Bagger im Flussbett

Aeschau

Jetzt wird gebaut: Bald soll eine Baupiste über die Emme zur Grundwasserfassung im Ramseischachen führen.

Im Bachbett der Emme wird bei der Bubenei in Aeschau eine Baupiste quer über den Fluss gebaut.

Im Bachbett der Emme wird bei der Bubenei in Aeschau eine Baupiste quer über den Fluss gebaut.

(Bild: Thomas Peter)

Susanne Graf

Darauf haben die Verantwortlichen des Wasserverbunds Region Bern AG (WVRB) lange gewartet: Auf einen rechtskräftigen Entscheid, der ihnen erlaubt, auf ihrem Grund und Boden im Ramseischachen bei Aeschau zwei Versuchsbrunnen zu bauen. Es war der Pächter, der das Land über dem immensen Grundwasservorkommen bewirtschaftet, der das Projekt verzögerte, indem er sich auf juristischem Weg gegen die Bauarbeiten wehrte. Doch nun ist es so weit. Der Wasserverbund hat grünes Licht.

60 Tonnen schwerer Bohrer

Seit kurzem sind Bagger am Arbeiten. Denn die schweren Maschinen, die für den Bau notwendig sind, können die Stelle im Ramseischachen nur durch die Emme erreichen. Die Brunnen werden einen Durchmesser von rund einem Meter aufweisen und rund 45 Meter tief in den Boden ragen. Dafür müsse ein über 60 Tonnen schweres Bohrgerät herbeigeschafft werden, sagt Bernhard Gyger, Geschäftsführer des WVRB.

Weder über die Holzbrücke in Aeschau noch über das Strässchen von Mutten her wäre der Transport möglich gewesen. Also wird jetzt in der Emme Kies aufgeschüttet und so eine Fuhrt erstellt. Rohre, die im Bachbett verlegt werden, sollen dafür sorgen, dass das – aktuell nur noch sehr spärlich fliessende – Wasser nicht gestaut wird. Der Übergang wird so gebaut, dass im Falle eines unerwarteten Wasseranstiegs die ganze Baupiste weggeschwemmt würde. Damit dieses Risiko klein gehalten werden kann, finden die Arbeiten im Winter statt.

Den eigentlichen Pumpversuch wird der Wasserverbund laut Gyger im Dezember und Januar durchführen. Dabei werde der WVRB, der 13 Gemeinden in der Region Bern mit Trinkwasser versorgt, «eine maximal mögliche Wassermenge in die Emme pumpen», sagte Gyger, als er kürzlich Gemeindevertreter durch die Anlage führte.

Wieder Wasser für die Fische

Schon im Sommer liess der Wasserverbund der 25 Grad warmen Emme 8,5 Grad kaltes Grundwasser zukommen. Damit sollte den Fischen das Überleben gesichert werden. Auch jetzt schiesst aus demselben Rohr unterhalb der Aeschaubrücke wieder Wasser in die Emme. Wieder gehe es darum, den Fischen im fast ausgetrockneten Bett der Emme zu helfen, sagt Gyger.

Die Gefahr, dass die Bevölkerung in der Region Bern deswegen plötzlich Durst leiden müsste, bestehe nicht. Unter der Humusschicht im Ramseischachen verbirgt sich ein 50 Meter tiefer Grundwassersee, von dem durch die über 100-jährige Leitung des WVRB nur ein winziger Bruchteil Richtung Bern abfliesst.

Berner Zeitung

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