Die Zukunft der ARA wird geklärt

Dürrenroth

Sie ist zu teuer und zu alt. Das Ende für die Abwasseranlage in Dürrenroth scheint gekommen zu sein. Der ­Verband denkt laut über einen Anschluss an die Abwasser­region Langenthal nach.

Hat wohl bald ausgedient: Der Betrieb der ARA Dürrenroth kostet auf die Dauer zu viel.

Hat wohl bald ausgedient: Der Betrieb der ARA Dürrenroth kostet auf die Dauer zu viel.

(Bild: Thomas Peter)

Martin Burkhalter@M_R_Bu

Säbelrasseln hat es diese Zeitung genannt, wenn es wieder mal um die ARA Dürrenroth und um die angeschlossenen Gemeinden Affoltern, Walterswil und Dürrenroth ging. In Affoltern gaben die Gemeindebürger der Anlage die Schuld an den hohen Kosten im Abwasserbereich.

Sie dachten sogar laut über einen Alleingang und somit einen Anschluss an die ARA Rüegsauschachen nach. Dies wiederum hätten die beiden anderen beiden Gemeinden nicht goutiert. Wären doch ihre Kosten danach durch die Decke gegangen und die Abwasserentsorgung beinahe unbezahlbar geworden.

Zwei Szenarien

Es ist beim Rasseln geblieben. Und inzwischen hat man mit­einander geredet. Musste man auch. Denn die ARA Dürrenroth gehört mit nur 1700 angeschlossenen Einwohnern nicht nur zu den teuersten im Kanton, sondern ist auch in die Jahre gekommen. Bis 2025 muss etwas passieren.

Anlass genug, einmal grundsätzlich über die Bücher zu gehen. Und das wurde getan, inklusi­ve genereller Entwässerungsplanung (GEP). An einem Informationsanlass präsentierte die Verwaltungskommission Szenarien, wie die Zukunft in Sachen Abwasserregelung aussehen könnte.

Klar ist, und das hat die GEP gezeigt: Die Leitungen des Verbands müssen für rund 500 000 Franken saniert werden. Etwas weniger klar ist, wie es mit der Anlage weitergeht. Es gibt zwei Optionen: die Weiterführung inklusive Sanierung oder ein Anschluss an die Abwasserregion Langenthal, an die ARA Zala AG.

Anwesend im Bären Dürrenroth waren alle, die irgendetwas mit der Angelegenheit zu tun ­haben. Die zuständigen Gemeinderäte, Klärwärter Markus Flü­kiger, der Verwaltungsratspräsident der Zala AG, Rolf Reber, Vertreter des Ingenieurbüros und des kantonalen Amts für Wasser und Abfallwirtschaft.

Mit einem sorgfältig erarbei­teten Pro und Kontra zeigte die Verwaltungskommission der ARA, namentlich Präsident Reto Rettenmund und Vize Beat Flückiger, die Fakten auf: Eine Sanierung der Anlage in Dürrenroth würde rund 750 000 Franken kosten. Die Betriebskosten pro Jahr aber blieben bei rund einer halben Million Franken.

Ein Anschluss an die Abwasserregion Langenthal wiederum wäre jährlich nur noch halb so teuer, hätte aber hohe Investitionen zur Folge. Konkret müsste der ARA-Verband rund 2,5 Millionen Franken in die Hand nehmen, um eine neue Leitung von Dürrenroth bis Schweinbrunnen zu ziehen und jene von dort bis Huttwil zu vergrössern, um so ans Netz der Zala anzuschliessen.

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Der perfekte Zeitpunkt

Die Verbandskommission sprach sich klar für den Anschluss an die Zala aus. Eine Weiterführung der Anlage in Dürrenroth rechne sich auf die Dauer einfach nicht. Und weil das auch das Amt für Wasser und Abfallwirtschaft so sieht, müsste der Verband zudem auf die Subventionen aus dem Abwasserfonds verzichten. Diese Gelder, immerhin 50 Prozent der Investitionskosten, richtet der Kanton nur an «wirtschaftliche» Projekte aus.

«Für einen Anschluss spricht aber vor allem der Zeitpunkt», sagte Beat Flückiger. Geplant sei, bis 2023 Teil der Zala zu sein. Drei Gründe sieht er, die für ein «Jetzt oder nie» sprechen: Erstens hat der Verband bis 2023 genug Rückstellungen auf der Seite, damit inklusive der kantonalen Subventionen und eines allfälligen Verkaufs des alten Grundstücks die nötigen Investitionen getragen werden könnten.

Zweitens hat die Anlage bis dahin just ihren Zenit überschritten. Und drittens, und das ist vielleicht das Wichtigste, geht Klärwärter Markus Flükiger dann in den Ruhestand. Verbandspräsident Reto Rettenmund sagte es so: «Alles kann sich noch ändern, aber eines bleibt sicher: 2023 wird Markus Flükiger pensioniert.»

Erster Entscheid im November

Bis es so weit ist, fliesst noch viel Wasser den Abwasserkanal hinab, und einiges muss noch geklärt werden. Etwa, was mit der Tierkadaverstelle bei der ARA Dürrenroth passieren soll.

Der vorläufige Plan sieht so aus, dass sich die Abgeordneten im November für eines der beiden Szenarios entscheiden müssen. Wenn sie mit der Kommission einiggehen, müssen ein Jahr später die Gemeindeversammlungen über den Anschluss an die Zala befinden. Bei einem Ja werden die neuen Leitungen gebaut.

Im Frühling 2021 sollten sie in Betrieb genommen werden, und 2023, wenn Markus Flükiger in Pension geht, soll der ARA-Verband aufgelöst werden.

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