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Die Zeit ist reif für gemeinsame Wege

Vor 20 Jahren war das noch undenkbar: Zwei Käsereigenossenschaften schliessen sich zusammen, obwohl die eine für Bio-, die andere für konventionellen Emmentaler Milch produziert.

Nur weil sie sich zusammentun, kann in Trub weiterhin Bio-Emmentaler produziert werden: Simon Fankhauser, Fritz Baumgartner und Fritz Zaugg (von links) wurden in kürzester Zeit handelseinig.
Nur weil sie sich zusammentun, kann in Trub weiterhin Bio-Emmentaler produziert werden: Simon Fankhauser, Fritz Baumgartner und Fritz Zaugg (von links) wurden in kürzester Zeit handelseinig.
Thomas Peter

Plötzlich ging es schnell. Vom ersten Gespräch bis zur Unterzeichnung des Vertrags habe es gerade sieben Wochen gedauert, sagt Simon Fankhauser. Er ist Präsident der Käsereigenossenschaft Zürchershaus, die im Truber Fankhausgraben Bio-Emmentaler AOP produziert. Dies allerdings nur noch bis Ende Juni. Auf dieses Datum hin hat ihr Milchkäufer altershalber seine Kündigung eingereicht.

Einen neuen Käser zu finden, der als Milchkäufer die Verantwortung für die Käserei getragen hätte, erwies sich als schwierig. Den Betrieb mit lediglich 0,66 Millionen Kilo Biomilch auf eigene Rechnung zu führen – also einen Käser anzustellen und dessen Ferienvertretung selber zu regeln –, wollte die Genossenschaft jedoch nicht riskieren.

Nicht in die «grosse Glungge»

Die Bauern wollen ihre Milch aber auch nicht unverarbeitet aus dem Tal wegtransportieren und «in der grossen Glungge» der ­Industriemilch aufgehen lassen, wie es Fankhauser ausdrückt. Also wandten sie sich an die Besitzer der am Truber Dorfrand gelegenen Käserei Mühlekehr. Hier verarbeitet Milchkäufer Fritz Baumgartner aktuell 1,75 Millionen Kilo konventionell produzierte Milch zu Emmentaler AOP.

Ihm und seinen Lieferanten kommt es gelegen, wenn sie mit einer höheren Milchmenge den Betrieb besser auslasten und die Betriebsabläufe optimieren können. Deshalb wurde innert kürzester Zeit möglich, was laut Simon Fankhauser noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre.

Die Genossenschaft Zürchershaus kauft sich in die Käsereigenossenschaft Mühlekehr ein. Baumgartner wird künftig zwei Sorten Emmentaler herstellen. Damit er die Produktion des konventionellen vom Bio-Emmentaler sauber trennen kann, hat die Genossenschaft als Liegenschaftsbesitzerin ein Baugesuch publiziert: Hinter der Käserei ist ein Erweiterungsbau geplant, in dem der Bio-Emmentaler entstehen wird.

Laut Fritz Zaugg, Präsident der Genossenschaft Mühlekehr, soll das Ganze rund eine halbe Million Franken kosten. Die Bauern profitieren künftig von höheren Einnahmen aus dem Käsereizins. Denn als Milch­käufer entrichtet Baumgartner seine Abgabe pro Kilo Milch, das er verarbeitet.

Die Genossenschaft im Fankhausgraben wird die Käserei Zürchershaus im Sommer zum Verkauf ausschreiben.

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