Ein gar teures Nachtessen

Burgdorf

131-mal musste die Feuerwehr Burgdorf 2018 ausrücken, deutlich weniger oft als im Vorjahr.

«Wir hatten ein gutes Jahr ohne grosse Ereignisse.» Martin Rutschi Kommandant der Feuerwehr Burgdorf (Archivbild).

«Wir hatten ein gutes Jahr ohne grosse Ereignisse.» Martin Rutschi Kommandant der Feuerwehr Burgdorf (Archivbild).

(Bild: Andreas Marbot)

Für 2018 fällt die Bilanz des Kommandanten der Feuerwehr Burgdorf positiv aus: «Wir hatten ein gutes Jahr ohne grosse Ereignisse», sagt Martin Rutschi. 131-mal wurde die Feuerwehr zu Hilfe gerufen, 2017 waren es noch 171 Einsätze gewesen. Markant zurückgegangen ist auch die Zahl der Brände: von 30 auf 16.

Zu den Gründen für diese starke Abnahme kann Rutschi nur mutmassen. Möglich sei, dass die Leute als Folge der langanhaltenden Trockenheit im Umgang mit Feuermachen im Freien besonders vorsichtig gewesen seien. Wobei auch das Grillieren im eigenen Garten nicht a priori ungefährlich ist. Am 11. August schrieb der Einsatzleiter der Feuerwehr ins Protokoll: «In einem Gasgrill geriet das in der Auffangschale vorhandene Fett oder Öl in Brand.»

Der Brand habe aber rasch gelöscht werden können. Zu einem Einsatz der kurioseren Art kam es am 3. Juli. Am Ufer der Emme war «aus ungeklärten Gründen» ein Baum in Brand geraten: «Vor Ort konnte lediglich noch Glut und Rauch festgestellt werden.» Um Leben und Tod ging es in den ersten Morgenstunden des 12. Juni: Nach einem Brand in einer Wohnung an der Gyrischachenstrasse mussten die Feuerwehrleute einen Mann bergen. Zwei Wochen später starb der 80-Jährige im Spital.

Das rauchende Toastbrot

Mit 42 Einsätzen haben sich die ungewollten Alarme im Bereich der Vorjahre eingependelt. Nur 2017 war die Zahl mit 55 deutlich höher. Meist seien dafür technische Gründe oder Bauarbeiten verantwortlich, erklärt Martin Rutschi. Bereits am 2. Januar wurde ein automatischer Alarm ausgelöst. Der Grund für den Rauch: «Toastbrot war wohl etwas zu lange getoastet worden.» Zu löschen gab es nichts.

In leichter Sorge schrieb der Einsatzleiter aber ins Protokoll: «Hoffentlich geht es mit den Einsätzen nicht in diesem Stil weiter.» Fünf Tage später war es bereits wieder so weit: Diesmal wurde der Alarm durch Zigarettenrauch in einem Zimmer ausgelöst. Gar teuer wurde für einen Hobbykoch das Nachtessen am 1. März. Warum bei der Zubereitung der Speise der Alarm ausgelöst worden war, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass dem Koch – wie jedem Verursacher eines ungewollten Alarms – eine Rechnung über 650 Franken ins Haus geflattert ist.

Sieben Frauen im Korps

Prozentual stark gestiegen ist die Zahl der Personenrettungen bei Verkehrs- und Arbeitsunfällen, nämlich von 6 auf 10. Am 13. Februar musste nach einem Verkehrsunfall eine Person aus dem Auto geborgen werden. Gleiches wiederholte sich am 5. April. Im Einsatz stand die Feuerwehr Burgdorf auch am 8. Juli. Eine Person, die zwischen der Wand einer Garage und einem Fahrzeug eingeklemmt war, musste aus der ausweglosen Situation befreit werden.

Zufrieden ist Feuerwehrkommandant Rutschi nicht nur, weil sich die Zahl der Einsätze reduziert hat, sondern auch, weil sich die Rekrutierungsbemühungen gelohnt haben: «Wir können drei Kolleginnen und sieben Kollegen neu in unserem Korps aufnehmen.» Somit wächst der Frauenbestand auf sieben. Den Erfolg führt er auf die Plakataktion «We Want You», die Präsenz an der Burgdorfer Gewerbeausstellung sowie auf Mundwerbung zurück.

Berner Zeitung

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