Zum Hauptinhalt springen

Sicherer durch ein schöneres Dorf

Jetzt ist klar, wie der Kanton die Ortsdurchfahrt Trubschachen sanieren und umgestalten will.

Baudenkmäler wie der Bären und das Mauerhoferhaus (links) sollen künftig mehr Beachtung finden. Fotos: Daniel Fuchs
Baudenkmäler wie der Bären und das Mauerhoferhaus (links) sollen künftig mehr Beachtung finden. Fotos: Daniel Fuchs

Endlich. Fast sechs Jahre hat es gedauert, bis der Kanton Bern die definitiven Pläne publik macht. Im Juni 2013 fand eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Damals zeigten die Planer, mit welchen Massnahmen sie die Kantonsstrasse, die mitten durchs Dorf Trubschachen führt, sanieren und umbauen möchten. Die Einwohner konnten ihre Meinung dazu äussern, aber mit einer Einsprache zur Wehr setzen können sie sich erst jetzt. Denn nun liegt das Projekt auf der Gemeindeverwaltung öffentlich auf.

6000 Fahrzeuge pro Tag

6,1 Millionen Franken will der Kanton Bern für die Strasse durch Trubschachen investieren. Sie soll sicherer werden. Denn rund 6000 Fahrzeuge verkehren hier im Durchschnitt täglich. In der Zeit zwischen 2011 und 2016 haben sich gemäss den Auflageakten sieben Unfälle mit Leicht- und zwei mit Schwerverletzten ereignet. Laut Finanzverwalter Theo Rüegger hätte man sich in Trubschachen gewünscht, dass der Kanton die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzen würde.

Die blauen Pfosten zeigen, wie weit die Fahrbahn reichen wird.
Die blauen Pfosten zeigen, wie weit die Fahrbahn reichen wird.

Doch weil es sich um eine Strasse «mit übergeordneter Funktion» handle, lenkte die Bauherrin nicht ein. Sie will den Verkehr aber mit baulichen Massnahmen beruhigen, respektive verstetigen. Im Dorf anzutreffende rote Holzpföstchen zeigen, wo die Gehwegränder künftig aufhören werden, blaue Markierungen bezeichnen die Strassenränder, gelbe die Fläche, die gerodet werden soll.

Herzroute, Schüler, Wanderer

Bei der Ortseinfahrt von Luzern her will der Kanton die Strasse so verbreitern, dass in der Mitte eine Abbiegespur für Besucher des Kambly-Erlebnisses möglich wird. Wegen Stützmauern links ist dies nicht möglich, deshalb soll auf der rechten Strassenseite auf einer Länge von gut 130 Metern ein Stück des Hanges abgetragen werden. Die Abbiegespur wird dann als sogenannter Mehrzweckstreifen verlängert bis zum Fussgängerstreifen bei Kambly.

Damit könne er als Querungshilfe auch den Velofahrern der Herzroute dienen, steht in den Unterlagen. Die Strasse, die durch Trubschachen führt, wird nicht nur von Autos und Lastwagen stark frequentiert, auch Velofahrer, Wanderer und Schüler nutzen sie täglich. Beim Bahnhofplatz sind deshalb auf den Fussgängerstreifen ebenfalls Schutzinseln vorgesehen, zudem soll auch hier ein Streifen in der Mitte das Ein- und Abbiegen sicherer machen. Das beansprucht mehr Platz, wie die Pföstchen zeigen.

«Durch eine Pflästerung der Vorzone wird der Bereich akzentuiert. Das lässt das historische Haus angemessen in Erscheinung treten.»

Oberingenieur Kreis IV zum Platz vor dem Himmelhaus

Massnahmen fürs Auge

Insbesondere bei der Kreuzung vor dem Bären dachten die Planer bei ihrer Arbeit nicht nur an verkehrstechnische Optimierungen. Die Kurve wird zwar übersichtlicher und wird verbreitert, sodass zwei Lastwagen mit Anhänger kreuzen können, ohne dass einer anhalten muss. Aber der Platz soll auch optisch gewinnen. Es gehe darum, «den historischen Wert von Trubschachen hervorzuheben», steht in den Unterlagen.

Deshalb sollen in diesem Bereich die Trottoirs und der Abzweiger nach Trub – bis auf die Höhe des Bären – gepflästert werden.

Weiter Richtung Langnau. Der Fussgängerstreifen wird näher zum Bahnübergang verschoben, sodass er für Automobilisten besser sichtbar wird. Ein Geländer am Strassenrand soll sicherstellen, dass Schulkinder nicht ungebremst auf die Fahrbahn treten.

Dann ist vorgesehen, die Strasse bis auf die Höhe der Jakob AG zu verbreitern. Am Ende dieser Kurve steht links das Himmelhaus, laut Denkmalpflege «der bedeutendste Bau der Gemeinde». Auch ihm will der Kanton jetzt zu mehr Beachtung verhelfen, indem er den Platz davor pflästern will.

Bremsender Pförtner

Grosse Änderungen erfährt der Bereich zwischen dem Hirschen und dem Helvetiaplatz, also der Kreuzung vor der Käserei Götschi. Wieder ist hier ein Mehrzweckstreifen vorgesehen. Weil in diesem Gebiet nebst drei Fussgängerstreifen auch eine Bushaltestelle Platz haben muss, beansprucht die Strasse mehr Raum, weshalb Rabatten weichen müssen.

Die Bushaltestelle beim westlichen Ortseingang allerdings wird aufgehoben. Ein «Pförtner» soll dort dafür sorgen, dass die Automobilisten den Fuss automatisch vom Gas nehmen. Damit ist keine menschliche Gestalt gemeint, sondern eine Mittelinsel, die entweder mit nicht allzu hohen Pflanzen oder anderen demontierbaren Elementen gestaltet werden kann.

Den Auflageakten ist zu entnehmen, dass die Gemeinde mit dem Gedanken spielt, dort ein Bauwerk zu platzieren, das die Einfahrt ins Dorf verdeutlichen soll. Doch vorerst geht es nun darum, abzuwarten, wie die einzelnen Massnahmen im Volk ankommen. Die Einsprachefrist läuft bis zum 29. März.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch