Ab Herbst 2019 wird gebaut

Burgdorf

22 Millionen Franken investiert die BLS in den Neubau des Bahnhofs Steinhof. Die Perrons werden entsprechend den neuen ­Zügen verlängert und sind auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Im Mai 2021 soll die Anlage fertiggestellt sein.

<b>Hell, lichtdurchflutet und behindertengängig</b> wird sich der neue Bahnhof Steinhof präsentieren.

Hell, lichtdurchflutet und behindertengängig wird sich der neue Bahnhof Steinhof präsentieren.

(Bild: zvg/BLS)

In der seit Jahren aufstrebenden und mittlerweile mehr als 16 000 Einwohner zählenden Stadt Burgdorf fristet der Bahnhof Steinhof ein Schattendasein. Wohl wird die Station von Bewohnern des Steinhofquartiers, Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums BZ Emme sowie von Mitarbeitern und Besuchern des Spitals Emmental ­genutzt. Doch bezüglich Infrastruktur ist der Bahnhof in einer früheren Zeit stehen geblieben. Das soll sich jetzt ändern.

Das Bahnunternehmen BLS hat am Montag seine Pläne öffentlich aufgelegt. Bekannt ist zwar seit längerem, dass die Perrons des Bahnhofs Steinhof um 250 Meter in Richtung Oberburg verschoben und die heutigen Gebäude der Station abgebrochen werden.

Die frei werdende Fläche wird danach von den Landeigentümern überbaut. Entstehen sollen etwa 100 Wohnungen und Raum für Gewerbe (Projekt Q34). Zur Überbauungsordnung ist eine öffentliche Mitwirkung geplant. (wir berichteten). Neu sind jetzt die Detailpläne der BLS.

Viel zu kurze Bahnsteige

Aktiv wurde die BLS aus verschiedenen Gründen. Zum einen entspricht der Bahnhof, dessen Perrons nur über Treppen erreicht werden können – für Rollstuhlfahrer also nicht erreichbar sind – nicht den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes. Zum anderen sind die Perrons mit einer Länge von 90 Metern zu kurz für das aktuelle Rollmaterial.

Die Züge der S-Bahnlinie 44 sind bis 124 Meter lang, jene der Linie S 4 minimal 115 und maximal 154 Meter lang. Einzig die Regionalzüge Solothurn–Burgdorf–Thun können mit einer Länge von 75 Metern an den bestehenden Perrons abgefertigt werden.

Die Barriere wird bleiben, das alte Bahnhofgebäude wird in wenigen Jahren abgebrochen. Foto: Thomas Peter

Mit der neuen S-Bahnstation können alle diese Negativa eliminiert werden. Zu stehen kommt sie unmittelbar nach dem Bahnübergang Zähringerstrasse, just zwischen dem BZ Emme und der Überbauung Hofguet, die derzeit realisiert wird. Da es kein Mittelperron mehr hat, steigen die Passagiere künftig auf Seite Ludwig-Schläfli-Weg beziehungsweise Zähringerstrasse zu.

Die beiden via Treppen und Rampen erreichbaren Perrons haben eine Länge von 150 Metern, doch könnten diese zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf auf 220 Meter verlängert werden. Auf der Nordseite ist das Perrondach 55 Meter lang, jenes auf Seite BZ Emme knapp 82 Meter.

Mehr Veloparkplätze

Der neue Bahnhof macht zudem Anpassungen in der Umgebung nötig, damit die Zugänge zu den Perrons, Parkplätzen und ­Veloabstellplätzen gewährleistet sind. Zudem plant die Stadt an der Zähringerstrasse Verkehrsberuhigungsmassnahmen.

Ein Behindertenparkplatz wird auf dem Ludwig-Schläfli-Weg angeordnet, die Mobility-Parkplätze auf der Zähringerstrasse und die heutige Park-and-Ride-Anlage wird auf dem Areal der geplanten Steinhof-Überbauung Q34 oberirdisch angeordnet werden.

Beidseits des Bahnhofs werden Velounterstände gebaut. 150 Plätze sollen dann zur Verfügung stehen. «Dies entspricht einer Verdoppelung der heutigen Nachfrage», heisst es im Projektbeschrieb der BLS. Durch die Verlegung des Bahnhofs wird der Fuss- und Radweg in Richtung Spital tangiert, weshalb dieser auf einer Länge von 170 Metern geändert werden muss.

Bis die S-Bahn-Station genutzt werden kann, bleibt das heutige Mittelperron, das mit der Treppe erschlossen ist, in Betrieb. Die neue Personenunterführung soll gemäss Planung 4,5 Meter breit und mindestens 2,9 Meter hoch sein. Die BLS geht davon aus, dass durch die «Verschlankung der Anlage» die Unterhaltskosten sinken.

Betriebsstart in drei Jahren

Der Bau des neuen Bahnhofs Steinhof soll im September 2019 beginnen und im Mai 2021 abgeschlossen sein. Das bernische Bahnunternehmen rechnet mit Gesamtkosten von 22,2 Millionen Franken.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt