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Die Altlasten kommen teuer zu stehen

Die Signauer Gemeindebürger stimmen darüber ab, ob der Kugelfang im Moos für 610’000 Franken saniert werden soll. Den Löwenanteil werden Bund und Kanton übernehmen.

Die Schiessanlage Mutten ist erst 30-jährig, weshalb die Sanierung des vor allem mit Blei belasteten Kugelfangs unterhalb der Scheiben nicht so teuer kommt wie bei älteren Schiessständen.
Die Schiessanlage Mutten ist erst 30-jährig, weshalb die Sanierung des vor allem mit Blei belasteten Kugelfangs unterhalb der Scheiben nicht so teuer kommt wie bei älteren Schiessständen.
Daniel Fuchs

Das Geschäft unterliegt dem fakultativen Referendum. Das heisst: Wer nicht einverstanden ist mit dem Beschluss des Gemeinderates, kann Unterschriften sammeln. Mindestens drei Prozent der Stimmberechtigten müssten unterzeichnen, damit die Gemeindeversammlung darüber befinden kann, ob der Kugelfang der Schiessanlage Mutten für 244'000 Franken saniert werden soll.

Diesen Kredit hat der Gemeinderat beschlossen. Eine grosse Wahl hatte er nicht: «Weil die Anlage in der Gewässerschutzzone liegt, muss sie bis 2020 saniert sein», sagt der für die öffentliche Sicherheit zuständige Gemeinderat Paul Keller. Er ist gleichzeitig Präsident der Feldschützengesellschaft Signau, der die Schiessanlage Mutten gehört.

Gegenwärtig läuft das Baubewilligungsverfahren für die Sanierung des natürlichen sowie den Einbau eines künstlichen Kugelfangs. Das Ingenieurbüro Kellerhals+Haefeli AG hat die Anlage untersucht und schätzt, dass sich die Kosten für die Sanierung auf insgesamt 244'000 Franken belaufen werden.

Pro Scheibe bezahle der Bund 8000 Franken, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Die Schiessanlage Mutten besteht aus 10 Scheiben. Die Schützengesellschaft wird sich mit 1000 Franken pro Scheibe beteiligen, vom Kanton wird ein Beitrag von total 100'000 Franken erwartet. Somit sollten an der Gemeinde Kosten von rund 40'000 Franken hängen bleiben.

Relativ junge Anlage

Weil Kugelfänge von Schiessanlagen mit Schwermetallen wie Blei belastet sind, gefährden sie das Grundwasser und den Boden. Diese Schadstoffe würden sich auch längerfristig nicht abbauen, weshalb der Sanierungsbedarf ausgewiesen sei, schreibt der Gemeinderat. Läuft alles nach Plan, wird der Kugelfang auf der Mutten im Herbst saniert.

Die Feldschützengesellschaft Signau habe in letzter Zeit viel investiert und werde nächstes Jahr zusammen mit Eggiwil, Röthenbach und Schangnau ein sogenanntes Standerneuerungsschiessen austragen, sagt Paul Keller. Bei diesem Schützenfest soll das Blei dann im neuen Kugelfang landen.

Aber das ist nicht der Grund, warum sich die Gemeinde zuerst um die Schiessanlage Mutten kümmert. Auf Signaus Boden befinden sich noch drei weitere Schiessanlagen mit Sanierungsbedarf. Mutten kommt zuerst zum Zug, «weil hier der Aufwand am kleinsten ist», erklärt Keller. Denn auf Mutten werde erst seit gut 30 Jahren geschossen. «Deshalb ist hier die Bodenbelastung noch nicht so gross.»

Grosse Sanierungen später

Wesentlich aufwendiger und damit teurer werde dann die Sanierung der stillgelegten Schiessanlage Moos werden, sagt Keller. Den dafür notwendigen Kredit wird der Gemeinderat nicht mehr in eigener Kompetenz sprechen können. Hier habe das Ingenieurbüro seine Untersuchungen bereits abgeschlossen.

Die gleichen Arbeiten stehen nun bei der Anlage der Pistolenschützen an. Diese sind in der Bubenei zu Hause. Beide Anlagen befinden sich in der Gewässerschutzzone und müssen somit ebenfalls bis im Jahr 2020 saniert werden.

Später wird sich die Gemeinde Signau auch um die Altlasten der Schiessanlage auf der Höhe kümmern müssen. Aber dafür habe sie noch 25 Jahre Zeit, da sich diese in keiner Gewässerschutzzone befinde, erklärt der zuständige Gemeinderat.

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