Zum Hauptinhalt springen

Ein Fachausschuss für weniger Gstürm

Damit die Bauqualität im Dorf nicht abnimmt, soll die Baukommission ein Fachgremium beiziehen können. Das ist der umstrittene Teil der aktuellen Ortsplanungsrevision.

Nach aussen soll das Dorf gemäss der Ortsplanung nicht mehr wachsen.
Nach aussen soll das Dorf gemäss der Ortsplanung nicht mehr wachsen.
pd/Martin Lutz, BHP Raumplan AG

Schon wieder findet eine öffentliche Mitwirkung statt. In den letzten Jahren war die Bevölkerung von Langnau immer wieder eingeladen, sich zur Entwicklung ihrer Gemeinde zu äussern. Zu allen möglichen Themen wurden Richtpläne erstellt: zur Energie, dem Verkehr, dem Dorfkern.

Gleichzeitig wurden bei Bund und Kanton eine Reihe Änderungen in Kraft gesetzt. All diese Erlasse sollen nun Niederschlag finden im Zonenplan und dem Baureglement der Gemeinde Langnau, und all dies läuft unter dem Titel Ortsplanungsrevision.

Es ist kein Thema, das die Bürger veranlasste, in Scharen an der Informationsveranstaltung in der Kupferschmiede teilzunehmen. Keine 30 der gegen 10'000 Einwohner liessen sich darüber informieren, wie sich die Gemeinde in baulicher Hinsicht entwickeln soll.

Eine Meinung von aussen

Neu will der Gemeinderat ein qualitätssicherndes Element ins Baureglement aufnehmen: Bei grossen, wichtigen Vorhaben soll die Bauverwaltung beantragen können, dass ein Fachausschuss beigezogen wird.

Der für das Ressort Planung verantwortliche Gemeinderat Bernhard Gerber (SVP) führte aus: «Drei bis fünf ausserhalb von Langnau wohnende Fachleute werden bei sehr exponierten oder besonders heiklen Projekten beigezogen, damit sie Empfehlungen abgeben.» Die Wahl des Gremiums soll der Bau- oder der Planungskommission obliegen.

Doch dieser Vorschlag stiess auf Kritik. Seitens des Vereins Dorfbild Langnau wurde er zwar mit Freude zur Kenntnis genommen. Hier hätte man sich laut Reto Mettler allerdings gewünscht, der Ausschuss könnte nicht nur auf Bestellung aktiv werden, sondern von sich aus Ratschläge erteilen. Dagegen wehrte sich der im Saal sitzende GLB-Chef Walter Gerber aber vehement: «Das darf niemals passieren, damit bekäme er viel zu viel Macht.»

Expertitis und Beschwerden

Andere Votanten äusserten sich grundsätzlich gegen die Schaffung einer weiteren Stelle, die bei Planungen mitreden würde. Nebst der Bauverwaltung, der Baukommission, der Denkmalpflege und der kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) brauche es keine zusätzliche Stufe. Sonst würden die ohnehin schon lange dauernden Verfahren noch träger.

«Langnau bietet eine hohe Bauqualität, und wir sind es der Gemeinde schuldig, dass diese Qualität erhalten bleibt.»

Gemeinderat Bernhard Gerber

«Es ist eine Expertitis im Gang», kritisierte jemand, «die Ausdruck davon ist, dass niemand mehr Verantwortung übernehmen will.» Doch Gemeinderat Bernhard Gerber sagte: «Langnau bietet eine hohe Bauqualität, und wir sind es der Gemeinde schuldig, dass diese Qualität erhalten bleibt.»

Bauverwalter Ronald Aeschlimann zeigte sich zudem überzeugt, dass der Beizug einer Gruppe von Fachleuten keine Verzögerung in den Planungsverfahren zur Folge haben werde, im Gegenteil: Die Regelungsdichte sei heute derart hoch und der Möglichkeiten für Einsprachen gebe es derart viele, dass es nötig sei, die Kommissionen mit Fachwissen zu stärken. Er geht davon aus, dass damit auch Beschwerden umgangen werden können. Aeschlimann sagte: «Mit einem Fachausschuss können wir uns sehr viel Gstürm ersparen.»

Weitere Beiträge aus der Region Emmental

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch