RBS-Depot: Die Gegner haben widerwillig zugestimmt

Bätterkinden

Der Architekturwettbewerb für ein neues Bahndepot in Bätterkinden ist mit der Wahl des Siegerprojekts beendet. Die Wohngebiete sollen vom Verkehr verschont bleiben.

Die Fassade des RBS-Depots ist aus Holz, Glas und Blech vorgesehen. Mit etwa zehn Metern Höhe wird es niedriger als das denkmalgeschützte BKW-Gebäude rechts.

Die Fassade des RBS-Depots ist aus Holz, Glas und Blech vorgesehen. Mit etwa zehn Metern Höhe wird es niedriger als das denkmalgeschützte BKW-Gebäude rechts.

(Bild: PD)

Tobias Granwehr

Es ist ein Projekt, das in Bätterkinden nach wie vor auf wenig bis keine Gegenliebe stösst: das RBS-Depot beim Bahnhof. Dennoch schreitet die Planung weiter voran.

Am Donnerstag präsentierte der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs. Es wurde durch ein Team rund um die Penzel Valier AG geplant. Beteiligt waren nebst den Zürcher Architekten von Penzel Valier diverse weitere Firmen, darunter auch einige aus dem Kanton Bern, allerdings keine aus dem Emmental.

Von den acht Wettbewerbseingaben hat das Siegerprojekt insbesondere durch seine funktionale Konstruktion gepunktet, wie der RBS in einer Medienmitteilung schreibt. Mit etwa zehn Metern Höhe sei das Gebäude das tiefste im Wettbewerb und weniger hoch als die bestehende Energiezentrale nebenan. Die spezielle Konstruktion ermögliche trotz der geringen Gebäudehöhe viel Raum in der Halle.

Das Dach mit den Giebeln und die Glasöffnungen an der Fassadenfront sorgten für viel Licht. Die Fassade des Depotgebäudes bestehe aus Holz, Glas und Blech, schreibt das Bahnunternehmen. Dank eingeplanter Fotovoltaikanlage, Solarthermie, Pelletheizung und Regenwassernutzung leiste das neue Depot zudem einen Beitrag zur Energiewende.

Die Züge fahren nordwestlich rein

Bei den Projektgegnern wurde bisher viel über die Zufahrt und die Gleisanbindung diskutiert. Der RBS schreibt diesbezüglich: «Die Anlieferung ist rückwärtig über die Kyburgstrasse vorgesehen, womit der Depot- vom Anwohnerverkehr und vom Schulweg getrennt wird.»

Bei der Gleisanbindung steht schon länger fest, dass sie vom Bahnhof über die Bubenberg- und entlang der Kyburgstrasse hinter den Neubau führen wird. Die Züge werden von Nordwesten her ins Depot hineinfahren. Die Gleise und die Bubenbergstrasse werden sich kreuzen, wofür gemäss dem RBS unter Einbezug der Projektbegleitgruppe noch eine geeignete Lösung erarbeitet werden muss.

Das Siegerprojekt wurde von einem Beurteilungsgremium ausgewählt. Dieses setzte sich zusammen aus externen Fachexperten verschiedener Disziplinen, Vertretern aus Bätterkinden sowie RBS-Delegierten. Die Leitung des Gremiums hatte Architekt Luca Selva.

Der Bätterkinder Gemeindepräsident Beat Linder sowie der Bauverwalter und je eine Vertreterin und ein Vertreter aus der Projektbegleitgruppe haben im Gremium Einsitz genommen. Der Entscheid zugunsten des Siegerprojektes sei einstimmig gefallen, schreibt das Bahnunternehmen.

«Die Beschwerde ist wohl unsere letzte Chance»

Beat Linder betont jedoch, dass die Gemeindevertreter widerwillig zugestimmt hätten – im Sinne von: «Wir haben Ja gesagt zu einem Projekt, dass wir gar nicht wollen.» Nach wie vor hoffen sie auf das Bundesgericht. Dort ist eine Beschwerde der Gemeinde gegen den Entscheid des Kantons Bern, die Leimgrube als Depotstandort in den Richtplan einzutragen, hängig.

«Die Beschwerde ist wohl unsere letzte Chance, das Depot in Bätterkinden noch zu verhindern», so Linder.Der von der Gemeinde geforderten aufschiebenden Wirkung hat das Bundesgericht in einem Vorentscheid nicht stattgegeben; der RBS darf damit seine Planungen weiterführen.

Von den eingegebenen Projekten sei das ausgewählte das beste, erklärt der Gemeindepräsident. Hier sei das Depot aus Sicht der Gemeinde am weitesten weg vom Wohngebiet.Alle acht Wettbewerbsprojekte werden von 26. April bis 6. Mai in der Busgarage in Worblaufen ausgestellt und können ohne Voranmeldung besichtigt werden.

Danach werde das Siegerprojekt auch in Bätterkinden präsentiert. Die Bevölkerung könne das Modell und die Visualisierungen im Bahndienstgebäude am Baumgartenweg beim Bahnhof besichtigen, schreibt der RBS.

Bis 2020 soll die Planung abgeschlossen sein

In den nächsten Monaten wird der RBS das Depot und insbesondere die Aussenanlage zusammen mit dem Planungsteam weiterentwickeln. Auch die bereits bestehende Projektbegleitgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Anwohnerschaft, der IG Bätterkinden und der Gemeinde soll wieder einbezogen werden. Im Verlauf des nächsten Jahres soll das Bauprojekt dann abgeschlossen sein, sodass das Baugenehmigungsverfahren gestartet werden kann.

Die Öffnungszeiten der Ausstellungen sind hier www.rbs.ch/depotplanung zu finden.

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