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Erste Einsprachen liegen schon vor

Das Hochwasserschutzprojekt an der ­Grüene kostet nun 16,5 statt 11,6 Millionen Franken – dafür werden zwei Brücken komplett ersetzt. Nun liegt das gesamte Vorhaben öffentlich auf.

Die Kantonsstrassenbrücke in Ramsei ist eine von zwei Überquerungen, die abgerissen und neu aufgebaut werden sollen.
Die Kantonsstrassenbrücke in Ramsei ist eine von zwei Überquerungen, die abgerissen und neu aufgebaut werden sollen.
Daniel Fuchs

Jetzt gehts um die Wurst an der Grüene: Das millionenschwere Hochwasserschutzprojekt, mit dem sich die Schwellenkorporation Lützelflüh bereits seit Jahren beschäftigt, liegt nun öffentlich auf.

Dass ein solch grosses Vorhaben Einsprecher auf den Plan ruft, ist nichts als logisch. Und tatsächlich sind auf der Lützelflüher Gemeindeverwaltung bereits erste Eingaben von Anwohnern eingegangen. Die Einsprachefrist läuft noch bis Ende Monat.

Der Schwellenkorporationspräsident hat mit Einsprachen gerechnet. «Alles andere hätte uns tatsächlich überrascht», sagt Alfred Bärtschi. Man werde sich ab Januar mit den Einsprechern zusammensetzen und versuchen, Lösungen zu finden. «Einiges werden wir berücksichtigen können, anderes wohl nicht oder nur teilweise.»

Er habe bereits unterschiedliche Rückmeldungen erhalten: Man finde das Projekt grundsätzlich sehr gut, habe jemand angemerkt, nur würden einige Details noch stören, weshalb man Einsprache erheben werde.

«Andere sind weniger glücklich damit, zum Beispiel mit Massnahmen im Terrain», führt Bärtschi aus. «Wenn Betroffene sich an geplanten Objektschutzmassnahmen stören, kann unter Umständen darauf verzichtet werden, sofern dadurch nicht das Grüene-Projekt oder andere Objekte gefährdet werden.»

Geringe Mehrkosten

Das Projekt hat in der Endphase noch eine Verzögerung erfahren. Mit ein Grund seien die zum Mitberichtsverfahren vom Spätsommer 2015 eingegangenen Berichte, welche ausgewertet worden seien und entsprechend im Projekt zu berücksichtigen seien, erklärt Martin Schneider vom Oberingenieurkreis IV.

Man habe dabei die geplanten, von der Schwellenkorporation in Auftrag gegebenen Eingriffe an den Kantonsstrassenbrücken «kritisch hinterfragt», so Martin Schneider weiter. Einerseits habe man festgestellt, dass die geplanten Anpassungen an den bestehenden Brücken «mit grossen Risiken» verbunden seien. Anderseits habe man dabei auch die Frage der Verhältnismässigkeit der Investitionen stellen müssen.

Deshalb hat der Kanton nun entschieden, die Strassenbrücken in Grünenmatt und Ramsei neu zu bauen und jene zwischen Ramsei und Grünenmatt bei der Thal-Garage baulich für grosse Wassermengen aufzurüsten.

Der dortige Velosteg wird abgerissen, der Radweg in die Brücke integriert. Weg kommt auch die kleine Brücke bei der Hundeschule – diese liegt allerdings im Verantwortungsbereich der Schwellenkorporation.

Die Massnahmen an den Kantonstrassenbrücken kosten total 3,7 Millionen Franken – und sind damit rund 2,5 Millionen Franken teurer als ursprünglich vorgesehen. «Wir standen vor der Entscheidung: Rüsten wir die bestehenden Brücken für viel Geld auf, oder bauen wir sie gleich neu?», führt Schneider aus.

«Wir standen vor der Entscheidung: Rüsten wir die bestehenden Brücken für viel Geld auf, oder bauen wir sie gleich neu?»

Martin Schneider, Oberingenieurkreis IV

Man habe dann die Kosten in die Analyse miteinbezogen, die in den nächsten Jahren so oder so bei den Brücken angefallen wären. «Es stellte sich heraus, dass die Mehrkosten für den Bau von zwei neuen Brücken rund 400 000 Franken betragen.» Diese verhältnismässig geringen zusätzlichen Kosten bei der Variante Neubau hätten den Entscheid erleichtert.

Ziel: Weniger als 4 Millionen

Am Hochwasserschutzprojekt selbst mit seinen Überflutungsflächen, Dämmen, Mauern und Renaturierungen hat sich im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen nicht viel geändert. Doch auch das hat Anteil an der Kostensteigerung des gesamten Vorhabens von 11,6 auf 16,5 Millionen Franken.

Das habe einerseits mit einigen kleineren Änderungen zu tun, bemerkt Alfred Bärtschi dazu. «Anderseits ist ein Puffer eingeplant.» Man hoffe, dass man am Ende nicht das ganze Geld verbaue, so der Schwellenkorporationspräsident.

Klar sei, dass der Kanton mindestens 60 Prozent dieser Kosten übernehme. Das würde bedeuten, dass Lützelflüh am Ende etwas mehr als 5 Millionen Franken berappen müsste. Bei der Schwellenkorporation ist man jedoch optimistisch, dass es am Ende über 70 Prozent sein werden. «So würde unser Anteil auf unter 4 Millionen Franken sinken», sagt Bärtschi.

Zudem werde man die Arbeiten etappieren. «So können wir die Kosten auf mehrere Jahre verteilen.» Und das neue Rechnungsmodell HRM 2 erlaube es, das Projekt über eine längere Zeitdauer abzuschreiben. «Das verringert die jährliche Belastung nochmals.»

Doch kein Infoanlass

Vergeblich haben die Lützelflüher auf den Infoanlass gewartet, den Bärtschi letztes Jahr angekündigt hatte. Was ist passiert? «Ein solcher Anlass war tatsächlich geplant», erklärt er.

In Absprache mit dem Kanton habe man entschieden, diesen nicht durchzuführen, weil ein solcher bereits 2012 veranstaltet worden sei und seither nichts Grundsätzliches geändert habe. «Ich gehe nun aber persönlich bei den Interessierten vorbei und erkläre ihnen das Projekt anhand von Plänen.»

Läuft jetzt alles rund, könnten die Bauarbeiten im Herbst 2018 beginnen. «Das bedingt aber, dass die Einspracheverhandlungen im neuen Jahr zügig vonstatten­gehen», so Bärtschi.

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