Die Lueg wird zum Volksmusikort

Heimiswil

Ab dem 1. Mai wird auf der Lueg wieder gewirtet. Lueg-Inhaber Jörg Moser hatte den Betrieb im Oktober letzten Jahres nach einem Streit um die Überdachung der Freilichtbühne kurzerhand eingestellt.

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Chantal Desbiolles

Traurige Bilder seien da draussen zu sehen, stellt Jörg Moser fest. Der Inhaber von Seminarhotel und Landgasthof Lueg deutet hinter sich nach draussen, wo in diesem Moment die Metallkonstruktion der Freiluftbühne abgebaut wird.

Trotz des «unerfreulichen Kapitels», wie Moser die rechtliche Auseinandersetzung um das unbewilligte Dach und seine Niederlage vor Bundes­gericht zusammenfasst, habe er sich doch entschlossen, nicht aufzugeben.

Am Montag wurde mit dem Rückbau der Luegarena begonnen. Video: Chantal Desbiolles

Nicht auf einen Käufer zu hoffen oder den Ausflugsort «vermodern» zu lassen. Es werde aber das letzte Mal sein, dass er «das Heft in die Hand» nehme, erklärt der bald 65-Jährige pathetisch.

Ausbau rund ums Radio

Die Idee, von der er bereits letzten Sommer sprach, setzt Moser nun um: von der Lueg aus ein Radio mit volkstümlichen Inhalten zu betreiben und den Betrieb ebenfalls auf diese Sparte auszurichten. An seiner Seite: Das Radio Tell, an dessen Trägerschaft sich Moser beteiligt hat, wird vor Ort ein Studio für Aufnahmen und Liveübertragungen beziehen.

Unterstützt werde er auch vom Verband Schweizer Volksmusik. Im Mai werden Seminarhotel und Gasthof mit dem früheren Wirteehepaar Silke und Peter Sperner wiedereröffnet, damit lege er den «Grundstein für den kontinuierlichen Ausbau der Aktivitäten». Moser denkt an das sonntägliche Wunschkonzert mit Brunch auf der Lueg, an Jodlernächte oder Viehschauen, wie sie auch bisher schon zweimal jährlich stattfanden.

Doch wieder ein Dach

Um seiner neuen Ausrichtung zum Durchbruch zu verhelfen, will Moser eine Stiftung gründen, die sowohl vor Ort Anlässe als auch die Volksmusikszene an sich unterstützt und den Nachwuchs fördert. Für das Programm zeichnet Kulturmanager Markus Müller verantwortlich, der zuletzt als musikalischer Leiter eine Oper und zwei Musicals vor Ort inszenierte.

Ein erstes Projekt ist bereits aufgegleist: Im November und Dezember wird mit «Winterzauber» eine Variétéschau gezeigt. Dazu soll die Luegarena «gesetzeskonform drei Monate ohne Bewilligung» überdacht werden, wie Moser mit Seitenblick auf die anwesenden Behördenmitglieder erklärte.

Man sei daran, verschiedene Varianten zu prüfen. Im Sommer bleibt die Bühne ohne Dach, wird in dieser Form den Schützen und Schwingern für Anlässe zur Verfügung gestellt.

Er wolle auch verstärkt mit Tourismusorganisationen zusammenarbeiten, erklärte der Lueg-Inhaber, um ein Erlebnisresort zu schaffen, das die Schaukäserei in Affoltern mit der Lueg verbinde.

Bleibt die Frage, ob denn der Unterbruch von sechs Monaten überhaupt nötig war. Ja, sagt Moser, den Betrieb am Laufen zu halten, wäre nicht möglich gewesen. «Wir hatten noch ein Drittel der Umsätze.» Auf mehrere Zehntausend Franken beziffert er den Ausfall durch die vorübergehende Schliessung.

Berner Zeitung

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