Schangnau

Gewässerräume gaben zu reden

SchangnauGegenwärtig läuft in der Gemeinde die Mitwirkung zur Teilrevision der Ortsplanung. Im Fokus steht dabei das Wasser.

Geht es nach dem Bund, bekommen kleine und grosse Bäche mehr Raum. Manchmal könnten sie ihn gut gebrauchen, wie hier im Studweidli nach einem Unwetter. Foto: pd

Geht es nach dem Bund, bekommen kleine und grosse Bäche mehr Raum. Manchmal könnten sie ihn gut gebrauchen, wie hier im Studweidli nach einem Unwetter. Foto: pd Bild: pd

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«Das Vorhaben ist kein Furz des Gemeinderates», sagte Schangnaus Gemeindepräsident Beat Gerber an einer öffentlichen Orientierung zur anstehenden Teilrevision der Ortsplanung.

Gegen 70 Personen waren in den Gasthof Alpenrose gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was angedacht ist. Und Beat Gerber machte rasch klar, weshalb der Gemeinderat nach 2007 in Sachen Ortsplanung über die Bücher geht: Der Bund hat das Gewässerschutzgesetz angepasst, der Kanton die Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen beschlossen.

Auswirkungen auf Bewirtschaftung

Die Gemeinde hat die Bäche überprüft und je nach Grösse eingestuft. «Neu wird es Korridore entlang der Gewässer geben», erläuterte Projektleiter Hans Mätzener. Dabei werde je nach Grösse des Baches der ihm zustehende Raum definiert und erweitert.

Kein Dünger, keine Pflanzenschutzmittel

«Dies wird Auswirkungen auf die Bewirtschaftung haben», sagte der Projektleiter. So dürfen im definierten Raum zum Beispiel kein Dünger und keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Möglich sei eine extensive Nutzung oder eine naturnahe Grünraumgestaltung. Zudem seien dort nur standortgebundene und im öffentlichen Interesse liegende Bauten und Anlagen zulässig.

«Und was passiert, wenn das Gewässer Land wegfrisst?»Ein Votant

«Ist der Plan dereinst gültig, gelten weniger strengere Auflagen für Bauvorhaben», meinte Hans Mätzener. Wie er weiter ausführte, habe die Gemeinde darauf verzichtet, Gewässer im Wald, in Sömmerungsgebieten und sehr kleine Gewässer aufzunehmen.

Viele Fragen offen

Das Vorhaben sorgte für einige Diskussionen. So war etwa die Rede von Wertverminderung. «Und was passiert, wenn das Gewässer Land wegfrisst?», wollte ein Votant wissen. «Es sind noch zahlreiche Fragen offen, gerade auch in Sachen Härtefälle», antwortete der Projektleiter.

Er wies auch darauf hin, dass im Rahmen der laufenden Mitwirkung Grundeigentümer, die beidseitig eines Gewässers Land haben, eine asymmetrische Ausscheidung beantragen können, um damit in Einzelfällen die Bewirtschaftungsmöglichkeiten zu verbessern und wertvolles Kulturland zu erhalten.

Neue Dachformen

Im Rahmen der Teilrevision muss die Gemeinde ebenso das Baureglement anpassen. Dabei geht es um neue Messweisen und Baubegriffe. «Der Kanton hat das Ziel, in allen Gemeinden einheitliche Begriffe einzuführen», erläuterte Raumplaner Benedikt Roessler. Zudem geht es auch um das Festlegen der Mehrwertabschöpfung und Lenkungsabgaben, sollte Bauland jahrelang gehortet werden. Im Weiteren wären ausserhalb des Ortsbildschutzes künftig auch Bauten mit Pult- oder Flachdach möglich.

Auflage im Frühling

Läuft alles rund, rechnen die Verantwortlichen im Frühling 2020 mit der öffentliche Auflage, bevor im Sommer die Gemeindeversammlung über das Vorhaben befinden wird. «Schaut euren Gewässerraum gut an und nutzt die Mitwirkung», sagte zum Schluss Gemeindepräsident Beat Gerber. Letztere läuft noch bis am 26. Juli dieses Jahres.

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Erstellt: 13.07.2019, 14:47 Uhr

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