Keine Shopping-Meile auf dem Areal der Papierfabrik

Utzenstorf

Was die Migros mit dem Areal der ehemaligen Papierfabrik machen wird, steht noch nicht fest. Ganz sicher gibt es weder Shoppingmeile noch Wohnüberbauung.

<b>Wie weiter mit der grössten Industriebrache</b> der Region? 400 Interessierte liessen sich im Mehrzweckgebäude orientieren.

Wie weiter mit der grössten Industriebrache der Region? 400 Interessierte liessen sich im Mehrzweckgebäude orientieren.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Urs Egli

320'000 Quadratmeter gross ist die Industriebrache der Papierfabrik Utzenstorf, welche die Genossenschaft Migros Aare am 1. Februar 2018 gekauft hat. Wie viel der Grossverteiler für das Areal mit der Fläche von etwa 50 Fussballfeldern bezahlt hat und zu welchem Zweck er es nutzen wird, war bisher nicht bekannt.

Kein Wunder also, strömten am Dienstagabend mehr als 400 Personen in das Mehrzweckgebäude. Sie erhofften sich von Gemeinderatspräsident Beat Singer, Papierfabrik-Geschäftsleitungsmitglied Jonas Lauter und Heinz Rüedi, Leiter Direktion Entwicklung, Bau und Betrieb der Migros Aare, Antworten auf Fragen wie: Werden in wenigen Jahren mehr oder weniger als 200 Arbeitsplätze (so viele waren es einst bei der Papieri) geschaffen? Welche Unternehmen der Migros-Gruppe werden angesiedelt? Kommt es zu mehr Lärm?

Mangelware Industrieland

Ausführliche Antworten gab es zwar nicht von den Referenten. Insbesondere Heinz Rüedi wollte sich nicht auf die Äste hinauslassen, was die Migros mit dem Areal machen wird: «Ab 2023 planen wir auf der grünen Wiese. Sicher wird es kein Einkaufszentrum, keinen Supermarkt und keine Wohnüberbauung geben.» Denn hierfür ist das Areal in der Industriezone A1 zu kostbar. Es sei das letzte grosse Stück dieser Art im Kanton Bern und im Wirtschaftsraum Mittelland.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat die Migros Aare nun die Planung für die Industriebrache aufgenommen. Die neue Nutzung des Geländes habe keine Auswirkungen auf die anstehende Ortsplanungsrevision, sagte Bauverwalter Hanspeter Rentsch gegenüber dieser Zeitung. Das Areal befinde sich schon heute in der Industriezone. Einzig die Gebäudehöhe werde um 50 Zentimeter auf 22,5 Meter angehoben.

Dies habe mit der neuen Nutzung jedoch nichts zu tun, sondern gehe auf eine neue Messweise zurück; entsprechend werde diese Erhöhung in allen Bauzonen vorgenommen.

Parkplatz für 1500 Autos

Bevor gebaut wird, müssen die Maschinen der Papierfabrik verkauft oder verschrottet und die Gebäude abgebrochen werden. Diese Arbeiten erfolgten durch die Riedholzer Firma Java Rückbau + Recycling AG, sagte Jonas Lauter. Die Fachbauleitung und die Bauherrenvertretung hat die Geotest AG, Zollikofen, inne.

Bis Ende 2022 sollen alle Fabrikbauten von der Bildfläche verschwunden sein. Das Altpapiersortierwerk der Firma Perlen Papier bleibt bis dann in Betrieb, wobei eine Option für weitere fünf Jahre besteht. Nur noch bis im Frühjahr 2019 wolle die Emil Frey AG den Holzplatz zur Zwischenlagerung von etwa 1500 Fahrzeugen nutzen.

«Wir wollen einen Entwicklungsschwerpunkt etablieren», erklärte Migros-Vertreter Rüedi. Fakt sei allerdings, so Rentsch, dass das Areal erst dann zu einem kantonalen Entwicklungsschwerpunkt werden könne, wenn dieses im regionalen Richtplan als Arbeitsschwerpunkt vorgesehen sei.

Rege benutzt wurde die Fragerunde von den anwesenden Bewohnern der Gemeinden Utzenstorf, Bätterkinden und Wiler. Ein Votant wollte wissen, ob der Bauschutt auf der Schiene oder der Strasse weggeführt werde. «Der grösste Teil wohl auf der Strasse», antwortete Jonas Lauter.

Berner Zeitung

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