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Der fehlende Pumpversuch macht Sorgen

Gegen die geplanten Änderungen an der Emme ist eine Einsprache eingegangen – ausgerechnet vom ­Wasserverbund Bern, der das Projekt überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte.

Die Brunnen der Stadtberner sind indirekt schuld daran, dass die Emme vielleicht noch nicht fischgängig gemacht werden kann.
Die Brunnen der Stadtberner sind indirekt schuld daran, dass die Emme vielleicht noch nicht fischgängig gemacht werden kann.
Olaf Nörrenberg

Es wäre höchst erstaunlich, wenn nun gerade die Trinkwasserversorgerin der Stadt Bern verhindern wollte, dass an der Emme im Bereich Aeschau dereinst Baumaschinen auffahren.

Schliesslich war es genau der Wasserverbund Region Bern (WVRB), der vorgeschlagen hatte, die Schwelle auf der Höhe der ehemaligen ­Sägerei Hiltbrunner zu entfernen. Diese Anregung führte dann zu einem 2,3-Millionen-Projekt, das gleich auf einem längeren Abschnitt Revitalisierungen an der Emme vorsieht (wir berichteten).

«Nur formal»

Nun ist es aber ausgerechnet der Wasserverbund, der als Einziger auf der Gemeindeverwaltung Signau eine Einsprache deponiert hat. Geschäftsführer Bernhard Gyger betont jedoch: «Der WVRB begrüsst das aufgelegte Projekt und befindet die vorgesehenen Massnahmen für gut.»

Die Einsprache sei rein formaler Natur. Gyger erklärt: In einer Schutz­zone S2, in dem die Grundwasserfassung der Stadt Bern liege, existiere grundsätzlich ein Bauverbot.

«Vor dem Baubeginn in der Emme muss nachgewiesen werden, dass diese Arbeiten die Fassung nicht gefährden.» Genau deshalb solle im Verlaufe dieses Winters «ein mit allen betroffenen Fachstellen koordinierter Pumpversuch durchgeführt werden», betont Gyger. «Dieser sollte über die tatsächlich herrschenden hydrogeologischen Verhältnisse Aufschluss geben.»

«Vor dem Baubeginn in der Emme muss nachgewiesen werden, dass diese Arbeiten die Fassung nicht gefährden.»

Bernhard Gyger, Geschäftsführer Wasserverbund Region Bern

Der WVRB-Geschäftsführer geht ­davon aus, dass die kantonalen Grundwasserfachstellen ohne diesen Pumpversuch keine Wasserbaubewilligung erteilen werden. «Unsere Einsprache verzögert daher das Projekt nicht», hält er fest.

Neue Brunnen geplant

Der auf diesen Winter ange­setzte Pumpversuch im Ramsei­schachen scheiterte bisher am Widerstand des Pächters des Wasserverbunds Region Bern. Dabei möchte die Stadtberner Trinkwasserversorgerin ihre heute acht Brunnen, die auf dem Feld links der Emme verteilt sind, dereinst möglicherweise durch einen oder zwei grosse Brunnen ersetzen.

Der neue Standort der Brunnen könnte Auswirkungen haben auf die Schutzzone, die ausgeschieden werden muss. Dazu sollte der Pumpversuch eine Antwort ­liefern.

Auf der Gemeindeverwaltung Eggiwil, die von dem Wasserbauvorhaben ebenfalls betroffen ist, sind keine Einsprachen eingegangen. Nur zwei Rechtsverwahrungen seien eingetroffen, teilt Gemeindeschreiber Stefan Ruch mit.

Rechtsverwahrungen hat auch sein Kollege Rudolf Wolf in Signau zur Kenntnis genommen. Eine stamme von der Gemeinde selber, die andere von der BKW. Beide beträfen Leitungen, die durch das Bachbett der Emme führten, erklärt Wolf.

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