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Auf zu sportlichen Taten

Das Dolcefarniente ist selbst in den Sommerferien nicht das oberste Ziel der Stadtregierung. Biken, paddeln, wandern und bergsteigen ist angesagt. Immerhin: Die Seele baumeln lassen wollen alle – mehr oder weniger.

Hart war die Zeit und monatelang der Kampf, bis die Schlacht gewonnen und der Sitz im Trockenen war. Der Kampf um die sechs Gemeinderatssitze und um den Thron des Burgdorfer Stadtoberhaupts hat Energie gekostet, an der Substanz gezehrt. Doch nun, ein gutes halbes Jahr nach dem Amtsantritt, könnten die drei Damen und die vier Herren in der Exekutive ihre Batterien wieder aufladen und die Sommerferien in vollen Zügen geniessen. Geniessen! Doch davon kann nur ansatzweise die Rede sein.

Erholung auf dem Bike

Stefan Berger (SP), der sich im letzten Herbst mit Francesco Rappa (BDP) um das Stadtpräsidium duellierte, am 27. November dann aber als klarer Sieger aus dem Kampf hervorging, sagt zwar: «Man kann sehr wohl auch in Burgdorf Ferien machen.» Und das will er in seiner zweiten Urlaubswoche denn auch tatsächlich tun. Erholung finde er im Wald, beim Joggen und auf dem Balkon.

Die erste Woche seiner Ferien geht Berger allerdings gar stotzig an: «Ich werde in den Bergen Mountainbiketouren unternehmen.» Seiner Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit bewusst, präzisiert das Stadtoberhaupt: «Auf Downhill werde ich verzichten.»

Anstrengende Wanderung

Ebenfalls in die Berge zieht es den grünliberalen Gemeinderat Christoph Grimm. Auf seine Ferienpläne angesprochen, meint er lachend: «Ich bin Lehrer, ich habe fünf Wochen Ferien.» Doch die ganze Zeit auf der faulen Haut liegen wird er nicht, das ist nicht sein Ding. «Wir haben nichts Revolutionäres geplant, sondern wollen eine gemütliche Zeit geniessen und zwei Gänge zurückschalten», erklärt der Politiker, der seit Anfang Jahr im Gemeinderat und seit 2006 im bernischen Grossen Rat sitzt.

Die Politik wolle er in den Sommerferien «links liegen lassen». Eine Woche werde er dies zu Hause tun und zwei Wochen beim Wandern im Lötschental – zum Beispiel von der Lauchernalp via Lötschenpass über die Gitzifurggu nach Leukerbad. Was Grimm nicht sagt: Diese Wanderung ist nichts für Weicheier, denn sie dauert gut und gerne acht Stunden.

Ganz ohne Schule geht es für den Lehrer am BZ Emme aber auch in den Ferien nicht: Weiterbildung, Unterricht vorbereiten sowie die neuen Schülerinnen und Schüler begrüssen sind die letzten Eckpunkte der unterrichtsfreien Zeit im Sommer 2017.

Mit dem Velo nach Norden

Sport hat sich für die nächsten Wochen auch BDP-Gemeinderätin Charlotte Gübeli auf die Fahne geschrieben. Sie hoffe nur, dass es nicht zu viel Gegenwind habe auf dem Radweg, auf welchem sie an elf Tagen und über eine Strecke von 500 Kilometern zusammen mit ihrem Mann unterwegs sein werde.

Die Tour geht von Berlin bis nach Kopenhagen. Konditionell traut sich die Apothekerin diese beachtliche Distanz zwar zu. Trotzdem sei sie froh, auf einem Elektrobike unterwegs zu sein, ihr Mann dagegen vertraue allein auf seine Muskelkraft. Immerhin: Drei Tage Erholung wollen sich die Gübelis in Kopenhagen dann doch noch gönnen.

Camper und Velomobilität

Gut möglich, aber nicht abgesprochen, ist, dass Charlotte Gübeli in der dänischen Metropole auf ihren neuen Ratskollegen Theophil Bucher treffen wird. Denn auch er ist im Norden Europas unterwegs. Mit dem Camper wird er primär Süd- und Mittelschweden bereisen.

Gerne würde sich der Gemeinderat der Grünen aber in Kopenhagen noch «interessante Projekte im Bereich Velomobilität anschauen». Bezüglich Elektromobilität und Bike­sharing tue sich zwar auch in Burgdorf etwas, sagt Bucher, «doch wenn man Ideen erfolgreich in die Praxis umsetzen will, muss man über die Grenzen schauen».

Wie einst die Indianer

Eine Woche Aktivferien hat BDP-Gemeinderat Francesco Rappa geplant. Indianern gleich bricht er zusammen mit seiner Frau, dem Junior und der Grossmutter zu einer Kanufahrt auf. Nicht etwa auf der Emme oder auf der Aare, sondern auf der Loire. Vorbei an den schönsten Schlössern des Tales geht die Reise dem Atlantik zu, täglich drei bis vier Stunden.

Vom Luxus dieser Prunkbauten kann das Quartett aus Burgdorf vor allem in den Nächten nur träumen. «Wir schlafen im Zelt, das wir jeweils auf Sandbänken aufstellen», erklärt Rappa mit Vorfreude. Die zweite Ferienwoche wird er in Burgdorf geniessen. Länger könne er von seinem Job nicht weg sein, «denn bei der Lubana es läuft wie verrückt.»

Geniessen und wandern

Weit gemütlicher geht es Annette Wisler Albrecht an. Die SP-Gemeinderätin hat drei Wochen Ferien. Nachdem sie im Frühling schon in Dublin und Mallorca gewesen sei, bleibe sie im Sommer in der Schweiz. «Wir wollen unseren Garten geniessen und wässern, ein paar Tage im Saanenland, wo wir einen Wohnwagen haben, wandern und uns in Berlingen am Bodensee vom Alltag erholen», so die Rechtsanwältin.

Strapaziöse Expedition

Nicht gerade aufs Dach der Welt, aber immerhin auf jenes von Afrika wird Beatrice Kuster Müller steigen. «Ich nehme an einer Expedition auf den 5895 Meter hohen Kilimandscharo teil und will mir damit einen Lebenstraum erfüllen», erklärt die EVP-Gemeinderätin. In der Zeit danach werde sie sich in der Heimat von den Strapazen erholen.

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