und so kamen «Schätze» wie Süssigkeiten, Schreib- und Bastelwaren, Plüschtierli und sogar Frühstücksgutscheine für die Truhe zusammen. Aber auch Geld, mussten doch die 42×60 cm grossen Karten noch gedruckt werden. Insgesamt 130 Exemplare konnten so dank Sponsoren in Auftrag gegeben werden.

Am meisten Spass aber, da sind sich alle einig, habe das Ausarbeiten der Routen und das Erstellen der Rätsel gemacht. Schliesslich designten mit Aline Beroud und Malu Sommer zwei Schülerinnen noch ein Maskottchen. Und so fehlte für die Schatzsuche in Hindelbank nur noch ein passender Name. «Weil es gut zum Maskottchen passt und in Anlehnung an die Foxtrails, die es bereits gibt, haben wir uns für den Namen ‹Mr. Schnauz Trail› entschieden», sagt Silas Bühler.

Hoffen auf besseres Wetter

Am Fliederweg müssen Garagentore gezählt werden, beim Bärmattweg Bären an der Hauswand, bei der Hauptstrasse die Anzahl Streifen des Fussgängerstreifens, andernorts muss die Jahrzahl an einem Brunnen notiert werden oder die Anzahl Hufeisen an einem Haus: Die Schatzroute führt an vielen Häusern der Schülerinnen und Schüler vorbei.

Und auch die Schatztruhe befindet sich bei einem Schüler zu Hause, so viel sei an dieser Stelle verraten. Und sie muss natürlich immer wieder mit neuen Preisen ­gefüttert, sprich betreut werden. Deshalb ist die Suche auch zeitlich begrenzt.

Mit Elina Liechti und Alissa Brenzikofer haben erst zwei Schülerinnen die Schatzroute mit ihren Familien absolviert, bei Wind, Schnee und Regen. Das Wetter ist schuld, dass zum Auftakt nur wenige Schatzsucher unterwegs waren.

Besseres Wetter ist denn auch der grösste Wunsch der Schülerinnen und Schüler – und dass in Hindelbank im nächsten Jahr eine BZ-Schatzsuche stattfindet. Wobei, die Messlatte liegt nun sehr hoch...

Berner Zeitung

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