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Der Floristinnenschule droht das Aus

Peter Sommer (FDP) und fünf weitere Emmentaler Grossräte wollen verhindern, dass die Ausbildung zur Floristin dem Spar­paket des Kantons zum ­Opfer fällt. Das Bildungszentrum Emme soll den geplanten Sparbeitrag einsparen.

Auch Thomas Wullimann hält es für falsch, die Schule zu schliessen. Er unterstützt Peter Sommers Vorhaben, die Einsparung zu kompensieren.
Auch Thomas Wullimann hält es für falsch, die Schule zu schliessen. Er unterstützt Peter Sommers Vorhaben, die Einsparung zu kompensieren.

Es ist eine Lehre vorwiegend für bildungsschwächere Menschen. Die Floristinnenschule am Oeschberg, ein Angebot des Bildungszentrums (BZ) Emme, nimmt auch Lernende auf, die aufgrund schulischer, familiärer oder psychischer Probleme in der Privatwirtschaft keine Lehrstelle finden. Nun steht die Schule auf der Kippe. Diese Woche diskutiert der Grosse Rat über das Sparpaket des Regierungsrates. Teil davon ist, die Floristinnenschule zu schliessen und so 300 000 Franken pro Jahr einzusparen.

«Hier wird auf Kosten der Schwächsten gespart», kritisiert Grossrat Peter Sommer (FDP) aus Wynigen. Er hat deshalb mit fünf weiteren Emmentaler Grossräten im kantonalen Parlament eine sogenannte Planungserklärung eingereicht. Damit will er in der Debatte um das Entlastungsprogramm 2018 verhindern, dass die Schule geschlossen wird. Er schlägt Folgendes vor: «Auf den Abbau der kantonalen Vollzeitausbildung für Floristinnen an der Gartenbauschule Oeschberg wird verzichtet mit der Auflage, dass die Sparmassnahme im Umfang von 300 000 Franken durch strukturelle Anpassungen im BZ Emme kompensiert wird.»

Sie brauchen mehr Betreuung

Sommer betont: Er wehre sich nicht grundsätzlich gegen das Sparen. «Dem Sparauftrag von 300 000 Franken stellen wir uns. Bei den Floristinnen zielt man aber auf die Falschen. Das sind junge Menschen, die mehr Betreuung brauchen als andere Lernende», sagt der Geschäftsführer des kantonalen Baumeisterverbandes, der auch im Schulrat des BZ Emme sitzt. Viele Betriebe könnten diesen Aufwand nicht mehr auf sich nehmen. Sommer ist überzeugt, dass die Schliessung Folgen hätte: «Einige junge Frauen finden dann vielleicht keine Lehrstelle, was auch wieder Kosten verursachen würde.»

«Hier wird auf ­Kosten der Schwächsten gespart.»

Peter SommerGrossrat FDP, Wynigen

Konkret schlägt der FDP-Grossrat vor, die geplante Einsparung mit Mehreinnahmen oder anderen Kürzungen am Bildungszentrum zu kompensieren. Etwa durch eine Reduktion der Mietkosten des BZ Emme.

Thomas Wullimann, Direktor des Bildungszentrums, unterstützt Sommers Vorhaben: «Definitiv entscheiden, welche Sparmassnahmen wir ergreifen, können wir aber erst, wenn der ­Grosse Rat entschieden hat.» Auch Wullimann hält es indes für falsch, die Schule zu schliessen. Sie sei eine gute Ergänzung zum Angebot an der Gartenbauschule Oeschberg. Die Floristinnen seien dort ein wichtiger Teil der Kette. «Die Gärtner Lernenden produzieren, die Floristinnen binden die Pflanzen und verkaufen sie im Laden der Gartenbau­schule.»

Nur zwei Männer

«Wir können die Schülerinnen in diesem Angebot enger begleiten als im dualen System», sagt der Direktor. Die dreijährige Ausbildung sei eine Kombination aus Schule und Lehrwerkstätte. «In unserem eigenen Atelier und im Laden setzen die Schülerinnen um, was sie in der Ausbildung lernen.» Zudem werde die Ausbildung durch ein Praktikum unterbrochen. Das biete ihnen die Möglichkeit, sich in der Privatwirtschaft zu bewähren.

Die Floristinnenschule besteht seit zwölf Jahren und bietet maximal 14 Lernenden pro Jahrgang Platz. Seit der Gründung haben erst zwei Männer die Ausbildung absolviert.

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