Blaser-Heissluftballon kommt in Bahnhofnähe runter

Lützelflüh

Ein Heissluftballon sorgt derzeit für Aufsehen. Während ein Augenzeuge von einer Notlandung spricht, will der Pilot beim Bahnhof Grünmatt eine Präzisionslandung hingelegt haben.

Ein Heissluftballon landete auf einem Parkplatz und sorgte damit für Aufsehen. Foto: «20 Minuten» / Leser-Reporter

Ein Heissluftballon landete auf einem Parkplatz und sorgte damit für Aufsehen. Foto: «20 Minuten» / Leser-Reporter

Die Schmiermittelfirma Blaser Swisslube ist bekannt für ihre Heissluftballone und ihr Verwaltungsratspräsident einer der besten Piloten der Schweiz. Eine Landung vor rund einer Woche sorgt aber nun für Aufsehen, wie «20 Minuten» am Donnerstagabend berichtete.

Am 28. Dezember fand die letzte Fahrt der Blaser-Ballongruppe im Jahr 2018 statt: Unterwegs waren sechs Ballone der Schmiermittelunternehmung. Die Pendlerzeitung sprach mit einem Leser-Reporter, der fest davon überzeugt ist, einer der Ballone sei nicht unter normalen Umständen gelandet: «Es war bestimmt eine Notlandung. Der Ballon kam etwa zehn Meter neben den Hochspannungsleitungen des Bahnhofs zu Boden.»

Jedoch attestiert der Mann der Crew, dass diese stets die Kontrolle gehabt habe. Letzteres bestätigt Verwaltungsratspräsident Peter Blaser und betont, dass es sich keinesfalls um eine Notlandung gehandelt habe. Auf Nachfrage dieser Zeitung wiederholt er seinen Standpunkt und weist mit Nachdruck darauf hin, dass es sich um «eine Präzisionslandung» gehandelt habe, die den Luftfahrtregeln entspreche. «Als Wettkampfpilot bin ich gewohnt, präzis zu landen, und der trockene Parkplatz erschien mir als bessere Unterlage als eine feuchte Wiese», so der zweifache Schweizer Meister und einmalige Vizeeuropameister im Ballonfahren. Ausserdem seien die Wetterbedingungen perfekt für diese Landung gewesen. 

Bundesamt ermittelt

Dennoch untersucht das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) den Fall nun. Peter Blaser muss zu seinem Landemanöver eine Stellungnahme abgeben. Auf Anfrage erklärt Bazl-Sprecher Christian Schubert: «Er muss uns erklären, warum er dort gelandet ist, und uns die Gründe glaubhaft machen. Ob die Landung letztlich geltende Luftverkehrsregeln verletzt hat, werden die Abklärungen zeigen.» Allenfalls werde der Pilot im Rahmen eines Administrativverfahrens gebüsst. Die Landung im Wohngebiet werfe zu Recht Fragen auf, sei die Firma Blaser in der Ballonfahrt doch ein professioneller Player und eine seriöse Adresse.

Es ist derweil nicht das erste Mal, dass ein Luftfahrtmanöver von Peter Blaser für Aufsehen sorgt: Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2013 in Burgdorf musste der ehemalige Unternehmer notlanden, weil er ein Kabel der Spiderkamera touchiert hatte. Einen Vergleich mit diesem Vorfall lässt Blaser aber nicht gelten: «Es besteht kein Zusammenhang zwischen den beiden Vorkommnissen. Weder zeigt es, dass ich zu risikofreudig bin noch dass ich die Grenzen zu stark auslote.»

Berner Zeitung

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