SVP bleibt die stärkste Kraft

Lyssach

Viele Köpfe wechseln, doch die Sitzverteilung im Lyssacher Gemeinderat bleibt nach den Wahlen gleich: Die SVP konnte ihre fünf Sitze halten, die SP kommt erneut auf nur zwei Sitze.

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Im Lyssacher Gemeinderat werden ab dem kommenden Jahr ­einige neue Leute sitzen. Immerhin traten vier der insgesamt ­sieben Exekutivmitglieder heuer nicht mehr zu den Gemeindewahlen an. Unter den Scheidenden ist auch der allseits geschätzte und umtriebige Präsident Hans Rudolf Sägesser. Der SVP-Politiker muss nach zwölf Jahren wegen der Amtszeitbeschränkung aufhören.

Doch grosse Überraschungen gab es an den Urnenwahlen vom Sonntag keine. Was die Sitzverteilung im Gemeinderat anbelangt, bleibt alles beim Alten: Die SVP konnte ihre fünf Sitze verteidigen und behält damit auch in der neuen Legislatur die absolute Mehrheit im Rat inne. Für die SP wurden nur gerade zwei der vier Kandidierenden gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 37 Prozent.

Die drei bisherigen Räte Andreas Eggimann und Hans Ulrich Wittwer (beide SVP) sowie Thomas Bürki (SP) wurden alle mit guten Resultaten wiedergewählt. Das beste Ergebnis erzielte Eggimann: Er holte mit 361 am meisten Stimmen.

Glückliche SVP

Kein Wunder, ist die Wahlsiegerin, die örtliche SVP, «sehr zufrieden» mit dem Ergebnis. «Wir ­haben unser angepeiltes Ziel, die fünf Sitze zu halten, erreicht», sagte Parteipräsident Erich Pieren gestern. Er schreibt den Erfolg der «ausgewogenen» Kandidatenliste zu. «Wir haben punkto Alter, Geschlecht und Beruf die ganze Bandbreite abgedeckt. Wir hatten das Glück, die richtigen Leute gefunden zu haben.»

Besonders freute Pieren die Wahl des jüngsten Kandidaten: Der 32-jährige Kilian Thomann landete mit 170 Stimmen noch vor der nicht gewählten Cornelia Hab­egger, die als Parteilose auf der SVP-Liste stand.

Nicht ganz so glückliche SP

Nur halb zufrieden ist man ­dagegen im linken Lager. SP-Parteipräsident Adrian Lehmann zeigte sich gestern weder herb enttäuscht noch hoch erfreut über den Wahlausgang: «Wir haben das erreicht, was aufgrund der Ausgangslage zu erwarten war», meinte er. Nach wie vor herrsche mit der SVP-Mehrheit ein «krasses Verhältnis» im ­Lyssacher Gemeinderat.

Lehmann bedauert die tiefe Wahlbeteiligung. Die SP habe augenscheinlich mehr Mühe, Wähler zu mobilisieren. Zwei kleine Gründe zur Freude hatte der SP-Parteichef dann doch: Thomas Bürki ­erzielte mit 334 Stimmen das zweitbeste Resultat, und seine Frau Corinne Lehmann schaffte mit 240 Stimmen den Sprung in die Dorfregierung.

Eggimann steht bereit

Bleibt wegen Hans Rudolf Sägessers Abgang noch die Frage, wer in dessen Fussstapfen tritt. Das Gemeinderatspräsidium bleibt aller Voraussicht nach fest in SVP-Hand. Zwar wird der Gemeinderatspräsident erst an der Gemeindeversammlung im Dezember definitiv bestimmt, doch bereits jetzt ist so gut wie klar, dass es Andreas Eggimann sein wird, der dieses Amt übernimmt. «Er hat sich bereit erklärt. Wir werden ihn an der Versammlung vorschlagen», bestätigte SVP-Präsident Pieren.

Die SP werde aufgrund des Wahlergebnisses wohl keinen Gegenkandidaten stellen, sagte indes SP-Präsident Lehmann gestern. Einziger Anwärter wäre der jetzige Vizepräsident und Lyssacher Schulleiter Thomas Bürki gewesen. Doch dieser hatte bereits im Vorfeld gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass er zwar weitere vier Jahre im Gemeinderat politisieren wolle, das Amt des Ratspräsidenten aus Zeitgründen und wegen eines allfälligen Interessenkonflikts aber nicht infrage käme.

Resultate:
SVP-Liste. Gewählt:
An­dreas Eggimann (bisher), 361 Stimmen; Hans Ulrich Wittwer (bisher), 291; Hans Peter Wegmüller (neu, parteilos), 286; Susanne Kämpfer (neu), 259; Kilian Thomann (neu), 170. Nicht gewählt:Cornelia Habegger (neu, parteilos), 140.
SP-Liste. Gewählt:Thomas Bürki (bisher), 334; Corinne Lehmann (neu), 240. Nicht gewählt: Barbara Fuhrer Röthlisberger (neu, parteilos), 226; Nelli von Ballmoos (neu), 111.

Berner Zeitung

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