Opposition am Strassenrand

Hasle

Vier Mütter aus dem Ortsteil Biembach kämpfen für den Erhalt ihres Schulhauses und gegen die Erweiterung der Schulanlage Preisegg. Nicht ­alle haben Freude an ihren Transparenten.

Gemeinsamer Einsatz für das Schulhaus im Dorf: Karin Gerber, Esther Schmid, Rebecca Lehmann und Monika Locher wollen die dem Schulhaus Biembach drohende Schliessung abwenden.

Gemeinsamer Einsatz für das Schulhaus im Dorf: Karin Gerber, Esther Schmid, Rebecca Lehmann und Monika Locher wollen die dem Schulhaus Biembach drohende Schliessung abwenden.

(Bild: Thomas Peter)

Urs Egli

Kritisiert wurden die Pläne von der Schulkommission, der Planungskommission und dem Gemeinderat bezüglich Ausbau der Schulanlage Preisegg in Hasle ­bereits an der Mitwirkungsversammlung im Juni und am Informationsabend Anfang November.

Mitglieder des Männerturnvereins monierten, durch den Bau eines neuen Schulhauses auf der grünen Wiese gehe ein Grossteil der Spielfläche verloren. Kritische Stimmen gab es auch aus dem Ortsteil Biembach, zumal bei einem Ja zur Erweiterung das dortige Schulhaus geschlossen würde.

«Erst am Informationsabend ist mir wirklich bewusst geworden, dass es zum Projekt widersprüchliche Aussagen gibt», sagt Rebecca Lehmann.

Und als sie dann in der Botschaft zur Gemeindeversammlung vom 5. Dezember noch gelesen habe, dass der Finanzplan beim steuerfinanzierten Haushalt ab dem Jahr 2019 mit einem Defizit rechne, «war mir klar, dass wir die 3,7 Millionen Franken teure Schulhauserweiterung nur mittels erneuter Steuererhöhung würden finanzieren können».

Mit ihren Bedenken steht die junge Mutter aus dem Ortsteil Biembach nicht allein da. Auch ihre Kollegin Karin Gerber setzt ein Fragezeichen hinter die Finanzierung. Durch die Aussagen, dass man ein neues Schulhaus zum Schnäppchenpreis von 3 Millionen Franken bauen könne, lasse sie sich jedenfalls nicht beruhigen.

Denn von möglichen Folgekosten – etwa dann, wenn das Flachdach leckt – habe niemand gesprochen. Das neue Schulhaus in Modulbauweise «ist zu teuer für das, was es ist», ist Gerber überzeugt. Es sei eine Lösung für einen Moment, aber nicht für die Zukunft.

Klare Botschaft

In die gleiche Kerbe schlagen Esther Schmid und Monika Locher, die beide ebenfalls im Weiler Biembach wohnen. Unzufrieden sind sie auch, weil sie der Überzeugung sind, dass die Schulbildung allein durch die teure Zen­tralisierung auf der Preisegg nicht besser werde. Sie bezweifeln zudem, dass die Schliessung des Schulhauses Biembach zu erheblich tieferen Kosten bei den Schülertransporten führen würde.

«Unsere Kinder müssen nach wie vor zum Unterricht nach Hasle gefahren werden», erklärt Schmid. Ausser Frage steht für sie jedoch, dass der Unterricht im Container und im Pavillon auf der Preisegg so nicht mehr weitergeführt werden könne.

Nein, zur Schliessung des Schulhauses Biembach soll es gar nicht erst kommen. Karin Gerber, Esther Schmid, Rebecca Lehmann und Monika Locher wehren sich mit einer Transparentaktion gegen die Pläne von Schulkommission, Planungskommis-sion und Gemeinderat.

An vier Orten in der Gemeinde haben sie ihre Protestplakate platziert: «Nein zum Kredit, Ja zu Biembach», «Gegen die Schulhausschliessung im Biembach» und «Nein zum Schulhausprojekt» steht auf Tüchern geschrieben.

Dass auf einem Plakat auch einmal ein Sprayer eine gegenteilige Botschaft hinterlassen hat, bringt die vier Mütter nicht von ihrem Weg ab. Vielmehr sind sie überzeugt, dass der an alle Haushaltungen in Hasle verschickte Flyer – «Die Parteien von Hasle empfehlen ein herzhaftes Ja» – eine Reaktion auf ihre Transparentaktion ist.

Goodwill von Unzufriedenen

Selbst wenn die politischen Parteien von Hasle den 3,7 Millionen Franken teuren Ausbau der Schulanlage Preisegg offiziell unterstützen und den Stimmbürgern empfehlen, am 27. November ein Ja in die Urne zu legen, glauben die vier Frauen noch an ihren Erfolg. «Wir haben nur positive Reaktionen erhalten», sagen sowohl Rebecca Lehmann als auch Karin Gerber.

Auch Eltern von Hasler Schülerinnen und Schülern, die derzeit in Biembach in die Schule gehen, hätten sich für den Status quo ausgesprochen. «Dass wir nicht nur reklamieren, sondern hinstehen und mit unserer Aktion eine faire Art von Opposition demonstrieren, hat uns Goodwill eingebracht», erklärt Gerber.

Die vier Mütter schulpflichtiger Kinder machen allerdings keinen Hehl daraus, dass bei ihrem Kampf für die Erhaltung des Schulstandortes Biembach Emotionen eine wichtige Rolle spielen. Vielleicht müsse ihr Schulhaus einmal mangels Kindergärtelern und Schülern geschlossen werden.

Doch jetzt sei dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen, sind sich die vier einig. Das Schulhaus Biembach benötige zwar eine neue Heizung, doch die Bausubstanz sei noch gut.

Wichtig ist den Kämpferinnen, dass am kommenden Wochenende viele Haslerinnen und Hasler ihre Stimmen abgeben werden. «Stellt sich die Mehrheit auf unsere Seite, dann freut uns dies. Gibt es aber ein Ja zum Mil­lionenkredit, dann werden wir den Entscheid selbstverständlich akzeptieren», betont Rebecca Lehmann.

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