Trommeln aus Leidenschaft

Kirchberg

Nach zwei Jahren Pause tritt der Tambourenverein Kirchberg zu seinem 25-Jahr-Jubiläum erneut mit seiner Tromerama-Show auf.

Beim Proben: Die Tambouren aus Kirchberg, die ihr 25-Jähriges feiern.

Beim Proben: Die Tambouren aus Kirchberg, die ihr 25-Jähriges feiern.

(Bild: Beat Mathys)

Irgendwo in einer Ecke ist ein Behälter mit gelben Ohropax platziert. Im ganzen Raum stehen die unterschiedlichsten Schlaginstrumente herum: angefangen bei den kleinen Octobans über die unterschiedlich grossen Toms bis hin zu den grösseren Pauken. Einige der scheinwerferähnlichen Toms sind in der Höhe an einem Metallgerüst befestigt. Dann wird es laut.

An die Besucher werden jetzt vorsorglich Ohropax verteilt. Die Showgruppe des Tambourenvereins Kirchberg bearbeitet mit unterschiedlich farbigen und fluoreszierenden Schlägeln aus Holz ihre Klangkörper mit einer körperlichen Vehemenz, die gefangen nimmt.

Nebst Musikalität und Rhythmusgefühl scheint beim Showtrommeln ein ausgeprägter Sinn für die Koordination der Bewegungen gefragt zu sein. Dabei werden die Instrumente von den Trommlerinnen und Trommlern im Rhythmus fliessend gewechselt. Ende März werden die rund 30 Aktiven des Vereins zum 13. Mal mit ihrer bereits legendären Tromerama-Show auf der Bühne des Saalbaus Kirchberg stehen. Unterstützt werden sie von vier Gastvereinen, teilweise aus der Region.

An diesem Probenabend wird gestaffelt geübt. Vorgängig haben die Jüngsten des Kirchberger Tambourenvereins geprobt. In einem weiteren Raum sind die etwas älteren Männer mit den traditionellen Trommeln zugange.

Mann der ersten Stunde

Zu diesen gehört auch der 65-jährige Alfred Winkler aus Burgdorf. Er ist ein Mann der ersten Stunde des Vereins, der heuer sein 25-jähriges Bestehen feiern kann. 1966 ist Winkler in die Musikgesellschaft Kirchberg-Ersigen eingetreten. Mit 30 Jahren ist das Vorstandsmitglied Stefan Jost nur knapp halb so alt wie Winkler. Im Alter von 8 Jahren habe ihn das Trommelvirus gepackt, sagt er. Seither macht er bei den Kirchberger Tambouren mit. Mit rund 25 bis 30 Aktiven, davon 3 Frauen, stagniert die Mitgliederzahl des Vereins seit Jahren.

«Heute nehmen wir den Nachwuchs bereits mit 6 Jahren in die Drumschool auf», verdeutlicht Jost, der im Brotberuf als Jurist arbeitet. Bei den vielen Freizeitmöglichkeiten von heute müssten die Kinder dementsprechend früh abgeholt werden. Allerdings würden nur die wenigsten längere Zeit durchhalten, bedauert Jost. Brauche es doch, um das Trommeln zu erlernen, eine grosse Portion Konzentration, Fokussiertheit und Durchhaltevermögen. Gerade die Digital Natives bekundeten heute, im Gegensatz zu früher, nicht selten Mühe, sich auf eine Sache zu konzentrieren.

Drei Generationen

Der Grund, warum sich die Trommler 1994 von der Musik-gesellschaft Kirchberg-Ersigen abspalteten und einen eigenen Verein gründeten, war ein juristischer. «Wer damals dem Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband beitreten wollte, musste ein eigenständiger Verein sein», sagt Winkler.

Das Showtrommeln sei seit je, nebst dem traditionellen Trommeln an unterschiedlichen Anlässen, sozusagen die DNA der Kirchberger Trommler gewesen, sagt Jost. Dank den kreativen und bahnbrechenden Ideen ihres Leiters Rolf Liechti spielt das Korps heute in der ersten Stärkeklasse. Bereits Rolfs Vater Heinz Liechti habe die Trommler, damals noch in der Musikgesellschaft Kirchberg-Ersigen, geprägt. Heute steht mit dem 26-jährigen Ausnahmetalent und Siegertreppchen-erprobten Dominic Liechti bereits die dritte Liechti-Generation in den Startlöchern.

Tromerama: Freitag, 29. März, 20.15 Uhr und Samstag, 30. März, 20 Uhr im Saalbau Kirchberg. Weitere Infos: www.tromerama.ch.

Berner Zeitung

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