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Anwohner lehnen das RBS-Depot immer noch ab

Die Gegner sind enttäuscht, der RBS ist halbwegs zufrieden. Ein halbes Jahr lang haben Vertreter des Bahnunternehmens, der Gemeinde Bätterkinden und der Bevölkerung über den Bau eines Depots beim Bahnhof diskutiert.

Der Neubau soll möglichst nah an der Kartoffelzentrale (langes Gebäude rechts) gebaut werden, um die Anwohner vor Lärm zu schützen.
Der Neubau soll möglichst nah an der Kartoffelzentrale (langes Gebäude rechts) gebaut werden, um die Anwohner vor Lärm zu schützen.
Thomas Peter

Fünf Workshops wurden in Bätterkinden durchgeführt, um die Ausgestaltung eines Bahndepots sowie weitere Pläne des Re­gionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) zu diskutieren. Ein gutschweizerischer Kompromiss oder sogar eine Einigung konnte nicht erzielt werden, wie die Beteiligten diese Woche mitteilten.

Die Gemütslage ist unterschiedlich: Alt-Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher, Moderator der eingesetzten Begleitgruppe, schreibt von einer «intensiven Auseinandersetzung». Auch wenn die Meinungen unterschiedlich seien, werde innerhalb der Projektbegleitgruppe nach wie vor offen diskutiert, so Grossenbacher.

Der RBS schreibt, es hätten ­viele positive Anregungen aufgenommen werden können. Diese sollen nun im geplanten Architekturwettbewerb Eingang finden. Der Wettbewerb ist bereits auf der elektronischen Beschaffungsplattform des Bundes (Simap) ausgeschrieben worden.

Die Gemeinde und auch die Interessengemeinschaft (IG) Bätterkinden sind hingegen wenig begeistert von den erzielten Resultaten: Beide Parteien lehnen in ihren Schreiben ein Bahndepot am Standort Leimgrube neben der Kartoffelzentrale Bätterkinden weiterhin ab.

Teilabsenkung der Zufahrt

Der RBS hat in einigen Punkten signalisiert, den Depotgegnern entgegenzukommen. So wurde entschieden, eine Teilabsenkung der Zufahrt vertieft zu prüfen. Das Depotgebäude solle zudem möglichst nahe an die Kartoffelzentrale rücken, teilt das Bahnunternehmen mit. Auch bezüglich Lärm- und Lichtemissionen will es die Anwohner schützen.

Der RBS habe zugesichert, die gesetzlichen Grenzwerte nicht nur einzuhalten, sondern die Emissionen auf ein Minimum zu ­reduzieren. Einerseits durch verträgliche Beleuchtung des Areals, andererseits durch geeignete Lärmschutzmassnahmen wie einen Erdwall oder eine Wand.

Allerdings bedeuteten die Anpassungen auch, dass für das Depot mehr Land benötigt werde als bisher angenommen. Bei der ursprünglichen Variante ging der RBS von etwas über vier Hektaren aus. Nun werde man etwa fünf Hektaren benötigen.

David gegen Goliath

Die Vertreter der Bevölkerung sind damit auch jetzt noch nicht zufrieden. Die IG schreibt von einem Kampf David gegen Goliath, den sie weiterkämpfen wolle mit dem Ziel, einen besser geeigneten Standort zu erreichen. Den Standort Leimgrube erachten die Gegner nach wie vor als falsch.

Ein Depot verursache ­hohe Lärmemissionen in unmittelbarer Nähe von Wohnzonen. Das Landschaftsbild werde zerstört und die Zukunftsentwicklung des Dorfes verunmöglicht. Richtung Westen werde bestes Industrie- und auch Bauland in Bahnhof­nähe verschwendet, schreibt die IG in einer Stellungnahme. Schliesslich ist sie der Meinung, der Flächenbedarf für das Depot sei zu hoch.

Gemeinde ist resigniert

Die Gemeinde sieht ebenfalls noch immer keinen Grund, dem Projekt positiv gegenüberzustehen. «Zu viele Fragen sind für uns noch offen. Zudem erscheint der Behörde nach wie vor jeder Standort im Gemeindegebiet als ungeeignet», schreibt der Gemeinderat.

Es wäre falsch, der besten aller schlechten Varianten zuzustimmen. Und schliesslich übt die Gemeinde auch Kritik am geplanten Vorgehen: «Obschon unserer Meinung nach noch zahlreiche Unklarheiten vorliegen, soll der definitive Eintrag in den kantonalen Richtplan bereits Ende Sommer erfolgen.»

Dieser Eintrag ist Bedingung, dass der RBS überhaupt ein Depot in Bätterkinden bauen darf. Der Regierungsrat hat den Standort erst provisorisch in den Richtplan aufgenommen und verlangt, dass weitere Abklärungen getätigt werden.

Die Stellungnahme der Gemeinde deutet letztlich bereits auf Resignation hin: «Wir sehen keine Möglichkeit, das Depot in ­Bätterkinden zu verhindern», schreibt sie zum Schluss. Der nächste Schritt ist nun ein Informationsanlass am 23. August. Dann wird die Bevölkerung über die Arbeit der Projektbegleitgruppe orientiert.

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