Sanierung, Steuern und Brautschau

Heimiswil

Der Finanzplan der Gemeinde sieht nicht rosig aus, eine Steuererhöhung ist naheliegend. Dennoch sagten die Stimmbürger Ja zur Sanierung der Sporthalle.

Trotz schiefer Finanzlage stimmte die Heimiswiler Bevölkerung einer neuen Turnhalle zu.

Trotz schiefer Finanzlage stimmte die Heimiswiler Bevölkerung einer neuen Turnhalle zu.

Jacqueline Graber

Die Turnhalle mit Baujahr 1981 kann im nächsten Jahr saniert werden. Die Heimiswiler genehmigten am Samstag an der Gemeindeversammlung den Verpflichtungskredit von 1,44 Millionen Franken. Der Gemeinderat rechnet damit, dass der Sportfonds des Kantons Bern rund 160'000 Franken an die Sanierung beisteuern wird.

Ebenfalls gerechnet wird mit Geld (rund 410'000 Franken) vom Verkauf der Gemeindeliegenschaft im Oberdorf, und auch von der Gebäudeversicherung (GVB) werden 210'000 Franken erwartet. Das Versicherungsgeld bezieht sich auf das Mehrfamilienhaus an der Kaltackerstrasse 4, das im August 2015 ein Raub der Flammen wurde.

Doch damit der Betrag bei der GVB abgeholt werden kann, bedarf es eines «Umwegs». Die Sachlage ist komplex. Die Entschädigung für das Brandobjekt beträgt 484'000 Franken. Ein Drittel davon wurde bereits an die Gemeinde ausbezahlt. Jedoch zahlt die GVB die volle Schadenleistung nur aus, wenn das beschädigte Gebäude durch die Gemeinde aufgebaut würde. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Dennoch gibt es eine Möglichkeit, den ganzen Versicherungsbetrag zu erhalten: «Die Summe kann von einem Dritten abgeholt werden, wenn er in ­Heimiswil oder im Kanton Bern einen Neubau mit gleichem Volumen analog dem Brandobjekt ­erstellt», erklärte Gemeinderatspräsident Hans Ulrich Widmer und ergänzte, dass der Rat bereits jemanden in Aussicht hätte. Mit dem Segen der Versammlung kann der Rat das Geschäft weiterverfolgen und abschliessen.

Volk hat das letzte Wort

Verhandlungen führen kann der Rat auch beim Verkauf des alten Lehrerhauses im Oberdorf. Jedoch darf er den Verkaufsabschluss nicht wie vorgesehen eigenhändig tätigen. Denn ein Votant stellte den Antrag, dass die Stimmbürger das letzte Wort haben. Der Antrag wurde von den 116 Anwesenden gutgeheissen. Genehmigt wurde auch das Budget 2018. Der Gesamthaushalt sieht bei einem Ertrag von knapp 5,6 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von rund 88'000 Franken vor.

Orientiert wurde weiter über die Finanzplanung 2017 bis 2022. Einberechnet ist hier bereits die Sanierung der Turnhalle. Die Finanzplanung sieht nicht gerade rosig aus, eine Steuererhöhung ist wahrscheinlich. Ein Votant meinte, ob sich der Rat in Anbetracht der schlechten finanziellen Lage auf Brautschau gemacht habe. «Ich bin mir nicht sicher, ob die Heimiswiler einer Fusion ­zustimmen würden», meinte Gemeinderatspräsident Hans Ulrich Widmer.

Berner Zeitung

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