Schmortopf in verschiedenen Formen

Burgdorf

Unter dem Begriff «Pot-au-feu» zeigt Ueli Gerber im Marktlaubenkeller neue Werke. Die Ausstellung des Burgdorfer Zeichner, Malers und Bildhauers dauert bis Mitte Dezember.

<b>Greifbar ist sie:</b> Die Kunst von Ueli Gerber.

Greifbar ist sie: Die Kunst von Ueli Gerber.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Eigentlich möchte Ueli Gerber nur noch schreiben. Eine Leidenschaft, die er seit Kindheitstagen in sich trägt und aus dieser heraus mit «Morgenhaut» und «Kroetzer» bereits zwei Bücher entstanden sind. Weitere zwei stehen vor der Vollendung. Vorerst aber hat sich Gerber einmal mehr dem Pinsel zugewandt.

Unter dem Begriff «Pot-au-feu» zeigt er bis Mitte Dezember im Marktlaubenkeller seine neusten Werke. Analog dem Ausstellungstitel kredenzt seine Lebenspartnerin Carmen draussen in der winterlich kalten Markthalle den Vernissagebesuchern dampfende Suppe.

Fernöstlicher Effekt

Gerbers aktuelle Werke sind durch eingefügte Altstadtbilder der Stadt Burgdorf gewidmet, sie zeigen in ihrer thematischen Vielschichtigkeit aber auch des Künstlers Vielseitigkeit. Die Bilderkompositionen sind collageähnlich mit organisch anmutenden, aquarellierten Elementen und Schriftfragmenten ergänzt.

Der daraus resultierende fernöstliche Effekt entsteht durch den Einsatz eines Bambusblattes, das Gerber jeweils mit leichter Hand über die Bildoberfläche zieht. Die Schriftfragmente dagegen sind schon länger ein Thema bei Gerber. Diese Darstellungsform kommt auch in seinen grossformatigen, ungerahmten Bildern zum Tragen.

Reliefs und Fragmente

Unzählige kleine und grössere Rechtecke mit unterschiedlich grossen und unterschiedlich gestalteten Schriftfragmenten sind zu einem grossen Ganzen zusammengefügt. Einmal mehr ergänzt durch wie hingeworfen anmutende, farbige Motive. Gerade durch die fehlenden Rahmen erhalten die dreidimensional wirkenden Werke eine stupende Haptik.

Der arrivierte Burdorfer Kunstmaler Heinz Egger, treuer Ausstellungsbesucher Gerbers, sieht gerade in der gewollten Greifbarkeit der ungerahmten Bilder ganz besondere Vorzüge.

Hinter Glas würden sie diese Eigenschaft verlieren, so Egger. Gerber, der ausgebildete Steinbildhauer und ehemalige Pfistern-Beizer, liebt die Kalligrafie, generell das Schriftbild eines geschriebenen Briefes. «Auf mich wirkt das Gesamtbild jeweils wie eine Partitur»,sagt er, obschon er kein Ins­trument spiele.

Offensichtlich sind auch die Besucher, unter ihnen der Burgdorfer Zeichner und Grafiker Andreas Althaus, angetan von den vielschichtige Bildern. Nicht zuletzt, weil diese zu Gesprächen anregen. Auch draussen vor der Tür, bei Pot-au-feu.

Ausstellung: Dienstag bis Freitag, 15. Dezember, 17 bis 20 Uhr offen.

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