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Vier Herzen statt ein Porträt

Immer wieder wurde der Gotthelfverein Trachselwald verwechselt mit dem gleichnamigen Zentrum in Lützelflüh oder dem Märit in Sumiswald. Ein neues Logo soll dem nun entgegenwirken.

Der Gotthelfverein Trachselwald mit Präsidentin Monika Kaderli (rechts) präsentiert sich mit einem neuen Auftritt.
Der Gotthelfverein Trachselwald mit Präsidentin Monika Kaderli (rechts) präsentiert sich mit einem neuen Auftritt.
Marcel Bieri

Der Gotthelfverein Trachselwald hat einen neuen Auftritt. Vier farbige Herzen, zu einem Kleeblatt geformt, prangen ab Freitag auf jedem Flyer und jeder Broschüre. «Das Logo soll Glück und Herzlichkeit ausdrücken», sagt Präsidentin Monika Kaderli.

Etwas filigraner als bisher kommt auch der Schriftzug «Gotthelfverein Trachselwald» daher. Und neu wurde dieser mit dem Zusatz ergänzt: Regionaler Kinder- und Jugendfonds. Anpassungen wurden auch beim Jahresbericht gemacht, der an der gestrigen Hauptversammlung in Huttwil an die Mitglieder verteilt wurde. Abgebildet auf dem Titelblatt sind vier Jugend­liche, die um die Wette strahlen.

Armut und Elend

Bislang war das Erkennungszei-chen des Gotthelfvereins Trachselwald ein Mann mit einem markanten Backenbart. In den Händen hält er einen Stift und ein Büchlein. Bei der besagten Person handelt es sich um Jeremias Gotthelf. Dass die gemeinnützige Organisation seinen Namen trägt, ist kein Zufall, das zeigt ein Schreiben, das Monika Kaderli von ihrer Vorgängerin bekommen hat. «Wie gross Armut und Elend Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts gewesen sind, lesen wir in vielen Büchern von ­Jeremias Gotthelf», steht darin geschrieben.

Scharenweise seien die Kinder verdingt, was heisst, als Pflegekinder untergebracht worden. Sie wurden nicht beim Namen gerufen, sondern einfach dr Bueb oder ds Meitli genannt. Gotthelf sei die Situation ans Herz gegangen und er habe mit Gleichgesinnten ein Heim für arme, verwahrloste Knaben ge-schaffen. Am 1. Juni 1835, drei Jahre nach Albert Bitzius’ – wie Gotthelf mit bürgerlichen Namen hiess – Amtsantritt als Pfarrer in Lützelflüh, wurde in einem Bauernhaus in Sumiswald 15 Buben aufgenommen. Drei Jahre später zogen sie in ein grösseres Haus auf der Schlossdomäne Trachselwald um.

Elf Kirchgemeinden

Nach dem Tod von Gotthelf 1854 wurde es mit der Geldbeschaffung immer schwieriger, sodass im Frühjahr 1877 das Heim geschlossen werden musste. 1889 wurde schliesslich der Gotthelfverein Trachselwald gegründet. Es war der erste seiner Art.

Später wurden andernorts ebenfalls Gotthelfvereine ins Leben gerufen. Alle mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche aus Familien mit finanzieller Not zu unterstützen.

Monika Kaderli räumt ein, dass das Porträt von Gotthelf durchaus seine Berechtigung habe. Jedoch habe es in den letzten Jahren immer öfters zu Verwirrungen geführt. «Nicht selten wurden wir mit dem Gotthelfmärit in Sumiswald oder dem Gotthelfzentrum in Lützelfllüh in Verbindung gebracht.» Und gerade bei Spendenaufrufen könne sich die Verwechslung negativ auswirken. Denn es habe auch Stimmen gegeben, die gesagt hätten: «Für das Gotthelfzentrum gebe ich nichts», sagt Susanna Mathys. Die Lützelflüherin gehört zu den Vertreterinnen der elf Kirchgemeinden, die Einsitz im Verein nehmen. Nebst Lützelflüh sind dies Affoltern, Dürrenroth, Eriswil, Huttwil, Rüegsau, Sumiswald, Trachselwald, Walterswil, Wasen und Wyssachen.

Der Gotthelfverein Trachselwaldist gemeinnützig und unterstützt Kinder bis zum Schulaustritt und in besonderen Fällen auch Jugendliche bis zum Ende der Lehrzeit. Er leistet Zahlungen an Kleider, Lagerkosten und Ausbildungsbeiträge. 2016 unterstützte der Verein 22 Kinder mit einem Gesamtbetrag von rund 16 000 Franken.

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