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Eisschollen können zu Überschwemmungen führen

Durch mildere Temperaturen tauen die gefrorenen Flussflächen auf. Eisbrocken treiben die Flüsse und Bäche hinab. Was schön anzusehen ist, kann aber zu Überschwemmungen führen.

Schön anzusehen, aber auch gefährlich: Schwimmende Eisflächen auf der Grüne.
Schön anzusehen, aber auch gefährlich: Schwimmende Eisflächen auf der Grüne.
zvg / Alfred Bärtschi
Wegen der tiefen Wasserstände froren ganze Flussflächen zu.
Wegen der tiefen Wasserstände froren ganze Flussflächen zu.
zvg / Alfred Bärtschi
Die Schollen könnten sich etwa bei Schwellen stauen und so Überschwemmungen auslösen.
Die Schollen könnten sich etwa bei Schwellen stauen und so Überschwemmungen auslösen.
zvg / Alfred Bärtschi
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In den letzten Tagen war im Emmental ein Naturspektakel zu beobachten. Zahllose Eisschollen schwammen auf der Grüne von Wasen her in Richtung Ramsei. Davon berichtete das Lokalradio Neo 1 und befragte auch gleich den Präsidenten der Schwellen­kooperation Lützelflüh Alfred Bärtschi zu dem Schauspiel.

Der trockene Herbst hinterliess tiefe Wasserstände in den hiesigen Gewässern. Ganze Flussflächen froren so während der Kälteperiode Anfang Jahr zu. Nun tauten sie wieder auf, und so trieben die aufgebrochenen Eisflächen nun die Grüne hinab.

Bisher alles in Ordnung

Dass das zwar schön anzusehen ist, aber nicht ganz ungefährlich ist, betont Alfred Bärtschi. Wie er gegenüber Neo 1 erläutert, können sich die Stollen etwa bei Schwellen stauen, eine Art Pfropfen bilden und schlimmstenfalls zu Überschwemmungen führen.

Inzwischen ist klar: Passiert ist nichts. Zumindest nichts Ver­heerendes. «Wir hatten Glück», sagt Alfred Bärtschi auf Anfrage dieser Zeitung. Tatsächlich sei es zu Stauungen gekommen. Vor allem zwischen Ramsei und Grünenmatt. Diese hätten sich dann gelöst. Die Grüne sei aber erst im Bereich des Waldes über das Ufer geklettert. «Die Natur hat das Wasser aufgefangen», so Bärtschi. Die grösste Gefahr ist vor­übergehend überstanden. Die Grüne sei inzwischen bis weit ­hinauf eisfrei.

Nicht schadlos geblieben sind einige Häuser an der Hauptstrasse zwischen Zollbrück und Ramsei auf Höhe der Bushaltestelle Ranflüh. Der parallel zur Hauptstrasse gelegene Gewerbebach hatte über den Winter viel Eis angesammelt. Dieses ist nun ebenfalls geschmolzen und liess den Bach über die Ufer treten. Einige Keller hätten Wasser abbekommen, sagt Bärtschi.

Harte Böden

Nicht nur die auftauenden Flüsse bereiten den Werkhofmitarbeitenden und Feuerwehrleuten im Emmental Sorgen, sondern auch der Regen. Weil die Böden vor allem in der Nacht immer noch gefrieren, kann der Regen nicht versickern, fliesst die Hänge hinab, überschwemmt und beschädigt Strassen. Das sagt David Burk­halter, Leiter des Werkhofs Lützelflüh.

Einige Naturwege in der Gemeinde seien derzeit sehr schlecht befahrbar, und der Abschnitt Brandishub sei sogar gesperrt. Solange weiterhin die ­Böden und vor allem die Wasser­abläufe gefrieren, muss bei Niederschlag weiterhin mit Schäden gerechnet werden. Zudem führt das Regenwasser auf den Strassen zu Glatteisgefahr.

Im unteren Emmental gibt es sonst keine Meldungen von beschädigten Strassen oder übers Ufer getretenen Flüssen, weder in Sumiswald noch Affoltern, noch in Kirchberg. Auch im oberen Emmental, etwa in Langnau, verzeichnete die Feuerwehr keine Einsätze.

Gefahr noch nicht gebannt

Und doch heisst es in den nächsten Tagen weiterhin: Wachsam bleiben. Alfred Bärtschi von der Schwellenkooperation weist darauf hin, dass gerade auf der Emme noch mit Eis zu rechnen sei. Weiter oben, also etwa in Trub, Eggiwil oder Schangnau, seien immer noch etliche Flussflächen gefroren. Diese könnten je nach Temperatur ebenfalls bald ihren Weg talabwärts antreten wollen.

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