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Die Vier antworten

Wie wollen Sie verhindern, dass Langnaus Dorfkern weder im Verkehr erstickt noch ausstirbt? Das haben wir die Kandidaten ums Langnauer Gemeindepräsidium gefragt.

Vier Männer hoffen darauf, am 29. Oktober bei den Wahlen in Langnau das Amt des Gemeindepräsidenten zu erringen. Doch was würden sie in Langnau verändern? Was wollen sie mit der Gemeinde erreichen, welche Pläne und Ziele verfolgen sie? In den nächsten Wochen stehen die vier Kandidaten an dieser Stelle Rede und Antwort.

Walter Sutter, SVP:

Es ist eine Tatsache, dass der Verkehr in und um Langnau zugenommen hat. Auch im Dorfkern. Die Zunahme wird aber nicht nur durch den motorisierten Individualverkehr (MIV) verursacht. Auch Fussgänger- und Radfahrerbewegungen haben zugenommen.

Eine steigende Bevölkerungszahl verursacht ein grösseres Verkehrsaufkommen. Unsere Lädeler und KMU brauchen für ihr Überleben nebst nicht motorisierter Kundschaft auch die motorisierte aus den Randregionen, welche im Dorfzentrum ausreichend Parkmöglichkeiten findet.

Nur gemeinsam mit allen Verkehrsteilnehmenden und ohne massive Einschränkungen für den MIV können mehrheitsfähige Lösungen realisiert werden. Der Verkehrsrichtplan zeigt, wie das Miteinander gestaltet werden könnte. Geben wir den vorgesehenen Massnahmen eine Chance. Wenn alle rücksichtsvoll miteinander umgehen, können wir Chaos und Aussterben verhindern.

Niklaus Müller, SP:

Der vom Gemeinderat verabschiedete Verkehrsrichtplan ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber unter dem Strich ein relativ zahnloses Werk. Die Frequenzen bei den Detailhändlern gehen nicht wegen des Langsamverkehrs und vortrittsberechtigter Fussgängerinnen und Fussgänger zurück. Sondern weil die Grossverteiler an die Peripherie drängen oder bereits dahin umge­zogen sind und weil sich das Einkaufsverhalten vieler Bürgerinnen und Bürger dementsprechend verändert hat.

Die Schaffung einer Begegnungszone im Dorfkern würde zu einer Beruhigung des Verkehrsaufkommens beitragen und das Einkaufen sicher nicht behindern. Innovative ­Geschäfte im Dorfkern beweisen, dass die Kundschaft nicht ausbleibt.

Thomas Gerber, BDP:

Diese Frage zielt auf ein Patent­rezept, das niemand kennt. Ich finde es richtig, wenn Planungen erstellt werden, obwohl das Geld verschlingt, das einem Projekt direkt dienen könnte. Eine Planung wie der Verkehrsrichtplan erschwert aber eine Flickstrategie. Der Verkehrsrichtplan ist ein zeitgemässes Instrument.

Unser Dorfkern ist zu klein, um verkehrsfrei zu sein. Schon grössere Ortschaften haben damit Schiffbruch erlitten. Wenn eine massvolle Geschwindigkeitsbegrenzung – 30 km/h ab Eintritt in den Dorfkern, sowie an der Ober­strasse wegen des Kinderhauses – gepaart mit dem Erhalt von Parkplätzen vor den Geschäften einhergeht, ist allen geholfen.

Beim Thema Einbahn zwischen Hirschen- und Viehmarktplatz kann man geteilter Meinung sein. Eine bessere Verkehrsberuhigung als das bestehende Engnis gibt es wohl nicht zum gleichen Preis. Mit einem «Pföstli» kann zudem noch verhindert werden, dass Autos über das Trottoir rollen.

Christoph ­Utiger, EVP:

In Langnau bieten sich derzeit zwei ideale Möglichkeiten an, den Verkehr an den Rand des Dorfzentrums zu führen und dieses damit nicht mit Fahrzeugen zu verstopfen. Die erste Chance bildet der Bärenplatz und die zweite das Areal Bahnhof Süd.

Beim Bärenplatz wäre ein Gebäude mit kleinen attraktiven Verkaufs- und Dienstleistungsfirmen sowie einem Parking im Untergrund ideal. Das Areal Bahnhof Süd sollte dagegen vielen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben Platz bieten sowie ebenfalls ein grosses Parking im Untergrund beinhalten. Dazu gilt es die «Trennlinie Bahngeleise» einladend in Richtung Dorfkern zu überwinden, damit der Fussgänger rasch im Dorfzentrum ist.

Zu verhindern gilt es, den noch einzigen im Zentrum verbleibenden Grossverteiler an den Dorfrand zu versetzen. Damit würde das Dorfzentrum an Konsumenten verlieren, und die umliegenden Fachgeschäfte würden deutlich geschwächt.

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